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Preise stark gestiegen: So viel kostete Bauland in Cloppenburg 2020 und 2021

Auch Immobilien sind innerhalb eines Jahres erheblich teurer geworden. Die Stadt konnte 2021 nur acht Grundstücke anbieten. Bauland für Mehrfamilienhäuser kostete im Schnitt 450 Euro pro Quadratmeter.

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Die Preise steigen und steigen: Baugrundstücke sind auch in Cloppenburg rar und teuer.   Archivfoto: Hermes

Die Preise steigen und steigen: Baugrundstücke sind auch in Cloppenburg rar und teuer.   Archivfoto: Hermes

Die Immobilien- und Grundstückspreise kennen nur eine Richtung – nach oben. Dass diese Tendenz seit Jahren auch im Cloppenburger Stadtgebiet zu beobachten ist, dürfte niemanden mehr überraschen. Von „massiven Preissteigerungen“ in der Stadt Cloppenburg spricht Jürgen Brumund, der den Immobilienmarkt in Cloppenburg seit Jahren für das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen beobachtet. Auf Nachfrage hat das Landesamt die wichtigsten Daten zur Entwicklung der Grundstücks- und Immobilienpreise der vergangenen 2 Jahre in Cloppenburg zusammengestellt. 

In den Jahren 2020 und 2021 wurden im Stadtgebiet 147 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft (2020: 77; 2021: 70). Mit Blick auf die Anzahl der Verkäufe bewege sich Cloppenburg auf normalem Niveau, sagt Brumund. Im Durchschnitt waren die Häuser etwa 170 Quadratmeter (qm) groß (2020: 165 qm; 2021: 176 qm). Der Preis pro Quadratmeter ist innerhalb eines Jahres von 1770 Euro auf 2170 Euro gestiegen, was einer Preissteigerung von etwa 23 Prozent entspricht. Bei den durchschnittlichen absoluten Kaufpreisen fällt die Preissteigerung noch etwas höher aus: Kostete ein Ein- oder Zweifamilienhaus 2020 in Cloppenburg noch im Schnitt 285.000 Euro, waren es 1 Jahr später bereits 360.000 Euro.

Stadt verkaufte 2021 nur acht Baugrundstücke

Die gestiegenen Preise sind auch dadurch zu erklären, dass die verkauften Häuser 2021 etwas größer und etwas neuer waren, sagt Brumund. Und natürlich wirkt sich auch die Lage auf den Preis aus. Ein ansonsten identisches Haus wäre in Ambühren günstiger zu haben, als in Cloppenburgs Top-Wohnlagen wie dem Jammertal, sagt Brumund. Generell bewege sich die Preissteigerung bei Ein- und Zweifamilienhäusern in Cloppenburg auf dem gleichen Niveau wie in den Nachbarstädten, etwa in Vechta. Auch wenn die absoluten Kaufpreise in Vechta etwas höher lägen.

Mit Blick auf die Grundstücksverkäufe fällt auf, dass die Stadt 2021 lediglich acht Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser (einschließlich Reihen- und Doppelhäuser) verkaufte, während es 2020 noch 16 waren. Das sei im Vergleich sehr wenig, sagt Brumund. Rechnet man die privaten Verkäufe hinzu, wurden 2020 33 Grundstücke und 2021 22 Grundstücke im Stadtgebiet verkauft. Verkaufte die Stadt in beiden Jahren ihre Grundstücke für durchschnittlich 110 Euro pro qm, waren die Preise auf dem privaten Markt mehr als doppelt so hoch (2020: 210 Euro pro qm; 2021: 255 Euro pro qm).

Aktuell befänden sich drei Grundstücke aus dem Baugebiet Stapelfeld für einen Preis von 160 Euro pro qm in der Vermarktung, teilt die Stadt Cloppenburg auf Nachfrage mit. Ende 2022 oder Anfang 2023 könne außerdem voraussichtlich mit den Erschließungsarbeiten für ein größeres Baugebiet im Süden des Stadtgebietes begonnen werden, wobei aktuell noch keine Möglichkeit bestehe, sich für dieses Baugebiet zu bewerben.

Geschosswohnungsbau: 450 Euro pro Quadratmeter

Es wird auch dort wohl mehr Bewerber als Grundstücke geben. Denn in der Vergangenheit überstieg die Nachfrage das Angebot in der Regel deutlich, sagt Brumund. "Der Markt ist eng, das treibt die Preise." Die Stadt müsse erst einmal an Flächen kommen, auch hier sei das Angebot knapp. Oftmals wollten Landwirte für veräußertes Bauland kein Geld, sondern stattdessen Ersatzland bekommen, meist die dreifache Fläche an Ackerland. Gleichzeitig gehören die Preise für landwirtschaftliche Flächen im Oldenburger Münsterland bundesweit zu den höchsten. Das wiederum treibe die Preise für Bauland in Cloppenburg weiter nach oben, sagt Brumund.

Grundstücke für den Geschosswohnungsbau (Mehrfamilienhausgrundstücke) waren mit Abstand die teuersten in Cloppenburg. 450 Euro pro Quadratmeter mussten Käufer 2021 im Schnitt für Grundstücke dieser Art zahlen – 100 Euro mehr als noch 2020. Insgesamt 42 dieser Grundstücke wurden in Cloppenburg in den letzten 2 Jahren verkauft (2020: 23, 2021: 19), alle über den privaten Markt. Zum Großteil befanden sich darauf Altbauten.  

In 20 Jahren noch keine sinkenden Preise erlebt

Bei den Käufern handele es sich vielfach um Investoren oder Bauunternehmen, sagt Brumund. Die könnten ganz "anders kalkulieren" und seien auch bereit, die hohen Preise zu zahlen. Über den Verkauf von Eigentumswohnungen und Mieteinnahmen holten sie die Investitionen wieder rein.

Eine Prognose für die Zukunft traute sich Brumund nicht zu. Das Landesamt bilde lediglich die Entwicklungen und Preise so aktuell wie möglich ab. Aber signifikant sinkende Preise habe er noch nicht gesehen – und er arbeite bereits seit 20 Jahren für das Landesamt.

  • Info: Auf immobilienmarkt.niedersachsen.de können Sie sich selbst ein Bild über die aktuellen Baulandpreise machen. Sie finden dort auch die kostenfreie Auskunft der amtlichen Bodenrichtwerte.

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