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Präventionsrat Lohne feierte 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Rathaus

Michael Otten von der Universität Vechta erklärte in einem Vortrag, warum Bevormundung und Kinderrechte nur schwer vereinbar sind. Weiteres wichtiges Thema: der digitale Fingerabdruck.

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Feierten den Präventionsrat: (von links) Der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Gert Kühling, die Geschäftsführerin des Präventionsrates, Andrea Marré, Festredner Michael Otten und Dr. Jörg Sommer, der Vorsitzende des Fördervereins. Foto: Heinzel

Feierten den Präventionsrat: (von links) Der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Gert Kühling, die Geschäftsführerin des Präventionsrates, Andrea Marré, Festredner Michael Otten und Dr. Jörg Sommer, der Vorsitzende des Fördervereins. Foto: Heinzel

Der Präventionsrat Lohne (PRL) hat sein 25-jähriges Bestehen mit einem offiziellen Festakt im Ratssaal der Stadt Lohne gefeiert. Für den musikalischen Rahmen sorgte Jan Butschinski. Der Pianist hatte die 3 vorgetragenen Stücke (Libertango, River flows in you und Capriccio) selbst ausgesucht. Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet übernahm die Begrüßung und gab einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung des PRL. Sie stellte gleich klar: "Und ein Präventionsrat hat auch 25 Jahre nach der Gründung seine Berechtigung nicht verloren."

1997 gegründet war von Anfang an klar: "Der Präventionsrat sollte kein Debattierklub sein. Es sollten handfeste Ziele festgelegt und konkrete Projekte umgesetzt werden." Dabei setzte der PRL anfangs 4 Schwerpunkte und auf Arbeitskreise. Sie lauteten "Technische Prävention" (Sicherheit im Verkehr), "Prävention durch Integration" (Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund), "Gewaltprävention" (Jungen Menschen ein starkes Selbstwertgefühl geben) und "Suchtprävention" (Aufklärung über die Folgen von Alkohol- und Drogenmissbrauch). Heute ist die Zahl auf 2 geschrumpft. Sie heißen "Persönlichkeitsstärkung" und "Sicherheit im öffentlichen Raum".

„Eine vergleichbare Institution mit einer hauptamtlichen Kraft im Rathaus und vielen Ehrenamtlichen gibt es im Kreis Vechta nicht.“Dr. Henrike Voet, Bürgermeisterin Lohne

"Eine vergleichbare Institution mit einer hauptamtlichen Kraft im Rathaus und vielen Ehrenamtlichen gibt es im Kreis Vechta nicht", konstatierte Voet. Ohne den seit 2000 existierenden Förderverein wären viele Projekte allerdings nicht möglich gewesen. Seit 2003 werde zudem alle 3 Jahre ein Bürgerpreis für Prävention verliehen. Das Stadtoberhaupt machte in seinen Begrüßungsworten deutlich, dass auch in Zukunft ein Präventionsrat gebraucht werde.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Jörg Sommer, wies in seinen kurzen Grußworten darauf hin, wie wichtig ehrenamtliches Engagement sei, es allerdings derzeit immer schwieriger werde, junge Menschen langfristig dafür zu begeistern. Sein 60 Mitglieder starker Förderverein könne stets weitere Mitglieder gebrauchen.

Den knapp einstündigen Festvortrag "Bevormundung und Kinderrechte vertragen sich nicht! Das Recht auf Privatsphäre und Mitbestimmung im Fokus" hielt Michael Otten von der Universität Vechta. Sein Anliegen passte gut zur Veranstaltung, da am 20. November der internationale Tag der Kinderrechte war und der Präventionsrat Lohne dazu in Kitas und Schulen Aktionen durchgeführt hatte.

Jan Butschinski sorgte für den musikalischen Rahmen. Foto: HeinzelJan Butschinski sorgte für den musikalischen Rahmen. Foto: Heinzel

Michael Otten gab den Anwesenden im Rahmen eines Quiz die Möglichkeit, ihren Wissenstand in Bezug auf Kinderrechte zu überprüfen. In seinem Vortrag ging es dann primär um den digitalen Raum. 3 Punkte erläuterte er dabei ausführlicher – und zwar den digitalen Fußabdruck, den Kinder oft schon vor der Geburt bekämen, SmartToys, die mit Spionagesoftware ausgestattet sein können, und schließlich das sogenannte Sharenting, also das übermäßige Teilen von Informationen via Social Media. "Das Netz vergisst nie", sagte Michael Otten.

Er betonte, dass es darum gehe, Kinder einzubeziehen. Eltern sollten sensibilisiert werden, Kinder als Subjekte zu sehen. Der Nachwuchs sollte in einen Aushandlungsprozess einbezogen werden, bei dem Eltern das Wohl des Kindes im Blick haben. Fotos von Kindern in allen möglichen Situationen zu machen sei eine Sache, diese aber dann öffentlich in den sozialen Medien zu teilen, etwas ganz anderes.

Darüber hinaus ging er auf Kinder-Influencer ein, bei denen Eltern ihren eigenen Job aufgeben würden, um das eigene Kind zu managen. Dadurch werde das Kinderzimmer zum Arbeitszimmer, sagte Otten. Er riet zur Vorsicht und dazu, zu überlegen, was dem Kind durch die Handlungsweise der Erwachsenen vermittelt werde. Der Vortrag bot den Anwesenden im Anschluss reichlich Gesprächsstoff.

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