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Positive Corona-Tests verschwiegen? Gesundheitsamt behält Chef im Auge

Ein Garreler Unternehmer soll die Ergebnisse von Schnelltests unterdrückt und positiv getestete Mitarbeiter ausgetauscht haben. Diesen Vorwurf erhebt das Gesundheitsamt. Die Beweislage ist aber dünn.

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Ein benutzter Schnelltest landet im Mülleimer. Symbolfoto: dpa

Ein benutzter Schnelltest landet im Mülleimer. Symbolfoto: dpa

Hat ein Unternehmer aus Garrel die Meldung von positiven Schnelltests innerhalb seiner Belegschaft gegenüber dem Gesundheitsamt unterbunden? Diesen Vorwurf hat zumindest die Cloppenburger Kreisverwaltung erhoben, nachdem sie Wind von den angeblichen Vorgängen in der Firma bekommen hat. Die Beweislage reicht aber offenkundig nicht aus, um ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Chef einzuleiten, wie Kreissprecher Frank Beumker am Freitag gegenüber OM online einräumt. Wie bereits am Donnerstag berichtet, kontrollierten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Begleitung der Polizei die Firma.

Dabei handelt es sich nach Informationen von OM online um jenes Unternehmen in der Gemeinde Garrel, das bereits aufgrund mehrerer bestätigter Coronafälle in den Berichten des Clopppenburger Gesundheitsamtes aufgetaucht ist: Am 19. März wurde erstmals gemeldet, dass sich 6 Mitarbeiter der Firma infiziert hatten. Am Donnerstag sind 3 weitere Fälle innerhalb der Belegschaft bestätigt worden. Am selben Tag informierte die Kreisverwaltung dann über die durchgeführte Kontrolle.

Demnach tauchten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unterstützt von Polizeibeamten unangekündigt in dem Unternehmen auf. Dabei sind von 39 anwesenden Beschäftigten Abstriche genommen worden. Die Ergebnisse dieser Schnelltests liegen dem Gesundheitsamt am Freitag vor, wie Kreissprecher Frank Beumker gegenüber OM online bestätigte: Lediglich ein Schnelltest führte zu einem positiven Testergebnis.

Wie Beumker erklärte, sei der betroffene Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt und ein PCR-Test veranlasst worden. Die übrigen 38 Mitarbeiter seien negativ getestet worden. Dementsprechend hat sich der erste Verdachtsmoment offenkundig nicht bestätigt. Der Unternehmer müsse deshalb auch nicht mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen, erklärt der Kreissprecher nun auf Anfrage von OM online. 

Neuer Vorwurf: Die Belegschaft wurde ausgetauscht

Ganz abgeschlossen ist der Fall damit aber immer noch nicht. Denn jetzt steht ein anderer – nicht minder schwerer – Vorwurf im Raum. Die Kreisverwaltung habe nun den Verdacht, dass "das Unternehmen die Mitarbeiter ausgetauscht hat", erklärt der Kreissprecher. Wo sich die vermeintlich positiv getesteten ehemaligen Mitarbeiter derzeit aufhalten sollen, ist laut Angaben der Kreisverwaltung unklar. Im Moment habe das Gesundheitsamt nur die Möglichkeit, "das Unternehmen weiter im Auge zu behalten."

Die derzeitige Corona-Lage in der Gemeinde Garrel ist ernst: Mit Stand von Donnerstagnachmittag gibt es 141 aktive und nachgewiesene Infektionen in der Gemeinde. Garrel gilt seit Ende Februar als Infektionsschwerpunkt im Landkreis.

Wie verhalte ich mich bei einen positiven Schnelltest richtig?

In diesem Zusammenhang klärt der Kreissprecher darüber auf, wie man sich korrekt bei einem positiven Schnelltest verhält. "In diesem Fall muss sich der Betroffene selbst unverzüglich um einen PCR-Test kümmern und das Gesundheitsamt über das Bürgertelefon des Landkreises informieren", erklärt Beumker.

Wenn das positive Ergebnis in einem lokalen Testzentrum festgestellt worden ist, werde in der Regel darüber auch ein folgender PCR-Test organisiert, erklärt der Kreissprecher. Wer zum Beispiel den Schnelltest in einem Super- oder Drogeriemarkt gekauft hat oder in der Firma positiv getestet wurde, sollte sich sofort an seinen Hausarzt wenden.

Positives Ergebnis heißt: Sofort in Quarantäne

In jedem Fall gilt: Der Betroffene muss sich umgehend in Quarantäne begeben, nachdem der Schnelltest ein positives Ergebnis geliefert hat. Fällt der anschließende PCR-Tests ebenfalls positiv aus, werde das Gesundheitsamt automatisch informiert. Dann gilt für Betroffene im Landkreis Cloppenburg eine dreiwöchige Quarantäne.

Wird der Betroffene hingegen darüber informiert, dass sein PCR-Test negativ ausgefallen ist, sollte er sich erneut telefonisch beim Gesundheitsamt über das Bürgertelefon des Landkreises melden. Denn: Die alleinige Nachricht eines negativen Ergebnisses führt nicht automatisch zur Entlassung aus der Quarantäne. "Es ist daher erforderlich, die Situation mit dem Gesundheitsamt abzuklären."

  • Info: Das Bürgertelefon des Landkreises ist unter 04441/15-555 montags bis freitags von 8.30 – 12.30 Uhr und 13.30 – 16. Uhr, sowie samstags, sonntags und feiertags von 9 bis 12 Uhr erreichbar.

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