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Ponyclub Ellenstedt erfährt viel Solidarität

Die Corona-Pandemie macht dem Verein schwer zu schaffen. Die finanzielle Lage war im Frühjahr noch verheerend. Doch zahlreiche Spenden machen Hoffnung.

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Hilfe von allen Seiten: So spendete unter anderem die Classic-Tankstelle Boning in Ellenstedt dem Ponyclub kürzlich 1000 Euro. Einen Monat lang ging ein Euro jeder Autowäsche in den Spendentopf. Foto: Hölter

Hilfe von allen Seiten: So spendete unter anderem die Classic-Tankstelle Boning in Ellenstedt dem Ponyclub kürzlich 1000 Euro. Einen Monat lang ging ein Euro jeder Autowäsche in den Spendentopf. Foto: Hölter

Im April zeichnete Uwe Prinz ein düsteres Bild vom Ponyclub Ellenstedt. Der Vorsitzende gab zu, in welchen finanziellen Schwierigkeiten der Verein sich wegen der Corona-Pandemie befand. Wichtige Einnahmen wie die Kutschfahrten brachen weg, die Tiere mussten natürlich trotzdem versorgt werden. „Im Frühjahr hatte ich noch Zweifel, dass es den Ponyclub in einem Jahr überhaupt noch gibt“, lässt Prinz an seinen Gedanken teilhaben. Im Raum stand auch der mögliche Verkauf von Tieren.

Keine 2 Wochen, nachdem sich der Ponyclub mit seinen Problemen an die Öffentlichkeit gewandt hatte, ereignete sich ein Sturmschaden auf dem Hof in Ellenstedt. Das Dach des Strohlagers wurde abgedeckt. Das war sozusagen das „i-Tüpfelchen“ für den Verein. „Dann hat's auch gereicht“, sagt Uwe Prinz rückblickend. Zuerst sei er davon ausgegangen, dass die Versicherung den Schaden übernimmt, doch dann stellte sich heraus: Das betroffene Gebäude war gar nicht mehr versichert. Der Ponyclub blieb auf dem Schaden sitzen. Das Lager haben die Mitglieder „in Eigenregie“ innerhalb eines Monats aber wieder aufgebaut, schildert Prinz. Das habe die Kosten auf rund 1000 Euro geschmälert. Trotzdem eine weitere Last für den ohnehin schon finanziell gebeutelten Verein.

Spenden kamen von verschiedenen Stellen

Wie hat der Ponyclub das alles gestemmt? Wie ist es ihm seitdem ergangen? Mittlerweile kann der Vorsitzende deutlich entspannter über die Situation des Vereins sprechen. Denn der Schritt, die Sorgen des Vereins offenzulegen, wurde mit überwältigender Solidarität belohnt, wie Uwe Prinz berichtet. „Die Resonanz war riesig“, sagt er. Mehr als 10.000 Euro seien an Spenden eingegangen. „Vom Schulkind mit dem Sparschwein bis hin zum Unternehmer“, fasst der Vorsitzende zusammen. Zwar habe er auf einige Spenden gehofft, gibt Uwe Prinz zu. Doch mit so viel Zuspruch habe er dann doch nicht gerechnet.

Der Ellenstedter Kegelverein, hier vertreten durch Volker Schlömer (von links) und Michael Vornhusen, bedachte den Ponyclub mit 1000 Euro. Darüber freuten sich Vorsitzender Uwe Prinz und Reitlehrerin Nadine Roth mit Pony Susi. Foto: PrinzDer Ellenstedter Kegelverein, hier vertreten durch Volker Schlömer (von links) und Michael Vornhusen, bedachte den Ponyclub mit 1000 Euro. Darüber freuten sich Vorsitzender Uwe Prinz und Reitlehrerin Nadine Roth mit Pony Susi. Foto: Prinz

Der Ponyclub hatte überdies die Möglichkeit geschaffen, Patenschaften für einzelne Tiere zu übernehmen. Das sei gut angenommen worden, sagt Prinz. An die 20 Patenschaften seien übernommen worden. Eine Person habe im Sommer sogar ein Pferd gänzlich zu sich genommen und die Pflege übernommen.

Auch habe es viele Sachspenden gegeben, sagt der Vorsitzende. „Die Hilfe kam von allen Seiten.“ So sei dem Ponyclub viel Futter und Stroh für die Tiere zur Verfügung gestellt worden. Beispielsweise sei ein Bauer mit mehreren Ballen Heu angefahren gekommen. Wegen des Sturmschadens habe er zwischendurch gar nicht gewusst, wohin damit, sagt Prinz. Doch für alles sei eine Lösung gefunden worden. Er sei den vielen Spenderinnen und Spendern sehr dankbar für diese Unterstützung. An einen Verkauf von Tieren sei aufgrund der vielen Spenden nach 2 Wochen schon nicht mehr zu denken gewesen, sagt Prinz sichtlich erleichtert.

Kommendes Jahr steht Feier zum 40-jährigen Bestehen an

Im Spätsommer habe sich die Lage insgesamt etwas entspannt. In kleinen Gruppen werden draußen weiterhin Reitstunden angeboten. Im September und Oktober habe es sogar fast jedes Wochenende ein bis zwei Kutschfahrten gegeben – eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. Von Juli bis November habe auch die Vereinskneipe geöffnet werden können. Doch die sich verschärfende Corona-Situation und die damit einhergehenden Maßnahmen veranlassten den Vorstand dazu, die Kneipe ab Dezember wieder zu schließen. Der Ponyball, der sonst im November stattfindet, wurde ebenfalls abgesagt.

In diesem Jahr hätte eigentlich das 40-jährige Bestehen des Ellenstedter Ponyclubs gefeiert werden sollen. Das wurde vorläufig auf das kommende Jahr verschoben. Geplant ist, an einem Wochenende ein kleines Zelt für die Feier aufzubauen. Doch konkret ist noch gar nichts, gesteht Uwe Prinz. Wegen der Pandemie habe der Verein die Planungen noch etwas vor sich hergeschoben.

Insgesamt blickt der Vereinsvorsitzende aber zuversichtlich auf das kommende Jahr. Der Ponyclub hat sich auch einiges vorgenommen. So sollen die Kneipe renoviert, die Pferdeställe gestrichen und der Spielplatz – der seinen Angaben zufolge viel genutzt werde – erneuert werden. Bei der Gemeinde Goldenstedt habe der Verein auch schon Zuschüsse angefragt, sagt Prinz. Uwe Prinz hofft, dass die üblichen Einnahmequellen des Ponyclubs – Reitstunden, Kutschfahrten sowie die Kneipe – bald wieder wie gewohnt anlaufen, „dann kriegen wir das auch gewuppt“.

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