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Pollen starten geballt in die Flugsaison

Apotheker und Fachärzte bekommen seit einer Woche viele Anrufe. Bei den Medikamenten für Allergiker ist kein Engpass zu sehen.

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Da blüht was: Der Griff zum Taschentuch wird seit dem vergangenen Samstag bei Allergikern zur Routine. Besonders die Frühblüher wie Hasel, Birke und Erle haben Saison. Foto: Thomas Vorwerk

Da blüht was: Der Griff zum Taschentuch wird seit dem vergangenen Samstag bei Allergikern zur Routine. Besonders die Frühblüher wie Hasel, Birke und Erle haben Saison. Foto: Thomas Vorwerk

Der Frühling hat sich deutlich zeitiger blicken lassen, als in den anderen Jahren. Was des Sonnenhungrigen Freud ist des Allergikers Leid. Die Frühblüher kommen mit aller Gewalt und besonders die Hasel , aber auch die Erle dominieren den Pollenkalender. Das führt dazu, dass gängige Medikamente erst geordert werden müssen.

Nachfrage um das Dreifache gestiegen 

Von einem Engpass könne allerdings in diesem Bereich keine Rede sein, meint Julian Bergmann. Der Emsteker Apotheker hat in diesem Jahr zwar bereits das Dreifache eines verschreibungspflichtigen Nasensprays über den Tresen gereicht, als noch im vergangenen Februar, der Großhandel sichere aber noch den Nachschub. Grundsätzlich sei es aber so, dass die Zahl der Medikamente mit Lieferengpässen steige. "Es gibt etwa 380 Präparate, die ich momentan nicht bekommen kann. Die Produktion ist vielfach nach Asien verlegt worden und es gibt immer weniger Fabriken, die die Wirkstoffe herstellen." Da das weltweite Frachtsystem coronabedingt grundsätzlich ins Stocken geraten ist, betrifft dies auch die medizinische Versorgung.

Hyposensibilisierung verspricht Heilung

Über die medikamentöse Behandlung der Symptome ist die Hyposensibilisierung die einzige Möglichkeit, der Allergie Herr zu werden, sagt Dr. Jaje Beckmann vom HNO-Zentrum in Cloppenburg. Sie dauert drei Jahre und kann zu einer Linderung bis hin zur Beschwerdefreiheit führen. Eine hundertprozentige Erfolgsquote können die Experten allerdings nicht versprechen. Der Besuch beim Facharzt sei in jedem Fall sinnvoll, um einen so genannten Etagenwechsel zu verhindern, also ein allergiebedingtes Asthma. Die Hyposensibilisierung gibt es entweder als Spritze, sie kann aber auch über Tropfen oder Schmelztabletten oral erfolgen.

Vor dem Zubettgehen die Haare waschen

Über die medizinische Behandlung hinaus gibt es einige Tipps, wie man den Kontakt mit den Pollen reduziert beziehungsweise die Symptome lindert. Straßenkleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden und wer vor dem Zubettgehen die Haare wäscht, lässt einen ganzen Teil des Blütenstaubs zurück. Lüften eher am Morgen und dann über Tag die Fenster geschlossen halten. Kontaktlinsenträger sollten auf eine Brille ausweichen, um die Augen nicht zusätzlich zu reizen. Raucher belasten ihre Atemwege zusätzlich.

Apps geben Auskunft über Belastung der nächsten Tage

Apps auf dem Handy zeigen die aktuellen Pollenbelastung an und geben auch eine Aussicht auf die nächsten Tage. Das kann bei der Entscheidung helfen, ob ein Ausflug vielleicht doch um ein oder zwei Tage verschoben werden sollte. Wer seinen Sommerurlaub plant, der ist als Pollenallergiker an der See besser aufgehoben als im Binnenland.

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