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Polizei warnt: Falsche Töchter und Söhne melden sich jetzt auch via Whatsapp

Eine 61-Jährige aus Cappeln hat eine Nachricht via Whatsapp bekommen. Angeblich von ihrem Sohn. Der bat dringend um Geld. Die Bankverbindung machte die Frau aber stutzig. Das Konto liegt in Litauen.

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Symbolfoto: dpa

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Bislang haben die "Enkeltrick-Betrüger" ihr Glück mit Telefonanrufen bei älteren Mitbürgern versucht, jetzt nutzen sie auch die sozialen Kanäle, um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Polizei Cloppenburg/Vechta ist jetzt der erste Fall gemeldet worden, bei dem eine Frau aus Cappeln von den Betrügern via Whatsapp in die Falle gelockt werden sollte.

Wie Polizeisprecherin Simone Buse am Montag mitteilte, habe die 61-Jährige aus Cappeln bereits am Donnerstag die Whatsapp-Nachricht bekommen. Die Telefonnummer des Absenders war ihr nicht bekannt. Die Frau las die Nachricht, als Absender gab sich angeblich ihr Sohn zu erkennen. Er habe eine Telefonnummer - "aufgrund eines Missgeschickes" wechseln müssen, so die Begründung.

IBAN des Kontos beginnt mit dem Ländercode LT

Aufgrund der neuen Telefonnummer habe der Sohn keinen Zugriff auf das Online-Banking mehr. Allerdings müsse er unbedingt die Rechnung eines Versandhauses begleichen. Deshalb sollte die 61-Jährige das Geld auf sein Konto überweisen. Dafür schickte der vermeintliche Sohn die IBAN-Nummer des Kontos. Doch die machte die Frau stutzig. Denn Nummer die begann nicht mit den Buchstaben DE (der Ländercode für Konten in Deutschen), sondern mit LT (steht für Litauen).

Der 61-Jährige überwies zum Glück kein Geld , sondern meldete der Polizei den Vorfall. Und die warnt jetzt vor der Masche. Denn das Vorgehen sei "in anderen Regionen bereits bekannt geworden", erklärt Buse. In der Regel werde der Wechsel der Telefonnummer damit begründet, dass das Handy oder die SIM-Karte kaputt sei. Die Betrüger schreiben ihre Nachrichten in "nahezu gutem Deutsch", erklärt Buse. Die Vorgehensweise entspreche dem klassischen "Enkeltrick" - die Täter versuchen durch geschickte Gesprächsführung ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Betrüger wollen Telefonate und Sprachnachrichten verhindern

Das Gespräch findet ausschließlich mit Textnachrichten statt. Man sollte "sich nicht durch Ausreden wie ,Mein Lautsprecher ist defekt' oder 'Ich kann gerade nicht telefonieren' täuschen lassen", warnt Buse. Denn die Betrüger wissen natürlich, dass die Opfer sofort an der Stimme erkennen würden, dass es sich nicht um die Tochter oder den Sohn handelt. Der Tipp: "Nehmen Sie zunächst auf alternativem Wege Kontakt zu Ihren Kindern auf. Zum Beispiel durch einen Telefonanruf auf dem Festnetz, eine E-Mail oder mit dem persönlichen Besuch Ihrer Kinder", empfiehlt Buse.

Durch das zuvor über Whatsapp aufgebaute Vertrauensverhältnis seien inzwischen mehrere Personen dieser Bitte gefolgt und haben, wie gewünscht, das Geld auf in der Regel ausländische Konten überwiesen. Betroffene sollten sich umgehend bei der Polizei melden - unabhängig davon, ob das Geld überwiesen wurde oder der Betrugsversuch noch rechtzeitig enttarnt werden konnte. Prinzipiell  empfiehlt die Polizei: "Überweisen Sie kein Geld an Ihnen unbekannte Personen! Besonders dann nicht, wenn Sie von einem nicht verifizierten Account angeschrieben wurden."

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