Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Polizei hat besonders Eigentums- und Drogenkriminalität im Fokus

Ein Augenmerk legt die hiesige Inspektion bei der Kriminalitätsbekämpfung auch auf Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, Kinderpornografie und Cyberkriminalität. Insgesamt ist die Region sicher.

Artikel teilen:
Einsatz gegen Hells-Angels-Rocker in Steinfeld, Damme und Holdorf Ende 2021: Die Polizei findet Drogen und gefälschte Impf-Dokumente. Foto: M. Niehues

Einsatz gegen Hells-Angels-Rocker in Steinfeld, Damme und Holdorf Ende 2021: Die Polizei findet Drogen und gefälschte Impf-Dokumente. Foto: M. Niehues

Das Jahr 2021 bot den Ermittlern der hiesigen Polizei ordentlich Ermittlungsarbeit. Es gab Tötungsdelikte in Bethen und Bakum und im Bereich der Eigentums- und Betäubungsmittelkriminalität mehrere Festnahmen sowie umfangreiche und erfolgreiche Durchsuchungen im November. Die Inspektion Cloppenburg/Vechta verweist im Rahmen ihrer Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2021 auch auf einen Schlag gegen eine Einbrecherbande im Dezember hin. Und im Bereich der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen konnten die Beamten einen falschen Polizisten in Berlin und auch eine betrügerische Wahrsagerbande festnehmen. Festnahmen gab es auch bei herbeigeführten Brandanschlägen auf einen Getränkemarkt in Cloppenburg und auf ein Transportunternehmen.

Region gehört zu den sichersten landesweit

Insgesamt präsentierte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta am Montag erneut rückläufige Fallzahlen. Denn insgesamt kamen im Jahr 2021 12.018 Straftaten zur Anzeige, 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit konnte der historische Tiefstwert der Inspektion aus dem Jahr 2020 nochmals unterschritten werden. "Damit können wir sehr zufrieden sein", sagte dazu Jörn Kreikebaum. Der Leiter der hiesigen Inspektion freut sich, dass trotz steigender Bevölkerungszahl die Kriminalität erneut abgenommen hat. Die Wahrscheinlichkeit im Oldenburger Münsterland Opfer einer Straftat zu werden, so Kreikebaum, "war in den letzten Jahren noch nie so gering", lautet sein Resümee. Denn statistisch gesehen, verzeichneten die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta zusammen 3799 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Damit ist laut Polizei erstmals ein Wert von unter 4000 Straftaten erreicht worden. Die Region gehört damit zu den sichersten im Land.

Nach Angaben von Alexander Kreye, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, sei es gelungen, "die Aufklärungsquote auf konstant hohem Niveau zu halten". So habe diese im Jahr 2015 noch bei 59,06 gelegen und habe bis 2020 kontinuierlich auf 66,31 Prozent gesteigert werden können. 2021 lag sie bei 64,22 Prozent.

Spurensicherung: Nach Straftaten kommt auf die Beamten umfangreiche Ermittlungsarbeit zu. Foto: M. NiehuesSpurensicherung: Nach Straftaten kommt auf die Beamten umfangreiche Ermittlungsarbeit zu. Foto: M. Niehues

Die Polizeiinspektion konnte im vergangenen Jahr 6.276 Tatverdächtige ermitteln. Im Jahr zuvor waren es 6.540. Unter den Tatverdächtigen waren 245 Kinder (2020: 190) und 562 Jugendliche (2020: 642). Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bewegt sich somit auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr.

Bei den meisten Straftaten handelte es sich mit 29,23 Prozent um Diebstähle. An zweiter Stelle standen mit 22,95 Prozent die sogenannten sonstigen Straftaten wie beispielsweise Sachbeschädigung, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche. 19,93 Prozent aller Fälle waren Vermögens- und Fälschungsdelikte, 16,43 Prozent der Straftaten fallen auf die sogenannten Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen, Gewalttaten und Bedrohungen. Gegenüber 2020 mit 1988 Fällen war hier mit 1974 Taten in 2021 ein Rückgang zu verzeichnen.

Allerdings gab es in beiden Landkreisen im vergangenen Jahr mehr Wohnungseinbrüche. Mit 183 Fällen waren dies 20 Taten mehr als im Vorjahr. Aber bei immerhin 79 Taten davon blieb es beim Versuch. Kreye sieht dies als Beleg dafür an, dass es sich lohnt, in die Sicherung von Häusern und Wohnungen zu investieren. Auch die Prävention durch die Polizei habe hier Früchte getragen, gab er sich überzeugt. Stolz ist er auch auf die Aufklärungsquote, die von 30,67 in 2020 auf 34,43 Prozent gesteigert werden konnte.

Stetig steigende Fallzahlen bei Kinderpornografie

Bundesweit neu definiert wird der Begriff der "Häuslichen Gewalt". Deshalb fehlt es an Vergleichszahlen aus den Vorjahren. 2021 konnte die hiesige Polizei jedenfalls 733 Fälle registrieren. 657 davon waren mit Opfern. Im Bereich der Kinderpornografie verzeichnet die Inspektion Cloppenburg/ Vechta seit Jahren steigende Fallzahlen, auch im vergangenen Jahr. Dies soll vor allem auf automatisierte Meldesysteme, die schnelle Verbreitung über Kurznachrichtendienste und die fortschreitende Digitalisierung zurückzuführen sein. Über konkrete Fallzahlen und Ermittlungserfolge macht die Polizei aber leider keinerlei Angaben.

Insgesamt, so Polizeichef Jörg Kreikebaum sei das Jahr 2021 trotz rückläufiger Fallzahlen insgesamt dennoch herausfordernd gewesen. Denn das Pandemiegeschehen habe auch zu mehr polizeilichen Einsätzen und Ermittlungsvorgängen geführt. Dazu hätten gemeinsame Kontrollen mit Landkreisen und Kommunen gehört sowie Einsätze bei Versammlungsgeschehen. Auch das Protestcamp gegen Wiesenhof habe mit einem größeren Polizeieinsatz begleitet werden müssen. "Unsere Kolleginnen und Kollegen waren im Zuge der Pandemie hohen Belastungen ausgesetzt", bestätigte Kreikebaum.

Es bleibt die Frage, inwiefern das Pandemiegeschehen mit den einhergehenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens die Kriminalitätsstatistik begünstigt hat. Sie habe sicherlich eine Rolle gespielt, schätzt auch Jörg Kreikebaum die Situation ein, belegbar sei dies jedoch nicht. Er verspricht, dass die Polizeibeamten der Inspektion Cloppenburg/ Vechta in "gewohnter Weise" dafür sorgen werden, "dass die Menschen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta in Sicherheit leben können". Mit der schrittweisen Aufhebung der Coronamaßnahmen, kündigt er an, werde die Polizei auch wieder verstärkt die Präventionsarbeit aufnehmen, um für Sicherheit der Bürger zu sorgen und Straftaten verhindern zu können.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Polizei hat besonders Eigentums- und Drogenkriminalität im Fokus - OM online