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Polizei geht verstärkt gegen Kinderpornografie und Drogenhandel vor

Insgesamt weist die Kriminalitätsstatistik für das Oldenburger Münsterland deutlich weniger Straftaten auf. Die Region gehört zu den sichersten in Niedersachsen.

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Einbrecher vor Gericht: Ermittlungsgruppen der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta nahmen wiederholt Banden fest, die überregional zugeschlagen hatten. Foto: M. Niehues

Einbrecher vor Gericht: Ermittlungsgruppen der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta nahmen wiederholt Banden fest, die überregional zugeschlagen hatten. Foto: M. Niehues

Eine deutliche Zunahme von Fällen mit Kinderpornografie macht der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta zu schaffen. 2019 waren es noch 93 Fälle, im vergangenen Jahr bereits 146. Mit einer dauerhaft eingerichtete Ermittlungsgruppe und zusätzlichem Personal zur Auswertung der Daten will die Polizei jetzt darauf reagieren. 

Auch Drogendealern will die hiesige Polizeiinspektion das Leben schwerer machen. Weil die Ermittler im vergangenen Jahr 877 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verzeichnen hatten, nach 787 im Vorjahr, wollen sie weitere Steigerungen möglichst stoppen. Auch hier will die Polizei verstärkt aktiv werden.

Polizei meldet niedrigste Fallzallen seit 12 Jahren

Die Zahlen stellten die verantwortlichen Leiter der hiesigen Inspektion und der jeweiligen Polizeikommissariate in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta am Mittwoch im Rahmen der Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr vor. Insgesamt präsentierten die Beamten für die Region eine äußerst erfreuliche Entwicklung. Wie Walter Sieveke als stellvertretender Leiter der Inspektion verdeutlichte, hatte die Polizei in beiden Landkreisen trotz deutlichem Bevölkerungszuwachs die niedrigsten Fallzahlen seit 12 Jahren zu verzeichnen. 

So hatte die Polizei 2020 in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta insgesamt 12.937 Taten zu verzeichnen, was einem Rückgang von 3,01 Prozent entspricht. Zugleich konnte die Aufklärungsquote auf 66,31 gegenüber 62,6 Prozent im Vorjahr gesteigert werden.

Gleichzeitig gehört das Oldenburger Münsterland zu den sichersten Regionen in Niedersachsen. Im Kreis Cloppenburg waren 3863 Taten (2019: 4054) und im Kreis Vechta 4442 Taten (2019: 4569) zu verzeichnen. Die Inspektion gehörte damit zu denen mit den geringsten Werten.

Insgesamt fallen 27,15 Prozent aller Straftaten im Bereich der Inspektion im Jahr 2020 auf Diebstahlsdelikte zurück. 21,68 Prozent waren sonstige Straftaten, zu denen beispielsweise Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche gehören. 20,45 Prozent sind den Vermögens- und Fälschungsdelikten zuzuordnen und 15,37 den Roheitsdelikten.

Insgesamt weist die Polizei darauf hin, dass sich die Pandemie auf die Entwicklung der Straftaten ausgewirkt hat. Die klassische Schlägerei hinter dem Schützenfestzelt oder vor der Kneipe gab es nicht, die erwartete deutliche Zunahme bei häuslicher Gewalt aber auch nicht.

Auch dass die Bevölkerung wegen Corona mehr zuhause war, dürfte mit dafür ursächlich sein, dass es weniger Wohnungseinbrüche zu verzeichnen gab. 2020 waren hier 163 Fälle zu verzeichnen, 61 weniger als 2019. 72 Taten waren davon Einbruchsversuche. 

Bei den sogenannten Rohheitsdelikten wie Raubstraftaten, Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit waren 1988 Taten zu verzeichnen, 294 weniger als im Jahr 2019.

Neben dem starken Anstieg bei Kinderpornografie gibt es auch einen leichten bei Cybercrime-Delikten. 2019 hatte die Polizei hier noch 921 Taten zu verzeichnen, 2020 waren es bereits 1138. Alexander Kreye, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, zeigt sich hier überzeugt, dass die Zunahme der Straftaten vermutlich durch die Pandemie verstärkt worden ist. Die Aufklärungsquote betrage hier aber 89,2 Prozent. Kreye: "Insgesamt ist in diesem Deliktsfeld aufgrund des noch immer sehr geringen Anzeigenverhaltens und zahlreicher Tatorte im Ausland von einer hohen Dunkelziffer auszugehen."

Insgesamt konnte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta im Jahr 2020 6540 Tatverdächtige ermitteln (2019 waren es 6613). Davon waren 642 im jugendlichen Alter und 190 Kinder.

Einsätze bei Corona- und Treckerdemos fordern Polizei

Walter Sieveke erklärte, dass die Polizei im vergangenen Jahr trotz geringerer Fallzahlen wegen größerer Kapitaldelikte und umfangreicher Ermittlungsarbeit bei größeren Tatkomplexen stark gefordert war. Auch Einsätze bei Corona- und Treckerdemos habe die Polizei gefordert, ebenso die Kontrollen bei der Einhaltung von Pandemiebestimmungen.

Sieveke machte beim Ausblick für das laufende Jahr deutlich, dass die Bürger in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg in einer der sichersten Regionen des Landes leben. Dies sei an den Zahlen erkennbar und erfülle die Inspektion auch mit Stolz. Er kündigte neben der jetzt dauerhaft eingerichteten Ermittlungsgruppe für den Bereich Kinderpornografie an, dass eine weitere Ständige Ermittlungsgruppe ihre Arbeit aufnimmt, die sich deliktübergreifend um komplexe Ermittlungsverfahren kümmern soll. Zudem könne die Polizei auf eine "schlagkräftige Verfügungseinheit" zurückgreifen, die Präsenz auf der Straße zeige und bei aufkommenden Kriminalitätsphänomenen eingesetzt werde.

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