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Polizei geht nach Feuer im Flüchtlingswohnheim von technischem Defekt aus

Das Haus gehört dem Land. Steinfelds Bürgermeisterin Manuela Honkomp geht nicht davon aus, dass der beschädigte Gebäudeteil saniert wird. "Das würde sicherlich in keinem Verhältnis stehen."

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Feuer im Flüchtlingswohnheim an der Bergmannstraße: Drei Stunden waren die Kameraden der Feuerwehr Steinfeld am Sonntagmorgen im Einsatz. Foto: Fischer/Feuerwehr Steinfeld

Feuer im Flüchtlingswohnheim an der Bergmannstraße: Drei Stunden waren die Kameraden der Feuerwehr Steinfeld am Sonntagmorgen im Einsatz. Foto: Fischer/Feuerwehr Steinfeld

Der Brand eines Flüchtlingswohnheims an der Bergmannstraße in Steinfeld ist aller Voraussicht nach auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Bei dem Feuer am Sonntagmorgen (21. Februar) mussten laut Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Steinfeld insgesamt 11 Menschen aus dem Gebäude gerettet werden. Eine Person wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf etwa 50.000 Euro.

Wie die Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta auf Anfrage mitteilt, deutet nach bisherigen Erkenntnissen alles darauf hin, dass es sich bei der Brandursache um einen technischen Defekt handeln könnte. Die Ermittlungen dauern derzeit aber noch an. "Wir haben aktuell keinerlei Hinweise auf eine Beteiligung einer dritten Person, insbesondere auch keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund", sagt Sprecherin Nadine Luttmann.

Die Gemeinde Steinfeld nutzt das Gebäude nach eigenen Angaben "in der Hauptsache" zur Unterbringung von Flüchtlingen. "Sofern erforderlich, werden dort auch einige wenige Obdachlose untergebracht", teilt Gemeindesprecherin Christina Hoffmann mit.

Menschenleben in Gefahr: Beim Eintreffen der Einsatzkräfte an der Bergmannstraße schlugen Flammen aus dem Untergeschoss des Gebäudes. Foto: FischerFeuerwehr SteinfeldMenschenleben in Gefahr: Beim Eintreffen der Einsatzkräfte an der Bergmannstraße schlugen Flammen aus dem Untergeschoss des Gebäudes. Foto: Fischer/Feuerwehr Steinfeld

Gemeinde sucht Wohnraum für Bewohner

Auf Anfrage sagt sie, dass in dem Wohnheim 12 Personen gemeldet seien. Die Gemeinde habe die Bewohner nun in Einzelzimmern in dem bewohnbaren, nicht vom Feuer betroffenen Gebäudeteil einquartiert. Dort seien kurzfristig leerstehende Räume durch die Gemeinde hergerichtet worden. "Der Komplex ist mit der notwendigen Infrastruktur wie Sanitäranlagen/Duschen und Küche ausgestattet und kann vollständig separat geführt werden."

Hoffmann teilt weiter mit, dass einzelne Personen in Kürze in andere Unterkünfte umziehen werden, zum Beispiel in das Flüchtlingswohnheim an der Bökenbergstraße. Dort gebe es einige wenige freie Kapazitäten. Darüber hinaus bemühten sich Bewohner um eigenen Wohnraum. Dieses werde von der Gemeinde Steinfeld unterstützt. Die Verwaltung sei für Wohnungsangebote dankbar. 

Wie geht es mit dem Flüchtlingswohnheim weiter?

Der vom Brand betroffene linke Gebäudeteil mit zwei Wohnbereichen wurde nach Angaben von Hoffmann aufgrund der laufenden brandtechnischen Ermittlungen und der noch ausstehenden Schadensermittlung durch die Versicherung abgeriegelt und gesichert. Die Gemeindesprecherin weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die vonseiten der Polizei geäußerte Schadenssumme von 50.000 Euro von der Kommune bisher nicht kommuniziert worden sei. "Eine genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest."

Angesichts des Brandschadens und des Zustands des 1993 erbauten Gebäudes stellt sich die Frage, welche Planungen die Gemeinde generell für das Flüchtlingswohnheim hat. Aus dem Rathaus heißt es, dass dazu erst nach Abschluss der Schadensermittlung etwas Konkretes gesagt werden könne. Das Gebäude befinde sich im Eigentum des Landes Niedersachsen, das Grundstück ist Eigentum der Gemeinde Steinfeld.

"Nach jetzigem Stand gehe ich nicht davon aus, dass der beschädigte Gebäudeteil wieder hergestellt werden kann und soll. Das würde sicherlich in keinem Verhältnis stehen."Manuela Honkomp, Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld

Bürgermeisterin Manuela Honkomp teilt mit: "Nach jetzigem Stand gehe ich nicht davon aus, dass der beschädigte Gebäudeteil wieder hergestellt werden kann und soll. Das würde sicherlich in keinem Verhältnis stehen." Mit dem Eigentümer habe die Gemeinde Kontakt aufgenommen und den Schaden angezeigt. "Eine Antwort zum weiteren Vorgehen steht aber noch aus."

Das Objekt und die Bewohner an der Bergmannstraße werden laut Verwaltungsangaben derzeit eng von den Kolleginnen aus dem Sozial- und Ordnungsamt begleitet und betreut. Honkomp sagt abschließend: "Bedanken möchte ich mich bei allen Feuerwehr- und Rettungskräften für ihr schnelles Eingreifen, unserem Bauhof, den Hausmeistern und allen Kolleginnen und Kollegen, die seit Sonntag tatkräftig an einer guten Unterbringung aller Bewohner mitwirken."

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