Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Pläne für das Inklusionshaus werden Realität

In Deindrup beginnen jetzt die Bauarbeiten für das Projekt von Dorfgemeinschaft und Sonnenhof. Hier sollen sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen.

Artikel teilen:
Ort der Begegnung: Die Pläne für das Inklusionshaus liegen schon seit Jahren auf dem Tisch. Mit Fördermitteln wird das Projekt nun in die Tat umgesetzt. Skizze: Bramlage Schwerter Architekten GmbH

Ort der Begegnung: Die Pläne für das Inklusionshaus liegen schon seit Jahren auf dem Tisch. Mit Fördermitteln wird das Projekt nun in die Tat umgesetzt. Skizze: Bramlage Schwerter Architekten GmbH

Auf diesen Augenblick haben die Bürger viele Jahre gewartet. Nun rollen endlich die Bagger in Deindrup an. Auf dem Gelände an der Straße Holtesch laufen die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Bau des Inklusionshauses. Damit wird ein lang gehegtes Vorhaben der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup, der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof und der Stadt Vechta in die Tat umgesetzt.

Die Freude über den Baustart ist riesengroß, nicht zuletzt im Arbeitskreis Dorferneuerung, für den das Inklusionshaus eine ganz große Bedeutung in seinem Zukunftsprogramm darstellt, wie Vorsitzender Hartmut Kurzbach in einer Pressemitteilung betont: „Das hatte höchste Priorität. Wir brauchten ein Haus für das Vereinsleben und für alle, die in unseren beiden Dörfern leben.“

Die Idee einer gemeinsamen Nutzung haben die Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup und der Sonnenhof bereits im November 2008 formuliert. Die beiden Parteien sind sich darin einig, die Inklusion weiter zu verbessern und verpflichten sich auch vertraglich dazu, als soziale und kulturelle Klammer zwischen Menschen mit und ohne Handicap sowie allen Bürgern im Ort zu fungieren.

Der Bagger ist da: Auf dem Gelände an der Straße Holtesch haben die Erdarbeiten für das Inklusionshaus begonnen. Foto: Reinhold BotheDer Bagger ist da: Auf dem Gelände an der Straße Holtesch haben die Erdarbeiten für das Inklusionshaus begonnen. Foto: Reinhold Bothe

Doch ohne die Förderung durch das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ARL) mit Sitz in Oldenburg wäre das Projekt kaum realisierbar gewesen. Immerhin belaufen sich die Investitionskosten für das Gebäude auf etwa 1,6 Millionen Euro. Die Stadt Vechta erhält einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro. Außerdem werden die Außenanlagen, die in Form eines Sinnesgartens entstehen und 25.0000 Euro kosten, zur Hälfte gefördert.

"Diese Förderung kommt genau an der richtigen Stelle an."Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

„Diese Förderung kommt genau an der richtigen Stelle an. In Deindrup und Spreda ist das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap längst selbstverständlich. Der Sonnenhof ist ein wichtiger Teil des dörflichen Lebens. Mit dem Inklusionshaus wird diese Entwicklung noch einmal gestärkt“, zeigt sich Bürgermeister Kristian Kater (SPD) von der Zielsetzung überzeugt.

Den Förderbescheid wollten die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast im vergangenen Herbst zusammen mit ARL-Vertretern offiziell übergeben. Aufgrund der Corona-Lage fiel der Termin jedoch aus, ebenso wie das erhoffte Treffen vor Ort zum Baustart. Nun gratulierten die Vertreter aus Hannover und Oldenburg auf schriftlichem Wege zum Projekt.

Lob für die intensive Beteiligung der Bürger

Die Ministerin verweist darauf, dass sich die Akteure in der Stadt Vechta schon frühzeitig für das Inklusionshaus stark gemacht hätten. Sie hätten trotz Schwierigkeiten nicht aufgegeben, sondern weitergemacht. Das sei einer der Erfolgsfaktoren der Dorfbewohner in Niedersachsen und auch in diesem Fall mit Herz, Hand und Verstand vorbildlich bewiesen worden.

ARL-Dezernatsteilleiterin Patricia Bonney hebt in ihrer Stellungnahme lobend hervor, dass die ursprüngliche Idee aus der Bevölkerung heraus entstanden sei. Die intensive Beteiligung der Bürger an der Entwicklung und Verwirklichung des Projektes würden dem entstehenden Inklusionshaus landesweite Bedeutung "als ein herausragendes Beispiel für die Ziele einer Dorfentwicklung" verleihen.

Auch Langfördens Ortsbürgermeister Josef Kläne macht den Akteuren vor Ort ein dickes Kompliment: „Sie sind immer hartnäckig am Ball geblieben", sagt Kläne und ergänzt: "Vor allem die Verbindung zwischen Dorfgemeinschaft und Sonnenhof ist eine gute Sache. Dadurch werden die Aktivitäten des Sonnenhofs und das gemeinschaftliche Leben in den Dörfern gestärkt."

Anlaufpunkt für Menschen aus Spreda und Deindrup

Nach Angaben des Vereins "Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup" soll das Inklusionshaus ein Anlaufpunkt für Bürger aus beiden Ortsteilen werden. "Treffen und Versammlungen für alle örtlichen Vereine und Gruppen werden hier möglich sein. Es wird Angebote und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, aber insbesondere auch für ältere Mitbürger geben“, sagt Vorsitzender Reinhold Bothe.

Möglich wären Spielnachmittage, Skat- und Doppelkopfturniere oder etwa Kicker- und Dartturniere für Jung und Alt – immer im Sinne des Inklusionsgedankens. Auch Lesungen, plattdeutsche Abende, Heimatabende mit Film- und Diavorführungen und Public Viewing wären durchführbar. Die „dörflichen Traditionen“, wie Bothe sie nennt, könnten in dem Haus gemeinsam gepflegt werden.

Sonnenhof will Mittagstisch anbieten

Der Sonnenhof möchte den nahe gelegenen Neubau für Therapiezwecke nutzen und dort auch einen Mittagstisch für Mitarbeiter und externe Beschäftigte anbieten. „Es sollen auch Bewohner aus der Nachbarschaft die Möglichkeit erhalten, dort in einem gewissen Rahmen ein Mittagessen mit unseren Menschen mit Unterstützungsbedarf einzunehmen“, erklärt Franz-Josef Wilkens, Vorstand der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof.

Laut vorliegender Planung hat das Gebäude eine Nutzfläche von etwa 370 Quadratmetern. Im Erdgeschoss werden sich ein Café mit einer Anlieferküche und Lagerräumen befinden, ergänzt durch eine überdachte Sonnenterrasse. Der große, teilbare Versammlungsraum soll eine multimedial Ausstattung erhalten und für die Dorfbewohner vielfältig nutzbar sein.

Ein zentraler Aufzug ermöglicht den behindertengerechten Zugang in das Obergeschoss, wo Therapie- und Büroräume für den Sonnenhof angesiedelt sind. Auch sämtliche Wege rund um das Gebäude sind barrierefrei. Über eine separate Grundstückszufahrt gelangen die Besucher auf den Parkplatz und direkt zum Haupteingang. Das Gebäude soll im Februar/März 2022 fertiggestellt werden.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Pläne für das Inklusionshaus werden Realität - OM online