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Plädoyer für ein "heimisches Krankenhausbett"

Die Geburtenquote ist bundesweit vorbildlich. Da mutet es seltsam an, wenn das Kinderkriegen zum Problem werden könnte.

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„Jederzeit gut versorgt“, prangt es seit einiger Zeit auf großem Plakat in Farbe von der Spitze des Cloppenburger Krankenhauses. Für eine solche Werbemaßnahme war gottlob noch Geld da. Das ist ja nicht selbstverständlich bei den Hospitälern heutzutage. An allen Ecken und Enden muss wohl gespart und nochmals gespart werden.

Dabei tun wir ja schon, was wir können. Ernähren uns bio, basisch oder sowohl als auch, überwinden immer öfter den inneren Schweinehund und quälen uns pustend aufs Laufrad, bezahlen ständig steigende Krankenkassenbeiträge für immer weniger Leistung und kürzen die Verweildauer ab, wann immer wir uns wieder bewegen können.

"Sind eigentlich diejenigen, ohne die gar nichts geht, immer die Dummen? Applaus ohne Ende während der Pandemie und anschließend wieder Existenzängste?"Otto Höffmann

Aber es scheint ja immer noch nicht zu reichen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Cloppenburger St.-Josef-Krankenhauses verzichteten einst auf Rechte und Geld, um einen eigenen Beitrag zu leisten für den Erhalt des Cloppenburger Hospitals. Alles umsonst? Sind eigentlich diejenigen, ohne die gar nichts geht, immer die Dummen? Applaus ohne Ende während der Pandemie und anschließend wieder Existenzängste?

Josef, der aus Davids Stamm Geborene, war doch auserkoren, Pflegevater zu sein und Partner von Maria. Sein Name sei Programm, ebenso der von Maria, seiner Frau, der Mütter aller Mütter.

Doch die hat uns jetzt auch sitzengelassen. Was braucht es in Friesoythe einen Kreißsaal, eine Geburtshilfe, Hebammen oder Frauenärzte? Mit einem Federstrich gibt St. Marien dort eine Kernkompetenz auf. Nein, Gottesmutter, diesen Wunsch können wir nicht teilen. Dabei geben wir uns doch auch hier alle Mühe, Tag und Nacht, um mit unserer Geburtenquote bundesweit ganz oben zu bleiben. Mehr kann man doch wirklich nicht verlangen.

Hoffentlich werden wir auch künftig gut versorgt. Wir und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit der Dichter Recht bekommt, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt und nicht jedem Ende. Nicht, dass es in Vechta, Oldenburg, Quakenbrück oder Westerstede nicht auch gute Mediziner gibt. Aber heilbehandelt werden möchte ich doch am liebsten im heimischen Krankenhausbett.


Zur Person:

  • Otto Höffmann ist Rechtsanwalt in Cloppenburg.
  • Den Autor erreichen Sie unter redaktion@om-medien.de

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