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Pioniergehölz bahnt sich den Weg im Naturschutzgebiet "Dammer Bergsee"

Ulrich Heitmann und Manfred Schlömer vom Verein Pro Natura sorgen sich um die Artenvielfalt auf der Abraumhalde bei Damme. Sie fordern vom Landkreis mehr Maßnahmen zur Entbuschung des Areals.

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Ursprüngliche Vegetation: (von links) Ulrich Heitmann und Manfred Schlömer blicken mit Sorge auf die allmähliche "Verbuschung" der Abraumhalde. Foto: Wienken

Ursprüngliche Vegetation: (von links) Ulrich Heitmann und Manfred Schlömer blicken mit Sorge auf die allmähliche "Verbuschung" der Abraumhalde. Foto: Wienken

Ulrich Heitmann und Manfred Schlömer von Pro Natura schauen mit Sorge auf die stetige Verbuschung im Naturschutzgebiet Dammer Bergsee. Nach und nach haben sich immer mehr Pioniergehölze wie Birken, Kiefern und andere Baumarten den Weg gebahnt auf der Abraumhalde und sorgen damit für ein Ungleichgewicht auf dem florareichen Areal. Daher fordern die beiden Naturschützer vom Verein Pro Natura nun, dass sich der Landkreis der Sache annimmt und das Gelände mit schwerem Gerät entbuscht. Nur beschneiden reiche in diesem Fall nicht aus, sie sollten schon ganz herausgezogen werden, betont der Vorsitzende, Heitmann.

Das Areal ist nur in kleinsten Parzellen relativ ursprünglich in der Artenzusammensetzung. Dennoch – oder gerade deshalb – hätte sich eine Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. "Neben verschiedenen Orchideenarten haben sich hier zahlreiche seltene Pflanzen angesiedelt, zum Beispiel Gold- und Siberdisteln, Natterkopf, breitblättriger Stendelwurz oder Wintergrün", erklärt Ulrich Heitmann.

Mehr als 360 verschiedene Arten wurden in dem Gebiet registriert

Eine herausragende Stellung in Niedersachsen und in Norddeutschland habe das Gebiet auch aufgrund von zwei Pflanzenarten, die hier einen ihrer seltenen Standorte besitzen: das Strand-Tausendgüldenkraut und das Gelblichweiße Ruhrkraut. Diese biotoptypischen Pflanzengesellschaften sollten daher weiter erhalten werden. Schließlich sei das seit 1995 bestehende Naturschutzgebiet ein Aushängeschild des Landkreises, insbesondere aufgrund seines floraträchtigen Areals, so Heitmann.

Seit der Ausweisung zum Naturschutzgebiet wurden mehr als 360 verschiedene Arten registriert. Auch die Tierwelt hat sich ausgebreitet, so finden sich Zauneidechsen, verschiedene Fledermausarten und auch Schlangen wie die Ringelnatter vor Ort. Deshalb mahnt Heitmann: "Die stetige Bewaldung sorgt dafür, dass die Pflanzen am Boden nicht mehr durchkommen. Besonders die an der Südseite der Halde entstandenen Kiefern offenbaren eine solche Entwicklung."

Zwischen jungen Kiefern: Seltene Pflanzenarten wie Silber- und Golddisteln sind auf der Abraumhalde zu finden. Foto: WienkenZwischen jungen Kiefern: Seltene Pflanzenarten wie Silber- und Golddisteln sind auf der Abraumhalde zu finden. Foto: Wienken

Naturschützer wollen mit Landkreis in Dialog treten

Aus diesem Grund möchten Ulrich Heitmann und Manfred Schlömer nun mit dem Landkreis Vechta in den Dialog treten und sich mit der Verwaltung über mögliche Maßnahmen zum Erhalt der Pflanzenwelt austauschen. Heitmann könnte sich in diesem  Zusammenhang ein mehrjähriges Projekt vorstellen, zum Beispiel in Kooperation mit der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) oder der Bingo-Umweltstiftung.

Wie der Landkreis Vechta auf Nachfrage von OM Online erklärt, wurden in den vergangenen Jahren im Naturschutzgebiet "Dammer Bergsee" regelmäßig Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. So habe die Kreisverwaltung im vergangenen Winter erneut den jungen Birkenaufwuchs in der Uferzone des Bergsees mit einem Sammelmulcher entfernen lassen, um die Lebensraumbedingungen für die besonderen Artvorkommen vor Ort – sowohl von Pflanzen als auch von Tieren – zu optimieren und dauerhaft zu erhalten. In diesem Winter sei ebenfalls die wiederholte Freistellung, eine sogenannte Entkusselung des Haldenplateaus, geplant. Der Auftrag wurde hierfür bereits erteilt, heißt es aus dem Kreishaus.

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