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Pfarrgemeinde St. Viktor will junge Menschen zurückgewinnen

Die Zahl der Kirchenaustritte steigt. Vor allem junge Menschen wenden sich von der Kirche ab. Dem möchten Messdiener Silas Kramer und Kaplan Fabian Guhr nicht tatenlos zusehen.

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Große Herausforderung: Dass es ein langer Weg sein wird, Jugendliche wieder für die Mitarbeit in der St.-Viktor-Pfarrgemeinde zu gewinnen, wissen Silas Kramer (links) und Kaplan Fabian Guhr. Foto: Schmutte

Große Herausforderung: Dass es ein langer Weg sein wird, Jugendliche wieder für die Mitarbeit in der St.-Viktor-Pfarrgemeinde zu gewinnen, wissen Silas Kramer (links) und Kaplan Fabian Guhr. Foto: Schmutte

Ein düsteres Bild von der Zukunft der Kirche gezeichnet hat Silas Kramer, Messdiener-Gruppenleiter in der katholischen Pfarrgemeinde St. Viktor, zu der Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf gehören. Es ging bei dem Treffen im katholischen Pfarrheim in Neuenkirchen um Perspektiven der kirchlichen Jugendarbeit. Kaplan Fabian Guhr wirkte mit. Allerdings: Auf viele weitere Teilnehmer warteten sie vergeblich.

Woran das liegt? Der Zustand der Kirche habe sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert, sagte Silas Kramer. Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus; immer weniger besuchen die Gottesdienste. Setze dieser Tendenz sich fort, würden die Kirchenbänke in einigen Jahren selbst bei den Sonntagsmessen leer bleiben, lautete seine These.

"Von den großen Massen müssen wir uns in den nächsten Jahren verabschieden."Fabian Guhr, Kaplan

Selbst nach optimistischen Prognosen werde die Kirche bis 2030 rund 75 Prozent der heutigen Mitglieder verloren haben. "Von den großen Massen müssen wir uns in den nächsten Jahren verabschieden", zeigte sich auch Kaplan Guhr überzeugt. Eine Folge der Veränderungen werde die Zusammenlegung der Kirchengemeinden Damme, Holdorf, Steinfeld, Dinklage und Lohne bis etwa 2030 zu einem "pastoralen Raum" sein, in dem es dann noch ein bis zwei Priester geben werde.

Jugendarbeit leidet schon unter Priestermangel

Weil es zu wenige Priester gebe, leide die Jugendarbeit schon heute. Daher sollte das Ziel des Treffens eigentlich sein, ein Konzept für einen Aufschwung zu entwickeln. Dabei sollten die Jugendlichen sich direkt angesprochen fühlen. 

Umsetzung in die Praxis ist schwierig

Was sich in der Theorie leicht anhört, ist es der Praxis noch lange nicht. "Die Mitschüler stehen nicht mehr hinter dem Konzept der Kirche. Die Kirche zu verteidigen, das wird immer schwieriger", schilderte ein jugendlicher Teilnehmer seine Erfahrungen mit offenen Gesprächen über den Glauben unter Gleichaltrigen.

Was also tun in Damme? Es wurden einige Ideen entworfen. Dazu zählen etwa eine "Open-Church-Night"  mit anschließender Messe, Predigten von Jugendlichen, eine Online-Ideenbox, Messdiener-Stammtisch oder die Vernetzung mit anderen Jugendgruppen.

"Die Kirche muss von Personen verändert werden, die Kirche auch in der Zukunft betrifft. Das sind die jungen Menschen."Silas Kramer, Messdiener

"Die Kirche muss von Personen verändert werden, die Kirche auch in der Zukunft betrifft. Das sind die jungen Menschen", unterstrich Silas Kramer. Adressaten der Werbung für die Ideen sollen daher die Jugendlichen sein. Es solle eine breite Basis erreicht werden, um in Teams die Umsetzung der einzelnen Themen in Angriff nehmen zu können.

Der Wille, den Verfall der Kirche zu entschleunigen, ihn womöglich aufzuhalten, war bei der kleinen Gruppe der Anwesenden spürbar. Allerdings klang bei den Redebeiträgen auch eine gerütteltes Maß an Skepsis und Resignation mit.

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