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Pfarrerin Hiltrud Warntjen hat "den schönsten Beruf der Welt ausgeübt"

Die evangelische Seelsorgerin geht in den Ruhestand. Während der feierlichen Verabschiedung blickte sie unter anderem auf ihre Ausbildung zur Clownin in Kirche und Gemeinde zurück.

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Feierliche Verabschiedung: (von links) Pfarrerin Sygun Hundt, Oberkirchenrätin Gudrun Mawick, Hiltrud Warntjen, Kreispfarrerin Martina Wittkowski, Almut Härtel und Pfarrerin Ute Young. Foto: Stilkenböhmer

Feierliche Verabschiedung: (von links) Pfarrerin Sygun Hundt, Oberkirchenrätin Gudrun Mawick, Hiltrud Warntjen, Kreispfarrerin Martina Wittkowski, Almut Härtel und Pfarrerin Ute Young. Foto: Stilkenböhmer

Die gebürtige Brakerin Hiltrud Warntjen tritt nun von ihrem langjährigen Amt als evangelische Pfarrerin zurück. Am Sonntag fand eine Abschiedsmesse in der Auferstehungskirche in Vechta mit herzlichen Grußworten von Oberkirchenrätin Gudrun Mawick und abschließendem „Give-Away“ für die Teilnehmer statt.

Nach ihrem Theologiestudium in Göttingen und dem 1990 erfolgreich abgeschlossenen Vikariat in Bloherfelde war sie ein Jahr lang als Pastorin im Landkreis Vechta auf ehrenamtlicher Basis tätig. Auch absolvierte sie eine Hilfspredigerzeit in den Fachkliniken für Suchtkranke des Diakonischen Werkes Oldenburg in Ahlhorn, Neerstedt sowie Oldenburg.

Die Arbeit mit Kindern lag ihr besonders am Herzen

1996 wurde Warntjen als Pfarrerin in die Kirchengemeinde Vechta-West berufen und führte das Vechtaer Modell der Konfirmandenarbeit ein, der aus Unterricht in Kleingruppen besteht. Später übernahm sie dann die umfangreiche Geschäftsführung in der Kirchengemeinde. Besonders am Herzen hat ihr die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, unter anderem im Zuge von Kindergottesdiensten, gelegen.

Auch die Ökumene ist Warntjen ein bedeutsamer Teil ihrer Arbeit gewesen, die Mitwirkung an ökumenischen Schulgottesdiensten sowie auch der besondere Weltgebetstag-Gottesdienst in der Justizvollzugsanstalt für Frauen, welchen Konfirmandinnen und Inhaftierte gemeinsam mit den Pastorinnen planten und gestalteten. Fortbildungen und neue Ausbildungen waren für sie essenziell: „Meine Ausbildung zur Clownin in Kirche und Gemeinde hat mich mit vielen neuen Möglichkeiten beschenkt“, fasst sie zusammen.

"Meine Entscheidung hat mich zu einer vielseitigen und einzigartigen Arbeit geführt."Hiltrud Warntjen

Die größte Freude hatte Warntjen an ihrem Beruf stets wegen seiner facettenreichen Möglichkeiten und der einzigartigen Individualität: „Meine Entscheidung hat mich zu einer vielseitigen und einzigartigen Arbeit geführt“, erklärt sie. Im Vordergrund stand bei ihr immer der Umgang mit Menschen.  Das Helfen, Trösten und Begleiten von Menschen in allen erdenklichen Lebenslagen habe zu ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung beigetragen und sei ein grundlegender Aspekt ihrer Tätigkeit gewesen. „Natürlich war das nicht immer einfach, im Gegenteil. Umso mehr habe ich mich über positives Feedback gefreut. Es hat mir gezeigt, jemandem wirklich geholfen zu haben.“

Diese Kompetenzen hat sie nicht nur im Krankenhaus als Seelsorgerin umsetzen können, denn Warntjens Fußabdruck in der Region ist unmöglich zu übersehen. Als Initiatorin und Mitwirkende hat sie zahlreichen Projekten wie dem monatlichen Begleiten des Trauerfrühstücks, den „Frauenkreis für Frauen 40 plus“, aber auch dem Neubau einer Orgel in der Klosterkirche Vechta im Laufe der Jahre auf die Beine geholfen.

Bis zu ihrer Pensionierung war Warntjen als Krankenhausseelsorgerin der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland für die Standorte Damme, Lohne und Vechta tätig, mit dem Schwerpunkt auf dem St. Marienhospital in Vechta. Warntjens Engagement ist als unter anderem kirchenmusikalisch Interessierte vielseitig: „Einige Jahre habe ich im Kirchenchor mitgesungen und mehrmals auch als Gitarristin in einer Konfirmandenband mitgespielt.“ Beim Gottesdienst begleitet sie sich selbst auf der Gitarre.

Im Zuge der Grußworte an Warntjen fasst Oberkirchenrätin Gudrun Mawick deren Wirken zusammen: „Eine wahrhaft reichhaltige Mischung aus Musik, Clownerie, Diakonie, Ökumene und – immer wieder – Seelsorge, sowie Gottesdienstgestaltung in vielen Variationen prägen ihren Weg.“ Es folgten unter anderem Grußworte von Bürgermeister Kristian Kater und dem Geschäftsführer des St. Marienhospitals Vechta, Aloys Muhle. „Ich bin der Meinung, dass ich den schönsten Beruf der Welt ausgeübt habe“, freut sich Warntjen.

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