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Pfarrer-Wente-Saal endgültig fertiggestellt, aber im "Dornröschenschlaf"

Der Anbau wurde bereits im September 2021 eröffnet. Die letzten Arbeiten wurden in den vergangenen Wochen erledigt. Jetzt richtet sich der Blick auf die Sanierung des Obergeschosses im Pfarrheim.

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Pfarrer Uwe Börner im Eingangsbereich des fertigen Pfarrer-Wente-Saals. Nun gelte es nur noch, den Wohlfühlfaktor in den Räumlichkeiten zu erhöhen.   Foto: Heinzel

Pfarrer Uwe Börner im Eingangsbereich des fertigen Pfarrer-Wente-Saals. Nun gelte es nur noch, den Wohlfühlfaktor in den Räumlichkeiten zu erhöhen.   Foto: Heinzel

Die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Molbergen hat seit Anfang September 2021 einen neuen großen Veranstaltungs- und Versammlungsraum – den Pfarrer-Wente-Saal. Zum damaligen Einweihungstermin fehlten allerdings noch die Türen und eine Trennwand, durch die aus dem 300 Quadratmeter großen Raum zwei kleinere Räume werden können. Dieser Zustand hat sich jetzt geändert und der Pfarrer-Wente-Saal ist vollumfänglich nutzbar. Wenn die Pandemiebestimmungen es denn zuließen. Eine Folge davon ist, dass der Pfarrsaal noch nicht so zum Tragen gekommen sei, wie er es unter normalen Bedingungen hätte sein können. So befindet sich der Saal momentan in einer Art „Dornröschenschlaf“, wie Pfarrer Uwe Börner es nennt. Der 45-Jährige hofft darauf, dass es ab Ostern zu einem „Frühlingserwachen“ kommen wird. „Das wird ein lebendiges Haus werden und entsprechend von vielen wahrgenommen werden“, da ist sich der Geistliche sicher.

„Das Haus steht allen offen.“Pfarrer Uwe Börner über den neuen Pfarrheimanbau

„Das Pfarrheim war immer ein Ort auch für nichtkirchliche Gruppen“, erläutert Uwe Börner. Landfrauen, Musikverein und Hegering nutzten beispielsweise die Räumlichkeiten an der Kirchstraße. Das Pfarrheim fungiere in vielerlei Hinsicht als eine Art Dorfgemeinschaftshaus. Eine Bürgerversammlung könnte dort also problemlos durchgeführt werden, meint der Pfarrer und betont: „Das Haus steht allen offen.“ Und ergänzt noch einen Gedanken: „Was wir aber nicht wollen: Wir wollen hier keinen kommerziellen Veranstaltungsort."

Er finde den neuen Anbau „sehr beeindruckend“. Das Gebäude wirke traditionell, passe in den Ort hinein, ohne dabei altbacken zu sein, sei funktionell und für eine lange Nutzung ausgelegt. Einige letzte Verschönerungsarbeiten gilt es noch zu erledigen. Das Ziel dabei ist, einen höheren Wohlfühlfaktor in den Räumlichkeiten zu erreichen. Der Saal verfüge über eine „außergewöhnlich gute Akustik“, so der 45-Jährige. Diese Rückmeldung habe er bekommen. Denn für eine kurze Zeit konnten die Räumlichkeiten durch den Kirchenchor und den Musikverein genutzt werden, die ihre Erfahrung auch an Pfarrer Uwe Börner weitergaben.

In einem dritten Bauabschnitt soll das 1. Obergeschoss des Pfarrheimes saniert werden

Im Pfarrer-Wente-Saal finden je nach Bestuhlung zwischen 150 und 250 Gäste Platz. Für kleinere Veranstaltungen kann er außerdem geteilt werden. Hinzu kommen eine Küche und sanitäre Anlagen. Die ebenerdigen Räume sind rollstuhlgeeignet, Eingang und Terrasse wurden zum Pfarrgarten ausgerichtet. Bei dem Projekt handelte es sich um den zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten. Im ersten wurde die Bücherei saniert und renoviert. Im nun abgeschlossenen zweiten Abschnitt konnte das Erdgeschoss des Pfarrheims entkernt und saniert sowie um einen neuen Pfarrsaal erweitert werden.

Im nun zu definierenden dritten Bauabschnitt stehen die Räumlichkeiten im 1. Obergeschoss des Pfarrheims auf dem Programm. Man befinde sich bezüglich dieses Vorhabens noch ganz am Anfang, so Uwe Börner. Jetzt gehe es darum, eine Bestandsaufnahme durchzuführen und daraus eine Aufgabenliste zu erstellen. Anschließend könne anhand dieser Informationen eine erste Kostenschätzung erfolgen.

„Mir ist wichtig, dass alle dahinter stehen. Es soll ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde sein.“Pfarrer Uwe Börner über den angedachten dritten Bauabschnitt

Uwe Börner kann sich gut vorstellen, dass Messdiener, Landjugend und Musikverein die Räume nutzen könnten. Diese und andere Details – darunter auch die Finanzierung – gelte es nun zu klären. „Mir ist wichtig, dass alle dahinter stehen. Es soll ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde sein“, so Börner. Letztlich müsse der Kirchenausschuss entscheiden.

Trotz Pandemie und der dadurch oft verursachten Verzögerungen und Verteuerungen bei Bauprojekten lägen die endgültigen Kosten für den Bauabschnitt bei etwas mehr als den veranschlagten 1,1 Millionen Euro. Ungewollte Überraschungen während der Bauphase seien für diese Kostensteigerung mitverantwortlich. So mussten unter anderem eine Fernwärmeleitung verlegt und ein Öltank ausgebaut und entsorgt werden.

Pfarrer Gerhard Wente ist der Namensgeber des Saals

Der Pfarrer-Wente-Saal ist übrigens nach Gerhard Wente (1812 bis 1889) benannt, der fast 25 Jahre als Seelsorger in Molbergen wirkte. In diese Zeit fallen auch zwei Missernten (1859 und 1860), die bei vielen Molberger Familien zu Existenznöten führten. Gerhard Wente setzte seinen eigenen Erbteil ein, um den Betroffenen zu helfen. Die Pfarrgemeinde verlieh ihm später den Ehrentitel „Consolator Afflictorum“. Das bedeute „Tröster der Niedergebeugten, der Mutlosen und der Betrübten“.

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