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Perspektivwechsel: Was Oma Anna und Handwerker Max an Friesoythe wichtig ist

Beim Markenworkshop des Dachmarkenprozesses für die Stadt Friesoythe nahmen die Teilnehmenden diesmal den Blickwinkel anderer Menschen ein, die mit individuellen Interessen auf die Stadt schauen.

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Diskussion: Jann Christian Hegewald stellt Teilnehmenden des Markenworkshops die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe vor. Foto: Stix

Diskussion: Jann Christian Hegewald stellt Teilnehmenden des Markenworkshops die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe vor. Foto: Stix

Jetzt sind die Menschen dran. Ging es in der Zukunftswerkstatt des Friesoyther Dachmarkenprozesses im Dezember noch um die Visionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Stadt, standen am Freitagabend die Bedürfnisse potenzieller Zielgruppen im Fokus. Konkret die Frage, warum jemand in Friesoythe einen neuen Job annehmen sollte, hier investieren, als Touristin nach Friesoythe kommen oder als junger Mensch in der Stadt bleiben sollte. 

"Das sind keine rein fiktiven Beispiele", betonte Katrin Liebert von der Elemente Designagentur, die den Prozess gemeinsam mit Thomas Hesselmann-Höfling und Dr. Wiebke Borgers konzipiert hatte und moderierte. "Jeder kennt doch Menschen, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen und entsprechende Überlegungen anstellen." Und damit würden auch die Erfahrungswerte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Bedürfnisanalyse einfließen.

Was sucht Oma Anna im Kurzurlaub mit den Enkeln?

Und so versetzten sich die Teilnehmer unter anderem in Oma Anna aus dem Ruhrpott, die einen Urlaub mit ihren Enkeln plant, in den Handwerksgesellen Max aus Thüle, der sich zwischen bleiben und wegziehen entscheiden muss. In den Unternehmer, der einen weiteren Standort sucht und in eine junge Ärztin, die bei der Jobsuche die Qual der Wahl hat. Werte und Emotionen spielten dabei eine große Rolle, denn, so Thomas Hesselmann-Höfling, die Wissenschaft sei sich einig, dass es keine rein bewussten Entscheidungen gebe. "Werte und Emotionen bestimmen unser Handeln."

Und die scheinen, das ergab zumindest der Abgleich der im Dezember entwickelten Visionen mit den Bedürfnissen der Zielgruppen besonders gut erfüllt, wenn eine Kommune auf Nachhaltigkeit achtet, eine gute Gemeinschaft bildet, einen hohen Freizeitwert sowie die Lebensqualität einer Stadt am Wasser hat. "Passt", befand Bürgermeister Sven Stratmann. "Nachhaltigkeit, Grün und Wasser können wir."

Feedback der Teilnehmenden fast durchweg positiv

Das wechselseitige Feedback von Moderatoren und Teilnehmern war nahezu durchweg positiv. "Die Beteiligung ist qualitativ und quantitativ toll", sagte etwa Liebert, auch wenn diesmal etwas weniger Menschen als im Dezember teilnahmen. "So ein Zuspruch ist nicht normal", versicherte sie. "Die Menschen sind mit sich selbst beschäftigt, es ist nicht selbstverständlich, dass sie sich an sowas beteiligen."

Feedback: Die Teilnehmenden gaben der Agentur überwiegend positive Rückmeldungen. Foto: StixFeedback: Die Teilnehmenden gaben der Agentur überwiegend positive Rückmeldungen. Foto: Stix

Bei den Teilnehmern standen  das Lob für den Perspektivwechsel und die Kreativität im Vordergrund. Kritik gab es daran, dass die Aufgabenstellung für die Stadt nicht konkret genug seien, dass die Realität nicht betrachtet werde. "Der Spannungsbogen ist erst einmal groß", gab Borgers zu. Das aber habe seinen guten Grund, denn so bekäme Jeder seinen Raum, der Visionär ebenso wie die Praktikerin und der Skeptiker. 

„Natürlich weiß jeder, was aus seiner Sicht das Beste für Friesoythe ist“, erläuterte Borgers. „Jetzt aber geht es um den Perspektivwechsel, um die Sicht anderer Menschen.“ Konkrete Vorschläge könnten erst am Ende des Prozesses stehen. "Wir schauen bei der Markenentwicklung immer aus der Nutzerperspektive und suchen am Ende die Schnittmenge zwischen dem technisch Machbaren, dem wirtschaftlich Darstellbaren und dem Akzeptierten", erläuterte sie. Der Weg gehe vom Ich zum Wir zu Es. "Und das", so Borgers, "braucht 'ne Weile."


Fakten

  • Der nächste Workshop des Dachmarkenprozesses ist am Freitag, 3. Februar 2023, von 17 bis 21 Uhr im Forum am Hansaplatz. Dort werden die bisher erzielten Ergebnisse weiter vertieft. Auch Interessierte, die bislang nicht teilgenommen haben, sind eingeladen.
  • Am Montag, 23. Januar, findet von 15 bis 18 Uhr eine Zukunftswerkstatt für Kinder und Jugendliche der Klassen 4 bis 10 im Forum am Hansaplatz statt, um die Ideen und Meinungen von Schülerinnen und Schülern in den Prozess einzubeziehen. Sie sollen erarbeiten, was ihnen in der Zukunft besonders wichtig ist und was derzeit noch fehlt oder verbessert werden sollte.

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