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Persönliche Treffen erhalten die deutsch-französische Freundschaft

Die Pandemie macht es dem Partnerschaftskomitee Visbek schwer, den Kontakt zu den französischen Gemeinden zu pflegen. Telefonate und das Internet können die persönlichen Begegnungen nicht ersetzen.

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Deutsch-französische Freundschaft: Das Partnerschaftskomitee Visbek hält die Verbindungen zu den Gemeinden rund um Pontvallain aufrecht. Symbolfoto: dpa/Prautsch

Deutsch-französische Freundschaft: Das Partnerschaftskomitee Visbek hält die Verbindungen zu den Gemeinden rund um Pontvallain aufrecht. Symbolfoto: dpa/Prautsch

Die Kontakte beschränken sich derzeit auf Telefonate und die Möglichkeiten, die das Internet bieten. Die Gemeinde Visbek pflegt seit mehr als 30 Jahren eine Partnerschaft mit den Gemeinden des ehemaligen Kantons Pontvallain. Dazu gehören die Orte Cerans-Foulletourte, Château-l‘Hermitage, La Fontaine-Saint-Martin, Mansigne, Pontvallain, Oize, Requeil,Saint-Jean-de-la-Motte und Yvre-le-Polin. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gestaltet sich die Arbeit des Partnerschaftskomitees Visbek, das die Gemeindepartnerschaft seit 2003 pflegt, schwierig, wie Werner Fangmann, Sprecher des Komitees wissen lässt.

Den letzten persönlichen Kontakt gab es 2019 anlässlich der 1200-Jahr-Feier in Visbek. Zu diesem Anlass waren einige Franzosen vor Ort und haben mit Begeisterung die Feierlichkeiten verfolgt, wie Fangmann erzählt. Unter anderem habe man an dem Umzug teilgenommen. Der letzte Besuch in Frankreich war das Jahr zuvor anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft. Durch diese Treffen hätte die Partnerschaft einen „inhaltlichen und emotionalen Schub bekommen“, sagt Fangmann. Darauf habe man 2020 aufbauen wollen.

Verständnis für Kultur und Geschichte

Doch die Pandemie habe alle Pläne durchkreuzt. Ein Sorgenkind des Komitees ist die Schulpartnerschaft. Die ist wegen Pensionierung auf deutscher Seite und Lehrerwechsel auf französischer Seite völlig zum Erliegen gekommen, sagt Fangmann. Nun gebe es Bemühungen auf beiden Seiten, eine neue Schule in Frankreich zu finden, die die Partnerschaft mit der Schule in Visbek wieder aufnimmt. „Das ist mühsam“, sagt Fangmann. Das liege unter anderem daran, dass Deutsch als Fremdsprache an französischen Schulen immer unpopulärer werde, berichtet der pensionierte Lehrer. 

Ein weiteres Projekt für 2020 sei das Knüpfen von Kontakten zwischen einem Judo-Verein aus der Region Pontvallain und einem entsprechenden Verein in Visbek. „Wir sind damals von der Judo-Gruppe angesprochen worden“, erzählt Fangmann. 2020 habe man vorgehabt, persönliche Kontakte zu knüpfen und einen passenden Verein in Visbek zu finden. Da dies wegen Corona nicht möglich war, habe man versucht, auf Telefonate auszuweichen – ohne Erfolg. Die Gespräche liegen derzeit auf Eis, gibt Fangmann zu. „Wir hoffen, im Sommer persönliche Kontakte wieder aufnehmen zu können.“

Der Austausch von Vereinen auf beiden Seiten jenseits der Ländergrenzen sei immer eine der Hauptsäulen der Partnerschaft gewesen, berichtet Fangmann. So habe es vor Corona regelmäßige Besuche der Feuerwehren oder auch einzelner Sportvereine gegeben. Wichtig sind dem Partnerschaftskomitee die regelmäßigen, intensiven Begegnungen, die das Verständnis füreinander entwickeln sollen. „Wir wollen bei den Menschen das Interesse für die Kultur und Geschichte des jeweils anderen Landes wecken“, sagt Fangmann. Vor allem vor dem Hintergrund der durchaus schwierigen gemeinsamen Geschichte.

Mehr Jugendliche gewinnen

In dem Partnerschaftskomitee Visbek engagieren sich derzeit 9 Ehrenamtliche. Finanziert wird die Arbeit von der Gemeinde. Die Mitglieder des Komitees sind selbst in vielen Vereinen und Organisationen in Visbek aktiv, die die deutsch-französische Partnerschaft aufrechterhalten. Das Komitee steht im regelmäßigen Kontakt miteinander und auch mit Vertretern in Pontvallain. "Wir stehen uns auch menschlich nah", beschreibt Fangmann das harmonische Miteinander aller Beteiligten. 

Grundsätzlich möchte das Komitee mehr Jugendliche für die Partnerschaftspflege gewinnen. "Das ist schwierig", sagt Fangmann. Die meisten Verantwortlichen seien alle deutlich älter als 30. Das möchte man gerne ändern. Als Mitglied im Deutsch-Französischen Jugendwerk erhoffe das Komitee sich darüber Unterstützung im Jugendbereich. 

Das Partnerschaftskomitee Visbek: Stefan Hitz (von links), Ursula Behnke-Eylers, Christian Muhle, Jan Funke, Helga Warnke, Heike Meyer, Werner Fangmann, Rita Bramlage und Claus Emke. Archivfoto: KoopmeinersDas Partnerschaftskomitee Visbek: Stefan Hitz (von links), Ursula Behnke-Eylers, Christian Muhle, Jan Funke, Helga Warnke, Heike Meyer, Werner Fangmann, Rita Bramlage und Claus Emke. Archivfoto: Koopmeiners

Trotz aller Schwierigkeiten: Einen durchaus optimistischen Plan für dieses Jahr gebe es aber bereits. Eine kleine Gruppe aus Visbek wolle zu Pfingsten nach Pontvallain reisen, um an der dortigen Prozession rund um die Kapelle Notre-Dame de La Faigne teilzunehmen. Die Kapelle ist seit vielen Jahrhunderten eine Pilgerstätte. Die Visbeker unterstützen die Instandhaltung der Kapelle seit vielen Jahren, erzählt Fangmann. 2004 ist eine Jugendgruppe nach Pontvallain gereist, um gemeinsam mit Jugendlichen vor Ort bei der Sanierung mitzuhelfen. „Das möchten wir weiter begleiten und unterstützen“, sagt Fangmann.

In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich „herzliche Beziehungen“ entwickelt, sagt der Sprecher des Partnerschaftskomitees. „Es gibt Leute, die das seit 30 Jahren begleiten“, sagt Fangmann. „Da ist viel gewachsen in den Jahren.“ Bei den gegenseitigen Besuchen werden die Übernachtungen ausschließlich über Familien organisiert. Immer sei man herzlich aufgenommen worden, sagt Fangmann. Wegen der vielen Freundschaften ist die Hoffnung groß, bald wieder persönliche Treffen haben zu können.

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