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Personalnot im Rathaus hat Folgen für den Straßenbau

Die Stadt Vechta kann gleich mehrere Maßnahmen im Jahr 2022 nicht umsetzen. Was die Verwaltung händeringend sucht, sind Bauingenieure oder Techniker.

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Autofahrer müssen noch eine Weile mit der maroden Strecke leben. Aufgrund der angespannten Personalsituation in der Stadtverwaltung wird im nächsten Jahr nur ein Teilstück der Straße „Stukenborg“ ausgebaut.     Foto: Speckmann

Autofahrer müssen noch eine Weile mit der maroden Strecke leben. Aufgrund der angespannten Personalsituation in der Stadtverwaltung wird im nächsten Jahr nur ein Teilstück der Straße „Stukenborg“ ausgebaut.     Foto: Speckmann

Der Vechtaer Stadtrat hat bereits vor der Sommerpause das Straßenbauprogramm für das Jahr 2022 verabschiedet, um Planungssicherheit zu schaffen. Doch nun werden gleich mehrere Maßnahmen verschoben. Das hat nicht etwa finanzielle Gründe. Das Problem steckt im personellen Bereich. Nach Angaben der Verwaltung mangelt es an Mitarbeitern zur Bewältigung der Aufgaben.

Stellen sind schon fast 1 Jahr nicht besetzt

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen verdeutlichte die Verwaltungsspitze die angespannte Personalsituation im Rathaus. Demnach fehlen im Fachdienst „Straßenbau und Grünflächen“ 2 Bauingenieure. Und das nicht erst seit gestern, wie Bürgermeister Kristian Kater (SPD) mit sorgenvoller Miene feststellte: „Die beiden Stellen sind leider trotz größten Bemühungen schon fast 1 Jahr nicht besetzt.“

Um die durch Ruhestand und Neuorientierung freigewordenen Planstellen wieder zu besetzen, hatte die Stadtverwaltung schon vor geraumer Zeit ihre Fühler auf dem Arbeitsmarkt ausgestreckt. Im letzten Frühjahr sollten 2 Bewerber eingestellt werden. Sie erhielten Zusagen, kamen aber nicht wirklich zum Einsatz. Eine Fachkraft brach die Tätigkeit nach kurzer Zeit ab, die andere trat die Stelle erst gar nicht an.

„Wir haben nicht die Hände in den Schoß gelegt“, versicherte Fachbereichsleiterin Christel Scharf den Ratsvertretern. Im Bemühen um neues Personal habe es mittlerweile mehrere Ausschreibungsverfahren gegeben. Die Verwaltung suche für den Tiefbau nicht nur Ingenieure, sondern sei auch mit Technikern zufrieden. Doch in diesem Berufszweig sei die Arbeitsmarktlage ebenfalls sehr schlecht.

Nach Angaben der Fachbereichsleiterin wäre es zwar möglich, die Bauleitplanung für einzelne Objekte an Ingenieurbüros abzugeben. Dies wird in vereinzelten Fällen auch von Kommunen gemacht. Doch die Arbeit für die Verwaltung wäre damit nicht gänzlich vom Tisch. Die Mitarbeiter müssten weiter für Absprachen zur Verfügung stehen, Ortsbegehungen durchführen und vor allem den Kontakt zum Bürger halten.

Mehrere Maßnahmen werden um 1 Jahr geschoben

Die Stadtverwaltung sieht somit keine andere Möglichkeit, als die vorliegende Planung zu überarbeiten. An der Erschließung und dem Endausbau von Baugebieten wird nach Angaben des Bürgermeisters nicht gerüttelt. Das hat mit Blick auf die Stadtentwicklung weiter Priorität. Aber einige andere Maßnahmen des insgesamt 13 Punkte umfassenden Programms werden teilweise oder komplett auf das Jahr 2023 verschoben.

So müssen sich die Anlieger der Straße „Stukenborg“ weiter in Geduld üben. Der Endausbau steht schon seit Jahren auf der Agenda. Laut Fachdienstleiter Jürgen Werring soll zunächst nur der Abschnitt zwischen Stukenborger Weg und Goethestraße bearbeitet werden. Der verbleibende Abschnitt bis Fasken Kamp muss warten. Dort sieht die Verwaltung erst die Notwendigkeit, wenn im nördlichen Bereich eine Wohnbebauung entsteht.

Auch bei der Kreuzung Oldenburger Straße/An der Ohe sieht die Verwaltung keinen zeitlichen Druck. Der Ausbau des Knotenpunktes inklusive Ampelanlage soll aber erfolgen, bevor das Baugebiet in Bergstrup durch eine Tochtergesellschaft der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) erschlossen wird. „Der Entwurf für den Bebauungsplan ist noch nicht fertig“, so Scharf. Sie rechnet mit einem Abschluss des Verfahrens Ende 2023.

An dem Umbau der Kreuzung Zitadelle/Bahnhofstraße/Franz-Vorwerk-Straße will die Stadt weiter festhalten, aber die Umsetzung verschiebt sich ebenfalls um ein Jahr. Im Rahmen des Radwegekonzepte soll eine Ampel errichtet werden. Außerdem ist eine sogenannte Bahnübergangssteuerungsanlage vorgesehen. Die Vereinbarung mit der Deutschen Bahn stehe noch aus, so Fachdienstleiter Werring.

Noch keine Fördermittel für Langförden

Wann der letzte Teil der Ortsdurchfahrt Langförden zwischen Rembrandtstraße und Bundesstraße 69 ausgebaut wird, hängt von der Bewilligung von Fördermitteln ab. Der Antrag über das Dorferneuerungsprogramm ist abgelehnt worden, sodass die Kommune sich aktuell um einen anderen Fördertopf bemüht. Aus dem Straßenbauprogramm 2022 ist die Maßnahme gestrichen, der Blick richtet sich nun auf das Folgejahr.

Der Ausschuss unter Vorsitz von Thomas Frilling (CDU) hat der Änderung des Programms zugestimmt. Kater will das Gremium informieren, sofern sich die personelle Situation im Fachdienst verändert. Für Oktober ist ein weiteres Bewerbungsverfahren vorgesehen. Aber selbst bei einer Zusage könnte es nach Angaben der Verwaltung eine Weile dauern, bis Kandidaten aufgrund ihrer bisherigen Arbeitsverhältnisse verfügbar sind.

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