Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Pachtvertrag verlängert: Reiter sitzen 30 Jahre sicher im Sattel

Corona? "Jetzt erst Recht", hatten sich Essens Reiter zu Beginn der Pandemie gesagt. Ihren Verein hielten sie trotz aller Schwierigkeiten zusammen. Sogar Turniere konnten stattfinden.

Artikel teilen:
Entspannt: In Essen hat der Reitsport eine Zukunft. Foto: G. Meyer

Entspannt: In Essen hat der Reitsport eine Zukunft. Foto: G. Meyer

Über ein Jahr lang durften die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Essen keine Generalversammlung einberufen. Beim Wiedersehen in der Reithalle gab es deshalb vieles zu regeln. Eine neue Satzung musste her. Sie soll künftig auch Online-Abstimmungen ermöglichen. 

Dass sie einmal zu diesem Mittel greifen müssen, hofft Markus Beylage-Haarmann zwar nicht. Trotzdem sei die Neuregelung wichtig, um für die Zukunft modern aufgestellt zu sein. Ansonsten freute sich der 2. Vereinsvorsitzende über die wiedergewonnenen Freiheiten. Der Reitbetrieb war vor allem während des 1. Lockdowns weitgehend zum Erliegen gekommen. Dank eines "schlauen Konzepts", so Beylage-Haarmann, konnten die Essener aber nach einiger Zeit wieder Einzelstunden anbieten und so nicht nur den Nachwuchs ausbilden, sondern zugleich auch die Pferde bewegen. Seine Zeit verbrachte der Vorstand vor allem damit, Überbrückungshilfen zu beantragen und Konzepte zu entwickeln, wie die Vereinsarbeit trotz der vielen Einschränkungen weitergehen könnte. "Es war ein interessantes Jahr", resümiert Beylage-Haarmann. Untertrieben hat er damit nicht.

Voltigierer werden wiederaufgebaut

Dabei hatte kurz vor Beginn der Coronakrise noch Aufbruchstimmung geherrscht. Die Zahl der Mitglieder war binnen kurzer Zeit um gut ein Viertel nach oben geschnellt. "Die Stimmung war toll, dann aber wurden wir knallhart ausgebremst", erinnert sich Beylage-Haarmann. Kleinkriegen ließen sich die Reiter von dem Virus nicht. Immerhin tragen sie die Verantwortung für ihre Vierbeiner. "So ein Betrieb kann nicht einfach mal abgeschaltet werden", erklärt Beylage-Haarmann. Zumal sich die Zahl der Reitschüler in den vergangenen 5 Jahren auf 128 verdoppelt hat. Trotzdem mussten die Essener bittere Konzessionen machen und zum Beispiel die Voltigiergruppe auflösen. Sie soll aber wiederaufgebaut werden. Von 7 geplanten Turnieren durften letztlich nur 2 stattfinden.  Beide hinterließen allerdings bleibenden Eindruck und sorgten auch dafür, dass das Loch in der Vereinskasse zumindest teilweise gestopft werden konnte.

Inzwischen müssen die Essener weniger improvisieren und können auch wieder langfristige Pläne schmieden. Ein neuer Ebbe-Flut-Platz gehört dazu. Er soll den Wasserstand des Platzes regulieren und die Trittfestigkeit für die Pferde verbessern. "Unsere Turniere werden dadurch deutlich an Reiz gewinnen", sagt Beylage-Haarmann. Das Schulreitkonzept wird ebenfalls erweitert. Ab dem nächsten Schuljahr dürfen auch die Grundschüler aus der Gemeinde in die Sättel steigen. Die Kooperation mit der Oberschule gibt es schon länger. "Die Stimmung ist super", freut sich Vorsitzende Silke Diekmann-Henlich. Vielleicht noch wichtiger ist die Verlängerung des Pachtvertrages für die Reithalle.  30 Jahre lang soll der Erbpachtvertrag laufen und damit die Existenz des Vereins über Jahrzehnte sichern. 

Sitzung in der Reithalle: Vorsitzende Silke Diekmann-Henlich begrüßt die Mitglieder. Foto: G. MeyerSitzung in der Reithalle: Vorsitzende Silke Diekmann-Henlich begrüßt die Mitglieder. Foto: G. Meyer

Was bleibt vom Corona-Jahr: die Erkenntnis, auch mit schwierigen Situationen umzugehen und daran zu wachsen, sagt Markus Beylage-Haarmann. "Der Zusammenhalt war einzigartig." Nach den vielen Aufs und Abs schauen die Reiter also wieder zuversichtlich nach vorn. Dazu passte auch die Einstimmigkeit bei sämtlichen Beschlüssen. Der Vorstand wurde auf 9 Mitglieder erweitert. Neben den wiedergewählten Vorsitzenden Silke Diekmann-Henlich und Markus Beylage-Haarmann kümmern sich Karina Greskamp, Petra Hinrichs, Eva Alberding, Katharina Kilzer, Christina Spille, Klara Stärk und  Svenja Hollah um die Vereinsbelange.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Pachtvertrag verlängert: Reiter sitzen 30 Jahre sicher im Sattel - OM online