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Oyther fordern Abriss der alten Turnhalle

Eine neu gegründete Interessengemeinschaft spricht sich für eine kompromisslose Erweiterung der Marienschule aus. Dazu zählt auch eine neue Sport- beziehungsweise Mehrzweckhalle.

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Beengte Verhältnisse: Die Interessengemeinschaft plädiert für den Neubau einer Sport- und Mehrzweckhalle. Die alte Turnhalle könnte dann der Schulerweiterung weichen. Foto: Stadt Vechta

Beengte Verhältnisse: Die Interessengemeinschaft plädiert für den Neubau einer Sport- und Mehrzweckhalle. Die alte Turnhalle könnte dann der Schulerweiterung weichen. Foto: Stadt Vechta

Der Schulausschuss der Stadt Vechta hat sich zuletzt im November mit der Zukunft der Marienschule Oythe befasst. Nun schalten sich insgesamt 13 ortsansässige Vereine und Organisationen in die politische Debatte ein. Sie haben sich rund um den Jahreswechsel zur Interessengemeinschaft „unser schönes Oythe“ (IGO) formiert und suchen den Weg in die Öffentlichkeit. Ihre Kernforderung: Eine kompromisslose Erweiterung der Grundschule inklusive modernem Neubau einer Sport- beziehungsweise Mehrzweckhalle.

„Der Stadtteil Oythe steht derzeit vor größeren Herausforderungen, die in den nächsten Jahren anzugehen sind. Die Entwicklung neuer Baugebiete ist eine Sache, die Anpassung der notwendigen Infrastruktur ist eine andere, und da sind derzeit leider große Defizite erkennbar“, erklärt die Interessengemeinschaft in einem offenen Brief an Bürgermeister Kristian Kater (SPD) und die Fraktionen im Rat der Stadt Vechta.

Interessengemeinschaft sucht Dialog mit der Politik

Ziel ihres Zusammenschlusses sei, den Dialog mit den politisch Verantwortlichen zu suchen und Oythes Entwicklung für alle Beteiligten optimal zu gestalten. Außerdem sollen außerhalb der derzeitigen Pandemielage regelmäßig Informationsveranstaltungen stattfinden, um „Oyther Themen“ zu diskutieren. Was den Bürgern aktuell am stärksten unter den Nägeln brenne, seien die Schulerweiterung und der aus ihrer Sicht längst überfällige Neubau der Turnhalle.

Was den Bedarf an zusätzlichem Schulraum betrifft, gibt es keine 2 Meinungen. Wie bereits berichtet, hat sich der Schulausschuss bereits im Herbst für eine Erweiterung der Schule ausgesprochen. Die bauliche Umsetzung ist aber noch offen. Nach dem Willen der Politik sollen Architekten ihre Vorschläge in einem Vergabeverfahren einreichen, bevor die Stadt den Auftrag erteilt und es in Abstimmung mit Verwaltung, Politik und Schule in die Detailplanung geht.

Kritik übt die IGO um ihren Sprecher Ulrich Wichmann an einzelnen Varianten, die bereits im Schulausschuss näher erörtert wurden. „Für uns ist es unverständlich, wie man eine Schulerweiterung von einer derzeitig zweizügigen Schule auf eine künftig dreizügige Schule auf einem viel zu kleinen Schulhof vollziehen will, der auch noch von einer praktisch unbrauchbaren Turnhalle zugebaut ist. Hier müssen die Planungen anders angesetzt werden.“

Stadt soll eine "Schule für die Zukunft" bauen

Nach Auffassung der IGO muss die Stadt eine „Schule für die Zukunft“ bauen. Dies sei bei der letzten großen Erweiterung vor etwa 3 Jahrzehnten versäumt worden. Die jetzige bauliche Situation sei schon damals die äußerste Möglichkeit für eine zweizügige Grundschule gewesen, da der Schulhof seinerzeit zu klein gewesen sei. Die Option, einen 2. Schulhof zu schaffen, wäre die schlechteste aller Lösungen, heißt es. Dadurch würden das Gemeinschaftsgefühl gestört und es stelle sich die Frage nach der Aufsicht der Kinder.

Die IGO weist darauf hin, dass die Marienschule zusätzliche Gruppenräume benötige. Außerdem gebe es keine ausreichend große Pausenhalle. Die Schüler würden ihre Pausen bei schlechtem Wetter in den Klassenräumen verbringen. Inklusion sei derzeit nicht möglich. Mensaseitig sei zwar ein behindertengerechter Zugang möglich, über den sei aber ein Großteil der Klassenräume nicht erreichbar. Unvermeidliche Umbaumaßnahmen wären sehr kostspielig.

Schulausschuss lehnt Abriss der Turnhalle ab

In direktem Zusammenhang mit der Schulerweiterung stellt sich die Frage nach einem Abriss der Turnhalle. Die Mehrheit des Schulausschusses hat einen Ersatzbau aus Kostengründen abgelehnt. Die IGO ist hier mit Blick auf die Gesamtsituation anderer Auffassung: „Wenn die derzeitige Halle erhalten bleibt, blockiert sie damit eine Schulerweiterung an diesem Standort und die damit verbundene Nutzung des Schulhofes und der Kantine.“

Bei der Eröffnung in den 1980er Jahren sei die Turnhalle noch ausreichend gewesen, doch durch den Wachstum der Schule und des Stadtteils sei die Größe heute ungenügend. Die Stundenplangestaltung stoße an ihre Grenzen, wenn mit der geplanten Dreizügigkeit 12 Klassen die Marienschule besuchten. Auch für den nachmittäglichen Sport sei der Raum nur sehr bedingt bis gar nicht nutzbar. Notwendig sei eine Sporthalle, die auch den Anforderungen des VfL Oythe genüge.

Die IGO führt noch einen weiteren Grund für den Bau einer größeren Sport- beziehungsweise Mehrzweckhalle an. Die Marienschule brauche zwingend einen ausreichend dimensionierten Veranstaltungsraum, um auch künftig Einschulungs- und Weihnachtsfeiern sowie Theateraufführungen und Schulfeste durchführen zu können. Diese Räume ließen sich zusätzlich für Konzerte und sonstige Veranstaltungen aller Oyther Vereine nutzen.

Flächen für Neubau stehen zur Verfügung

Statt Geld für eine Sanierung der alten Halle zu verschwenden, sei ein moderner, zukunftsträchtiger Neubau sinnvoller, zumal die Finanzierung bei geringen Zinsen günstig sei. Flächen für einen Bau stünden hinter der jetzigen Halle zur Verfügung. Hier biete sich eine einmalige Chance, eine ideale Konstellation der Gebäudeanordnung zu schaffen, sodass eine neue Sporthalle sowohl vom VfL Oythe als auch von der Schule unabhängig voneinander genutzt werden könnte.

In ihrem offenen Brief an Verwaltung und Politik bemängelt die IGO auch die aktuelle Verkehrslage von Boegel bis Lattweg. Die aktuelle Situation sei konzeptlos und gefährlich für Kinder. Die Gestaltung des Ortskerns sei Wildwuchs. Hier fehle unter anderem ein Konzept für den Dorfplatz. Darüber hinaus wirke der Bereich um den ehemaligen Brunnen kaum gepflegt. Hier sei eine Umgestaltung notwendig.

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