Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Overbergschule setzt ein Zeichen für Kinderrechte

Die anderthalbjährige Fortbildung für Lehrkräfte soll in einer Auszeichnung für die Vechtaer Grundschule münden. Bei den Dreharbeiten für einen Imagefilm stehen die Kinder gleich im Rampenlicht.

Artikel teilen:
Gute Laune zum Projektstart: Schulleiterin Kerstin Dieker (rechts), Lehrerin Anne-Marieke Stelling und Schüler Freda Merchers und Buraka Balde (vorne, von links) freuten sich über die Zusammenarbeit mit dem Filmteam, bestehend aus Jonathan Noor, Jan Lucas Wiltgen und Steffen Flügel (von links). Foto: Technow

Gute Laune zum Projektstart: Schulleiterin Kerstin Dieker (rechts), Lehrerin Anne-Marieke Stelling und Schüler Freda Merchers und Buraka Balde (vorne, von links) freuten sich über die Zusammenarbeit mit dem Filmteam, bestehend aus Jonathan Noor, Jan Lucas Wiltgen und Steffen Flügel (von links). Foto: Technow

Die Overbergschule in Vechta möchte ein Zeichen setzen und sich für die Rechte von Kindern stark machen. Dafür hat sich die Grundschule erfolgreich um die Teilnahme an einem Projekt beworben, unterstützt vom Land Niedersachsen und dem internationalen Kinderhilfswerk Unicef. In Vorbereitung auf das umfangreiche Programm hat es nun Dreharbeiten für einen Imagefilm gegeben.

Offizieller Startschuss fällt am 11. November

Der offizielle Startschuss für die schulinterne Fortbildung fällt am 11. November. In einem anderthalbjährigen Training, das in 7 Stufen untergliedert ist, wird den Pädagogen das nötige Wissen zur Umsetzung der Kinderrechte im Schulalltag vermittelt. Im Anschluss darf sich die Grundschule auf eine Auszeichnung mit dem Siegel „Kinderrechteschule – Wir leben Kinderrechte“ freuen.

Die Overbergschule setzt sich mit dem Thema schon seit längerer Zeit auseinander, wie Schulleiterin Kerstin Dieker berichtet. Diverse Aufgabenbereiche, die im Zusammenhang mit Kinderrechten stünden, würden bereits an der Schule bearbeitet. Aber natürlich gebe es immer etwas zu optimieren, um die Mädchen und Jungen in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, so Dieker.

Schlussendlich gehe es für das Kollegium darum, dass Kinder selbstbestimmt agieren dürfen und dementsprechend am Unterrichtsalltag teilhaben. Somit könnten sie zielstrebiger arbeiten und sich in diesem Rahmen wohlfühlen. "Da spielen die Kinderrechte eine große Rolle, insbesondere der Bereich Demokratieerziehung und Mitbestimmung am Schulleben und am Alltag sind besonders wichtig", unterstreicht Dieker.

"Die Kinder und Kollegen finden das aufregend und spannend. Es ist die Möglichkeit, mit einem professionellen Filmteam zu arbeiten."Schulleiterin Kerstin Dieker

In der Vorbereitung auf das Projekt und den damit einhergehenden Dreharbeiten habe die Schulleitung das Gespräch mit den Elternvertretern gesucht und Aufklärungsarbeit in den Klassen geleistet. "Die Kinder und Kollegen finden das aufregend und spannend. Es ist die Möglichkeit, mit einem professionellen Filmteam zu arbeiten", berichtet Dieker.

Das Filmteam nehme für den Imagefilm 3 verschiedene Schulen in den Fokus. Dabei werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. In Vechta werde zum Beispiel das Thema "Mitbestimmung auf dem Weg zum Klassenrat" besonders beleuchtet. Bei den Dreharbeiten in 3 Klassen schlüpfen die Kinder in die Rolle der Hauptdarsteller. Sie seien es, die bei den Gesprächen im Rampenlicht stehen, erklärt Dieker.

Im ersten Jahrgang diene ein Stofftier als Hilfsmittel, um sich der Gefühlswelt zu nähern. Die Kinder sollen lernen, ihre eigenen Gefühle einzuschätzen. Sie sollen sich aber auch in die Situation anderer Menschen versetzen, sie tolerieren und ihnen beistehen. Auf diesem Weg solle die Fremdwahrnehmung aufgebaut werden und Empathie entstehen, erläutert Dieker die pädagogischen Hintergründe.

Schüler sagen ihre Meinung im Klassenrat

Die Schüler der Klasse 4b werden im Klassenrat gefilmt, der sich einmal in der Woche versammelt. Hier werde über Dinge gesprochen, die besonders gut oder schlecht waren, sagt Dieker. Dabei habe jeder die Möglichkeit, sich einzubringen und die eigene Meinung zu sagen. Die Kinder sollen aufeinander eingehen, sich gegenseitig zuhören und Probleme aufarbeiten.

„Ich fand es gut, dass wir wieder neue Sachen beschlossen haben“, sagt Viertklässler Thilo Fichtner nach der Sitzung. Schulleiterin Dieker freut sich über die positive Rückmeldung: „Im Grunde genommen ist das ja schon die Art der Demokratieerziehung, die im Grundschulalter möglich ist.“

Als zweiten Bereich habe die Overbergschule das Thema „Über den Tellerrand hinaus“ für das Projekt ausgewählt, erzählt die Schulleiterin. Die Schule beteilige sich bereits seit einigen Jahren am „Red Hand Day“, dem internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Auch hier wollen die Lehrer den Schülern vermitteln, dass sie in ihrem Leben mitbestimmen können, sei es in der Schule oder im privaten Umfeld, sagt Dieker. Und sie sollen die Erfahrung machen, dass sie mit ihrem Engagement auch etwas bewirken können. Bei dieser Zielsetzung werden bis zur ersehnten Zertifizierung noch einige spannende Aufgaben auf die Schule warten.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Overbergschule setzt ein Zeichen für Kinderrechte - OM online