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Osterhasen brauchen Brachen und Blühflächen

Gästebuch: Die Anzahl der Feldhasen hat dramatisch abgenommen. Schutzmaßnahmen, integriert in Agrarförderungsprogramme aller Bundesländer, könnten ihnen bessere Überlebenschancen bieten – und anderen.

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Ostern steht vor der Tür und damit die Frage im Raum: Wie geht es eigentlich dem Osterhasen? Kennen wir und unsere Kinder noch den „Osterhasen“, nicht den aus Schokolade im Geschäft, nein, den richtigen Osterhasen? Die Zahl der Feldhasen in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Auch wenn sich jüngsten Zählungen des Deutschen Jagdverbands zufolge manche regionale Populationen zu erholen scheinen: Die Zeiten, als die Langohren ein allabendlicher Anblick auf Wiesen und Äckern waren, sind längst vorbei.

Feldhasen leiden wie viele andere Wildtiere an der Intensivierung der Landwirtschaft: Die Felder wurden immer größer, die Maschinen immer schneller und breiter; gleichzeitig nahm die Vielfalt im Ackerbau ab, Hecken, Brachflächen und Feldholzinseln verschwanden. Doch gerade Brachflächen sind für Feldhasen überlebenswichtige Orte. Hier finden sie Versteckmöglichkeiten und ihre bevorzugten Kräuter.

Auf den stiftungseigenen Flächen, beispielsweise in der Uckermark, steht den Feldhasen durch den ökologischen Ackerbau ohne Pestizideinsatz ganzjährig eine hohe Nahrungsvielfalt zur Verfügung. Und ungenutzte Saumstrukturen neben bewirtschafteten Flächen bieten ihnen tagsüber eine gute Deckung. Osterhasen brauchen Brachen und Blühflächen. Die Deutsche Wildtier-Stiftung fordert daher eine Agrarpolitik, die auf den Artenschutz Rücksicht nimmt und das Anlegen und Pflegen artenreicher Brachflächen fördert.

"Schutzmaßnahmen für den Feldhasen sollten in die Agrarförderungsprogramme aller Bundesländer integriert werden."Klaus Esslinger

Es gibt leider nur noch einige Beispiele, die eine positive Wirkung einer wildtierfreundlichen Landwirtschaft auf die vielerorts vertriebenen Säugetier haben. Feldhasen sind bei uns kaum noch zu sehen. Selbst mein Jagdhund sieht und spürt sie nicht. Ein Hasenland bietet Meister Lampe ausreichend Ruhe, Deckung und Nahrung, sodass die Junghasen, die rund um Ostern auf die Welt kommen, höhere Überlebenschancen haben.

Schutzmaßnahmen für den Feldhasen sollten in die Agrarförderungsprogramme aller Bundesländer integriert werden. Feldhasen sind ein typischer Teil einer Kulturlandschaft. Seine Ansprüche sind gut erforscht. Jetzt gilt es, die entsprechenden Maßnahmen in Gang zu bringen.

So helfen wir am Ende vielen Wildtieren. Denn was dem Feldhasen nutzt, ist auch für Feldvögel, Feldhamster und Insekten von Vorteil. Ostern wäre ein guter Termin, an vielen Orten, auch im Oldenburger Münsterland, wenn die Politik auf den Artenschutz mehr Rücksicht nehmen und das Anlegen von artenreichen Brachflächen fördern würde. Wir haben genug davon.


Zur Person:

  • Klaus Esslinger ist Gerichtsreporter und war viele Jahre Lokalchef der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail unter redaktion@om-medien.de.

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