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Ortsfeuerwehr Vechta hat in der Pandemie deutlich weniger Einsätze

Die Truppe verzeichnet im Berichtsjahr 2021 nur gut 200 Einsätze. Die Corona-Beschränkungen wirken sich in vielfältiger Hinsicht auf den Brandschutz aus.

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Die Ortsfeuerwehr Vechta musste im vergangenen Jahr mehr als 200-mal ausrücken. Zu den Einsätzen gehörte auch ein Garagenbrand an der Meinard-Fortmann-Straße.    Foto: Speckmann

Die Ortsfeuerwehr Vechta musste im vergangenen Jahr mehr als 200-mal ausrücken. Zu den Einsätzen gehörte auch ein Garagenbrand an der Meinard-Fortmann-Straße.    Foto: Speckmann

Zunächst gibt es einen Fehlalarm, wenig später droht ein Ast aus einem Baum zu stürzen, dann wird ein Feuer in einem Hochhaus gemeldet und schließlich erfolgt eine Amtshilfe bei der Polizei: Viermal innerhalb von nur 2 Stunden muss die Ortsfeuerwehr Vechta an Silvester ausrücken. Es ist eine arbeitsreiche Zeit für die Kameraden, doch glücklicherweise ist nicht jeder Tag so einsatzreich.

Die Ortsfeuerwehr Vechta verzeichnete im Jahr 2021 insgesamt 203 Einsätze. Das sind zwar sechs Fälle mehr als im Jahr 2020, aber deutlich weniger als in den Jahren zuvor, als die Mitglieder fast 300-mal gefordert waren. Ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liegt hier durchaus nahe, wie Ortsbrandmeister Christian Heitmann am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung erläuterte.

„Man kann schon deutlich sehen, dass wir insgesamt in den bisherigen Pandemie-Jahren ein verringertes Einsatzaufkommen zu verzeichnen haben. Das mag an den Lockdown-Regelungen oder an den Einschränkungen liegen, aber es liegt bestimmt auch daran, dass wir einen nicht so heißen Sommer hatten und wir in Vechta fast komplett von Moor- oder Vegetationsbränden verschont geblieben sind“, bilanzierte der Kommandochef.

Gleich mehrere Mitglieder freuten sich über eine Beförderung: Ortsbrandmeister Christian Heitmann (rechts) und sein Stellvertreter Michael Ahrling (links) überreichten die Urkunden am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses.   Foto: SpeckmannGleich mehrere Mitglieder freuten sich über eine Beförderung: Ortsbrandmeister Christian Heitmann (rechts) und sein Stellvertreter Michael Ahrling (links) überreichten die Urkunden am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses.   Foto: Speckmann

Laut Statistik gab es im vergangenen Jahr allein 75 technische Hilfeleistungen. Die Zahl ist laut Heitmann nahezu identisch mit den Vorjahren. Ein leichter Rückgang ist hingegen bei den Brandeinsätzen zu verzeichnen. Sie schlagen mit 67 Fällen, darunter drei Großbrände, zu Buche. Auffällig ist die hohe Anzahl an Fehlalarmen: Gleich 54-mal wurde die Feuerwehr gerufen, weil Brandmeldeanlagen ohne triftigen Grund anschlugen.

Austausch auf Stadtebene wird intensiviert

Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten Übungsdienste über weite Strecken nur im Online-Format stattfinden. Umso wichtiger war die kurze Phase im Sommer mit den gelockerten Regeln, wie der Ortsbrandmeister ausführte. „Hier konnten wir zumindest ansatzweise unser eigentliches Feuerwehrleben, die Kameradschaft wieder aufleben lassen und einiges im Bereich der Ausbildungen nachholen.“

Eine große Bedeutung misst Heitmann dem Austausch mit den Nachbarn aus Langförden bei. Die Stadt habe zwei leistungsstarke Feuerwehren, die immer ihre Individualität gelebt hätten und dies auch weiterhin tun sollten. Aber um künftige Herausforderungen bewältigen zu können, müssten die Beziehungen im Bereich der Ausbildung, des Einsatzes, der Kommandoarbeit und auch Kameradschaft weiter ausgebaut werden.

Unterm Strich kamen die Feuerwehrkräfte im Einsatz- und Übungsdienst auf 10.727 Stunden, resümierte Heitmann. Er dankte seinen Kameraden ausdrücklich für ihr ehrenamtliches Engagement. Es sei ihnen wieder gemeinsam gelungen, jederzeit für die Bürger der Stadt Vechta einsatzbereit zu sein, auch wenn die Pandemie die Truppe vor hohe Herausforderungen stelle und auch ein gesundheitliches Risiko mit sich bringe.

Altersdurchschnitt der Aktiven beträgt 36,82 Jahre

„Die Feuerwehr Vechta ist eine starke Truppe“, lobte Kreisbrandmeister Matthias Trumme in seinem Grußwort. Er würdigte die Arbeit der vergangenen Jahre und hob den hohen Anteil an jungen Führungskräften hervor. Auch der Altersdurchschnitt der Truppe sei mit 36,82 Jahren relativ niedrig. Die Ortsfeuerwehr verfügt über 112 Aktive, darunter 99 Männer und 13 Frauen. Einige von ihnen wurden in der Versammlung geehrt oder befördert.

Dass dem Kommando um die Zukunft nicht bange sein muss, zeigte der Bericht der Jugendfeuerwehr. Sie besteht aus 25 Mitgliedern, davon 21 Jungen und 4 Mädchen. Aktuell wartet 1 Dutzend junger Menschen auf einen freien Platz in der Nachwuchsabteilung. Aber auch hier hat die Pandemie im vergangenen Jahr vielen geplanten Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) dankte der Ortsfeuerwehr für die Einsatzbereitschaft unter den erschwerten Bedingungen und lenkte den Blick auch in die Ukraine. Man möge sich die widrigen Umstände im Kriegszustand gar nicht vorstellen. Dort wie hier gehe es darum, Menschen zu helfen und Leben zu retten. „Die Feuerwehr ist eine internationale Gemeinschaft. Wir sind froh, dass wir Sie haben“, rief Kater den Aktiven zu.

Beförderungen: Feuerwehrmann/-frau: Leon Böhmer, Gülsüm Ciftci, Caroline Flach, Simon Heese, Thomas Rolfes, Phillip Welp; Oberfeuerwehrmann/-frau: Friederike Adam, Thuy Linh Dao, Malte Nordiek, Jan Tegeler, Lina Tegeler, Simon Tegeler; Hauptfeuerwehrmann: Malte Lahrmann; Löschmeister: Hendrik Gellhaus, Patrick Gerdes; Oberlöschmeister: Sven Böckmann, Steffen Kühling; Hauptlöschmeister: Franz Kröger jr.; Übernahmen: Sven Oliver Hoyer, Arndt Kröger.

Ehrung bei der Feuerwehr: Kreisbrandmeister Matthias Trumme, Ulrich Jaksch, Rolf Hillesheim, Bürgermeister Kristian Kater und Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller (von links). Foto: SpeckmannEhrung bei der Feuerwehr: Kreisbrandmeister Matthias Trumme, Ulrich Jaksch, Rolf Hillesheim, Bürgermeister Kristian Kater und Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller (von links). Foto: Speckmann

Ehrungen: 25 Jahre Mitgliedschaft: Ulrich Jaksch; 50 Jahre Mitgliedschaft: Günther Lücking; Besondere Leistungen: Rolf Hillesheim, Ehrennadel in Silber des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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