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Orchester-Wettbewerb in Corona-Zeiten: Neuenkirchener Bläser und Co. streben ein "Hervorragend" an

Auf den Instrumental Musikverein Neuenkirchen wartet eine große Aufgabe: Bald steigt für ihn das Finale des Deutschen Orchester-Wettbewerbs. Proben sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

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Dankbar für jede Hilfe: In Zeiten fehlender Einnahmen freuen sich Reiner Kohlhosser (links) und Heiko Maschmann (rechts) über jede Spende, so auch die von Daniel Jans-Wenstrup, Gastronom, Hotelier und Chef des Akkordeon-Orchesters.  Foto: Lammert

Dankbar für jede Hilfe: In Zeiten fehlender Einnahmen freuen sich Reiner Kohlhosser (links) und Heiko Maschmann (rechts) über jede Spende, so auch die von Daniel Jans-Wenstrup, Gastronom, Hotelier und Chef des Akkordeon-Orchesters.  Foto: Lammert

Langfristige Planungen sind derzeit weder beim Akkordeon-Orchester Nellinghof noch beim 113 Jahre alten Instrumental Musikverein Neuenkirchen (IMV) möglich. Denn wegen der Corona-Pandemie und des aktuellen Lockdowns wissen die Verantwortlichen nicht, wie es weitergehen wird.

Während Daniel Jans-Wenstrup als Leiter des derzeit 12-köpfigen Akkordeon-Orchesters einräumt, es sei völlig offen, ob die Musiker in diesem Jahr öffentlich auftreten, sieht die Sachlage beim IMV etwas anders aus.

So wollen einige Mitglieder in der Besetzung Bläser und Orgel am Ostermontag (5. April) ab 10.30 Uhr im Rahmen des Gottesdienstes in der St.-Bonifatius-Kirche in Neuenkirchen auftreten. Zudem ist nach Worten des Dirigenten Heiko Maschmann am 25. April (Sonntag) ab 17 Uhr in dem Neuenkirchener Gotteshaus ab 17 Uhr ein Konzert in großer Besetzung geplant: "Wenn es denn erlaubt ist. Geprobt ist das Programm."

Letzte Proben im September beziehungsweise Oktober

Stichwort Proben: Während das Akkordeon-Orchester sich dazu im September zum bislang letzten Mal getroffen hat, übten die IMV-Mitglieder zuletzt im Oktober. "Seitdem herrscht Stillstand", erklärt der IMV-Vorsitzende Reiner Kolhosser.

Dabei wären gerade in diesen Monaten Proben so wichtig für das etwa 65 Musiker zählender Orchester. Denn irgendwann im Juni oder Juli treten die Damen und Herren im Finale des im vergangenen Jahr abgesagten Deutschen Orchesterwettbewerbes an.

Dafür muss der IMV allerdings nicht reisen. Ein Vorstandsmitglied des Deutschen Musikrates und ein Aufnahmeteam werden nach Neuenkirchen fahren und ein 25-minütiges Programm des IMV aufzeichnen, der als eines von 8 Orchestern in der Kategorie "Blasorchester" antritt. Das wiederum wird eine Jury bewerten.

Verein plant zur Vorbereitung ein Probenwochenende

Bewertet sie den IMV mit "Hervorragend", dann darf er sich nach Worten Heiko Maschmanns "Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs" nennen.

Das Programm umfasst das Pflichtstück "Schattengänge", das somit auch alle Mitbewerber spielen müssen, sowie die von Alfred Reed komponierten "Armenischen Tänze". "Das ist unser Paradestück", erklärt der Dirigent.

Und damit der IMV bestens vorbereitet ist, wenn der Aufnahmetermin ansteht, ist nach Angaben Reiner Kolhossers vom 18. bis 20. Juni in der Jugendburg Gemen ein Probenwochenende mit einem Abschlusskonzert geplant. Auch dahinter steht aber wohl wegen Corona ein Fragezeichen.

Ganz unvorbereitet werden die IMV-Mitglieder wohl nicht aus der Lockdown bedingten Pause zu den Probeabenden erscheinen, wenn die denn wieder erlaubt sind. Sie haben den Auftrag bekommen, zu Hause zu üben.

Dass bei der ersten Probe Musiker wegbleiben könnten, weil sie sich vom Orchester wegen der Unterbrechung des Betriebs entfremdet haben, befürchtet Reiner Kolhosser nicht: "Im vergangenen Jahr waren nach dem Lockdown bei der ersten Probe wieder alle da."

"Da muss es volle Kanne abgehen."Heiko Maschmann, IMV-Dirigent

Es sei wichtig, dass sie mit dem Orchester-Wettbewerb eine Perspektive haben, ergänzt Heiko Maschmann. Und: "Da muss es volle Kanne abgehen." Trotzdem weiß der Vorsitzende Kolhosser nicht, auf welchem Niveau der IMV nach der Pause wieder einsteigt.

Ohne Auftritte kommt kein Geld rein

Daniel Jans-Wenstrup ist ebenfalls optimistisch. Er habe das Gefühl, dass alle Akkordeon-Orchester-Musiker dabei bleiben. Den Kontakt hätten die Mitglieder vor allem per Videokonferenzen gehalten.

Eine andere Sorge, die den IMV umtreibt, kennt Daniel Jans-Wenstrup nicht: die Finanzierung des Orchesters. Beim IMV fallen jedes Jahr erhebliche Kosten für das in Rieste gemietete Vereinsheim, aber auch für den Dirigenten Maschmann an. Ohne Auftritte gibt es aber nicht die erforderlichen Einnahmen.

Im vergangenen Jahr habe der IMV ausreichend Spenden und einen öffentlichen Zuschuss erhalten. Darauf hofft Reiner Kolhosser auch in diesem Jahr wieder. Vielleicht fließe ja auch noch der ein oder andere Euro durch Auftritte in die Kasse, möglicherweise auch im Herbst, wenn das Jahreskonzert denn stattfinden darf.

"Seit 1908 haben wir alles Krisen überstanden."Reiner Kolhosser, Vorsitzender des IMV

Über eine Spende konnte sich der IMV indes schon freuen. Daniel Jans-Wenstrup, der der Inhaber des „Hotel Café Wahlde“ ist, hatte im Rahmen eines Grünkohlessens 5 Euro pro Essen an den IMV gestiftet. Zusammen mit einer privaten Spende kamen 1.000 Euro zusammen.

Auch das lässt Reiner Kolhosser optimistisch in die IMV-Zukunft blicken und zudem das Wissen um eine Tatsache: „Seit 1908 haben wir alle Krisen überstanden.“

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