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ÖPNV in Vechta: Fahrgäste müssen nicht mehr im Regen stehen

Im Stadtgebiet entstehen mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen mehrere barrierefreie Bushaltestellen. Voraussetzung für den Ausbau ist nicht nur die Finanzierung.

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Mehr Komfort für Fahrgäste: Am St. Marienhospital in Vechta sollen im Rahmen eines Förderprogramms zwei Bushaltestellen ausgebaut werden. Im Zuge der Maßnahme erfolgt auch eine Verlegung von bisherigen Standorten. Foto: Speckmann

Mehr Komfort für Fahrgäste: Am St. Marienhospital in Vechta sollen im Rahmen eines Förderprogramms zwei Bushaltestellen ausgebaut werden. Im Zuge der Maßnahme erfolgt auch eine Verlegung von bisherigen Standorten. Foto: Speckmann

Vor dem St. Marienhospital in Vechta müssen die Fahrgäste im Regen stehen, wenn sie bei schlechtem Wetter auf den Bus warten. Dabei haben es behinderte Menschen doppelt schwer. Ein barrierefreier Zustieg ist hier nicht möglich. Das soll sich im Laufe dieses Jahres ändern. Das Krankenhaus ist einer von fünf Standorten im Stadtgebiet, die mit komfortablen Wartehäuschen ausgestattet werden.

Bei den Baumaßnahmen profitiert die Kommune von einem landesweites Förderprogramm für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Dabei werden mehr als 200 Projekte in Niedersachsen unterstützt. Die Vechtaer Stadtverwaltung hat ihren Antrag schon im Mai vergangenen Jahres gestellt und freut sich nun über die Zusage aus Hannover. Immerhin beläuft sich der Zuschuss auf rund 200.000 Euro.

„Die Verbesserung der Haltestellen ist schon seit mehreren Jahren ein Thema“, berichtet Bürgermeister Kristian Kater (SPD). In der aktuellen Planung seien zunächst fünf Standorte mit insgesamt sieben Haltestellen berücksichtigt worden. Ziel sei es, weitere Standorte im Stadtgebiet mit Blick auf die Fahrgastzahlen zu überprüfen. Die Optimierung des Verkehrsangebotes sei ein wiederkehrender Prozess.

Fünf Standorte mit sieben Haltestellen: Die Standorte auf der Karte hat die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Landkreis Vechta und den Busunternehmen ausgewählt. Foto: SpeckmannFünf Standorte mit sieben Haltestellen: Die Standorte auf der Karte hat die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Landkreis Vechta und den Busunternehmen ausgewählt. Foto: Speckmann

Die Stadtverwaltung steht hier in engem Austausch mit den Busunternehmen und dem Landkreis Vechta, der zwar nicht für die Haltstellen zuständig ist, wohl aber für den ÖPNV im Allgemeinen. Darum beteiligt er sich auch an der aktuellen Investition in Höhe von fast 270.000 Euro. Das Land Niedersachen trägt mit 75 Prozent den Großteil der Kosten. Stadt und Landkreis übernehmen jeweils 12,5 Prozent.

"Mal eben eine Haltestelle bauen, ist schwierig. Das ist nicht so leicht zu händeln."Wolfgang Heuser, Leiter des Fachdienstes Stadt- und Landschaftsplanung bei der Stadt Vechta

Die Finanzierung ist die eine Sache, die Umsetzung eine andere. „Mal eben eine Haltestelle bauen, ist schwierig. Das ist nicht so leicht zu händeln“, erklärt Wolfgang Heuser, Leiter des Fachdienstes Stadt- und Landschaftsplanung bei der Stadt Vechta. In manchen Fällen sei eine Maßnahme zwar wünschenswert, aufgrund der beengten Verhältnisse im Straßen- oder Nebenraum aber nicht möglich. Auch die Fahrgastzahlen müssten einen barrierefreien Ausbau rechtfertigen.

Dass mancherorts auch die Anlieger mitspielen müssen, zeigen gleich mehrere aktuelle Beispiele. Bei den Standorten am Krankenhaus und der Universität sowie der Pater-Titus-Stiftung am Dominikanerweg ist die Kommune auf die Nutzung von Privatflächen angewiesen. Mit den Grundstückseigentümern habe die Stadt bereits vor Beantragung der Fördermittel die Gestattungsverträge abgeschlossen, berichtet der Fachdienstleiter.

An den betreffenden Standorten weisen bisher nur die typischen Schilder inklusive Fahrplänen auf die Haltestellen hin. In Zukunft sollen hier windgeschützte Häuschen mit Sitzgelegenheiten, Abfallbehälter, Fahrradanlehnbügel und Beleuchtung stehen. Der Bordstein wird höhenmäßig angepasst, damit ein behindertengerechter Zustieg möglich ist. Auch ein gepflasterter Leitstreifen für sehbehinderte Fahrgäste ist vorgesehen.

Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen

Im Zuge des Ausbaus wird eine der beiden Haltestellen am Krankenhaus vor die Klosterkirche verlegt. Auch bei der Pater-Titus-Stiftung am Dominikanerweg erfolgt eine geringfügige Versetzung. Die weiteren Ausbaustandorte befinden sich an der Universität Vechta und der Pariser Straße, also unweit von Rasta-Dome und Wohngebiet, sowie an der Graf-von-Stauffenberg-Straße im Neubaugebiet Telbrake.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wird gerade die Ausschreibung für die Maßnahme vorbereitet. Die Bauarbeiten könnten voraussichtlich im Sommer beginnen, meint Fachdienstleiter Heuser. Er geht davon aus, dass die Haltestellen spätestens zum Jahresende fertiggestellt sind. Das ist für die Fahrgäste mit Blick auf die Witterung sicher kein schlechter Zeitpunkt.

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