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Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft brauchen eine Stimme

Fast 100 Bürger versammeln sich zum Volkstrauertag in Vechta. Die Gedenkstunde steht im Zeichen von Frieden, Verständigung und Demokratie.

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Zeichen der Erinnerung: Vereinsvertreter legten am Sonntag mehrere Kränze vor dem Ehrenmal an der Propsteikirche in Vechta nieder. Foto: Speckmann

Zeichen der Erinnerung: Vereinsvertreter legten am Sonntag mehrere Kränze vor dem Ehrenmal an der Propsteikirche in Vechta nieder. Foto: Speckmann

An vielen Orten im Landkreis Vechta wurde am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vor dem Ehrenmal an der Propsteikirche in Vechta versammelten sich am Sonntagvormittag fast 100 Menschen, darunter vor allem Vertreter der Schützenvereine, Krieger- und Reservistenkameradschaften sowie des Stadtrates, um die Erinnerungskultur am Leben zu halten.

„Das Gedenken für die Opfer der Kriege darf nicht aufhören – auch nicht in der Stadt Vechta“, erklärte der Vechtaer Ortsverbandsvorsitzende des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Helmut Backhaus, in seiner Begrüßung. Er führte den Teilnehmern vor Augen, dass es in der Gedenkarbeit und auch in der Pflege der Kriegsgräberstätten viel zu tun gebe. Auch heute noch würden jeden Tag fast 65 Kriegstote geborgen.

Kreisvorsitzender Josef Kläne knüpfte an die mahnenden Worte an und schilderte in seiner Ansprache anhand einiger Zitate das Gefühlsleben von Soldaten und Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg. Es sei wichtig, dass deren Stimmen nie verstummten. „Das ist die Aufgabe der nachfolgenden Generationen, die den Frieden, die Verständigung und die Demokratie erhalten wollen“, betonte Kläne.

Worte der jungen Generationen: Bei der Gedenkstunde in Vechta traten auch Schülerinnen der Liebfrauenschule ans Mikrofon. Foto: SpeckmannWorte der jungen Generationen: Bei der Gedenkstunde in Vechta traten auch Schülerinnen der Liebfrauenschule ans Mikrofon. Foto: Speckmann

Werte, Freiheit und Demokratie verteidigen

Von den Stimmen aus dem Krieg gehe nach wie vor eine große Kraft aus. Sie würden die Menschen warnen, in ihrem Handeln nicht locker zu lassen, ihre Werte, Freiheit und Demokratie zu verteidigen. „Seid gerecht! Seid menschlich! Wehrt euch gegen den Hass! Bleibt nicht stumm!", rief der Kreisvorsitzende des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge den Zuhörern zu.

Auch Bürgermeister Kristian Kater (SPD) hob die Bedeutung der Gedenkens hervor, zumal es Menschen gebe, die diese Kultur abschaffen wollten. Doch das Erinnern sei die Gesellschaft den Opfern und auch künftigen Generationen schuldig. Wie dies in der Praxis aussehen kann, verdeutliche Kater mit der Initiative „Partnerschaft für Demokratie“, die unlängst auf dem Europaplatz in Vechta ein Zeichen gesetzt hatte.

Dem einmütigen Wunsch der Anwesenden, dass nachfolgende Generationen nie müde werden, an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern, wurde am Sonntag von einer jungen Abordnung der Liebfrauenschule beispielhaft Rechnung getragen. Carlotta Feldhaus und Merle Stolle, die gemeinsam mit Lehrerin Maria Altevogt ans Mikrofon traten, hielten fest: „Die jungen Soldaten haben keine Stimme mehr, wir jedoch schon!“

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