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OM-Trio für Reimund Berding: Preis geht an einen fleißigen Spendensammler

Die Vechtaer Stiftung der Familie Suding hat den Dinklager als 4. Preisträger ausgewählt. Bei der Verleihung fehlten aber entscheidende Köpfe.

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Preisverleihung: mit (von links) Jeanine von Lacroix (SOS-Kinderdörfer), Reinhold Suding, Annette Dultmeyer, vom Stiftungsvorstand Dr. Christian Ruhe, Gisela Suding und Frank Suding. Foto: Chowanietz

Preisverleihung: mit (von links) Jeanine von Lacroix (SOS-Kinderdörfer), Reinhold Suding, Annette Dultmeyer, vom Stiftungsvorstand Dr. Christian Ruhe, Gisela Suding und Frank Suding. Foto: Chowanietz

Reimund Berding ist der Träger des mit 10.000 Euro dotierten OM-Trio-Stiftungspreises 2023 der Vechtaer Familienstiftung Suding. Der Stiftungsvorstand hatte sich klar für den Dinklager ausgesprochen. Berdings Engagement für die SOS Kinderdörfer sei einzigartig. Der ehemalige Lehrer hat über Jahrzehnte Hunderttausende Euro für neue Wohnhäuser, Schulen und den Unterhalt gesammelt. 

Doch bei der großen Preisverleihung im Saal Sextro in Oythe fehlten am Freitagabend gleich zwei entscheidende Köpfe: der Preisträger selbst und auch der Initiator von Stiftung und Preis, der Vechtaer Bernard Suding. Beide hatten sich wegen einer Erkrankung entschuldigen lassen müssen – und darauf Wert gelegt, dass trotzdem gefeiert wird. Das war am Rande der Feier ein großes Thema: Die Verleihung findet traditionell an Bernard Sudings Geburtstag statt.

Der frühere Geschäftsführer der Firma Feinkost Wernsing hatte nach guten Erfahrungen als Mitinitiator der Vechtaer Bürgerstiftung 2009 eine Familienstiftung mit 2 Millionen Euro Kapital ins Leben gerufen. Die Stiftung unterstützt Sport, soziale und kulturelle Projekte. Vor der Verleihung zeigte sich Suding stolz auf das Erreichte: Das Stiftungskapital sei auf eine stattliche Summe angewachsen. Momentan könnten jährlich 50.000 Euro für den guten Zweck ausgeschüttet werden. 

Seit mehr als 40 Jahren auch Unterstützer gefunden

Außerdem vergibt die Stiftung seit ihrem 10-jährigen Bestehen jährlich den Stiftungspreis OM-Trio. Der erste Preis ging 2019 an die Aktion Sportler gegen Hunger von OV und Kreissportbund, dann an die Rumänienhilfe Maria Frieden und zuletzt an das Hospiz der Dinklager St. Anna Stiftung. Der vierte ist stellvertretend für die SOS-Kinderdörfer "Mister SOS" Reimund Berding. Alle Preisträger werden zu den folgenden Preisverleihungen eingeladen.

Reinhold Suding ließ als Vertreter der Stiftung bei der Preisverleihung keinen Zweifel an der Wahl des Preisträgers: Berding, eigentlich gebürtiger Steinfelder, sammelt seit mehr als 40 Jahren für die SOS-Kinderdörfer. Bereits 1980 hatte er genug Geld für ein erstes Haus in Chile zusammen. Es folgten viele weitere. Und Berding habe es eben immer auch geschafft, Helfer und Unterstützer zu finden.

Die Laudatio auf Reimund Berding hielt schließlich Jeanine von Lacroix von den SOS-Kinderdörfen, die seit 2017 mit dem Dinklager zusammenarbeitet. Sie beschrieb den Preisträger als einen professionellen, engagierten und vor allem auch kreativen Spendensammler, der sich aus Überzeugung für eine gute Sache einsetzt. In diesem Falle eben für benachteiligte Kinder, die in familienähnlichen Gemeinschaften in den Kinderdörfern ein Dach über dem Kopf und eine Chance auf eine Ausbildung bekommen.

Nicht nur bauen, sondern auch unterhalten

Lacroix glaubt, dass besonders das Thema Ausbildung seine Herzenssache ist – eben weil er das Privileg einer guten Ausbildung hatte. Der Bildungsweg des heute 79-Jährigen war eigentlich vorgezeichnet. Er wuchs in einer liebevollen Familie in bescheidenen Verhältnissen auf. Er sollte wie sein Vater und seine Brüder eine Ausbildung zum Maurer machen. Aber als Messdiener fiel er positiv auf und die Geistlichen schlugen vor, den Jungen auf ein katholisches Internat und Gymnasium in Borken zu besuchen.

Mit dem Abitur wollte er Lehramt studieren, landete wegen Krankheit und Geldmangels aber zunächst beim Finanzamt. Dort lernte er seine Frau kennen und machte dann doch noch den Sprung in die Lehrerausbildung. Und im Lehrerseminar weckte ein anderer Lehrer sein Interesse an den SOS-Kinderdörfern. Er sammelte Geld für Bauprojekte, merkte aber schließlich, dass es genauso wichtig ist, Geld auch gezielt für den Unterhalt, für Kleidung, Essen und Schulmaterial zu sammeln. Seit 2008 bekam die "Spendenaktion Berding" 800.000 Euro allein für den Unterhalt der SOS-Programme in Tete in Mosambik sowie Nhlangano in Eswatini – dem früheren Swasiland – zusammen.

Das gelang durch viele kreative Aktionen und unermüdliche Unterstützer. Dazu gehören Kurt und Annette Dultmeyer, die privat  und im Akkord riesige Mengen Neujahrshörnchen backen, die dann für den guten Zweck verkauft wurden. Annette Dultmeyer war es dann auch, die den Trio-Preis stellvertretend für die Spendenaktion Berding in Empfang nahm – unter großem Applaus der Gäste.

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