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Oldenburger schlägt 23-Jährigen vor Tankstelle halb tot

Der 38-Jährige kann sich an die Tatnacht nicht erinnern. Allerdings ist er gefilmt worden. Die Bilder sind beim Prozessauftakt gezeigt worden.

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Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Mit einer entsetzlich brutalen Tat muss sich seit Freitag die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes beschäftigen. Angeklagt wegen versuchten Totschlags ist ein 38-Jähriger aus Oldenburg. Er soll in der Nacht zum 15. August vorigen Jahres auf dem Gelände einer Tankstelle an der Nadorster Straße einem 23-Jährigen mit 23 wuchtigen Schlägen gegen den Kopf sämtliche Gesichtsknochen gebrochen haben. Darüber hinaus trug das Opfer ein Schädelhirntrauma davon.

Der Angeklagte habe das Versterben des Opfers billigend in Kauf genommen. Es sei nur einer glücklichen Fügung zu verdanken, dass der 23-Jährige überlebt habe, so die Anklagevertreterin gestern. Täter und Opfer können sich an die Tat nicht erinnern. Der Angeklagte nicht, weil er stark betrunken war; das Opfer nicht, weil es so schwer verletzt wurde. 

Der Schläger will sich bedroht gefühlt haben

Allerdings: Die Tankstelle verfügt über 16 Überwachungskameras. Die Filme wurden nun im Sitzungssaal 1 des Landgerichtes abgespielt. Zu sehen ist, wie der 38-Jährige  im Sekundentakt auf den Kopf des Opfers wuchtig eindrischt. Er soll den 23-Jährigen zuvor mit zwei Faustschlägen niedergestreckt haben. In einer Blutlache am Boden liegend folgten dann die 23 wuchtigen Schläge gegen Kopf – in schneller Abfolge und so intensiv wie gegen einen Boxsack.

Der Oldenburger will sich bedroht gefühlt haben. Er meinte auch, beschimpft worden zu sein. Auf Nachfrage durch den Oldenburger Verteidiger Sebastian Wendt erklärte der 38-Jährige, einmal Opfer einer Attacke geworden zu sein. Das habe er nun wohl erneut befürchtet.

In der Tatnacht hatte der Angeklagte in der Tankstelle etwas kaufen wollen, er hatte aber keine Maske dabei. Deswegen hatte er andere Kunden angesprochen und sie gebeten, ihm zu helfen. Das wollte aber keiner. Nun fuhr ein Auto vor. Aus dem Wagen stieg das spätere Opfer, um zu tanken. Warum es nun zwischen dem Angeklagten und dem 23-Jährigen zum Streit kam, ist nicht klar. Im Film ist zu sehen, wie der 23-Jährige dem Angeklagten eine sanfte Ohrfeige versetzte. Dann ging es los mit den fast tödlichen Schlägen.

Das Verfahren ist auf 10 Verhandlungstage terminiert und dauert vorerst bis Ende März. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann hat eine Psychiaterin zu dem Verfahren geladen. Die Gutachterin soll Auskunft über die Schuldfähigkeit des Angeklagten geben.

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