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Oldenburger Münsterland liegt weiter über der 100er-Marke

Das Coronavirus hat die beiden Landkreise fest im Griff. In der Statistik wechseln sie sich wieder ab: In Cloppenburg steigen die Fallzahlen, in Vechta sinken sie –  aber auf Grundlage alter Daten.

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Die Landkreis Cloppenburg und Vechta bleiben Hochinzidenzkommunen. Foto: dpa/Endig

Die Landkreis Cloppenburg und Vechta bleiben Hochinzidenzkommunen. Foto: dpa/Endig

Die 7-Tagesinzidenz im Landkreis Vechta ist am Sonntag zurückgegangen. Nach Berechnungen des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA, Datenstand 9 Uhr) liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Kreis Vechta bei 100,1 – und nur knapp über der wichtigen 100er-Marke. Grund für den starken Rückgang ist aber offenbar nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen, sondern der Datenstand: Die Landesbehörde hat offenbar 25 Infektionen der vergangenen Tage noch nicht berücksichtigt. Der Landkreis bleibt allerdings in jedem Fall nach Definition der Landesverordnung "Hochinzidenzkommune" .

Das gilt auch für den Landkreis Cloppenburg. Hier ist die Inzidenz wieder angestiegen. Der Wert liegt am Sonntagmorgen bei 133,0. Am Vortag hatte das NLGA noch eine Inzidenz von 115,4 ermittelt, dabei aber offenbar die am Freitag vom Landkreis gemeldeten Infizierten noch nicht vollständig berücksichtigt. Inzwischen scheinen die Daten wieder weitestegehend auf dem aktuellen Stand zu sein. In Niedersachsen gibt es nur zweitere Regionen mit mehr Infektionen je 100.000 Einwohner.

Lockerungen erst, wenn die Zahlen stabil unter der 100er-Marke bleiben

Welche Auswirkungen haben die aktuellen Inzidenzen? Die Landkreise Cloppenburg und Vechta gehören mit den weiterhin hohen Infektionszahlen zu den Hochinzidenzkommunen in Niedersachsen. Damit gelten vorerst die scharfen Lockdown-Regeln nach der Corona-Verordnung des Landes mit Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Geschäften, aber auch den bekannten Ausnahmen - etwa für Buchhändler und Friseure. Das Land hat dies mit einer überarbeiteten Verordnung am Freitag genauer geregelt. Grundsätzlich gilt: Ein Landkreis wird als "Hochinzidenzkommune" eingestuft, bis die 7-Tagesinzidenz in 7 aufeinander folgenden Tagen unterhalb der 100-Marke liegt. Weitere Öffnungen gibt es, wenn die Kreisverwaltung die Infektionslage als stabil einschätzt.

Anders ist die Regelung für die Öffnung von Kitas und Schulen: Für eine weitere Öffnung muss die 7-Tagesinzidenz mindestens 3 Tage unterhalb der 100er-Marke liegen. Oberhalb dieser Grenze dürfen Kitas allenfalls eine Notbetreuung anbieten. Das gilt auch, wenn ein Landkreis nach der Öffnung der Kitas die 100er-Marke wieder für 3 Tage überschreitet.

Die Lage im Landkreis Cloppenburg: Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tagesinzidenz von 133,0 ermittelt - nach Aktualisierung seiner Daten. Mit den Zahlen für Sonntag berücksichtigt die Landesbehörde auch die Neuinfektionen der vergangenen Tage und rechnet nun mit 227 Fällen in den vergangenen 7 Tagen und 7740 Gesamtfällen - das sind 81 mehr als in den Daten vom Vortag und 13 mehr als in der Samstagsstatistik des Cloppenburger Gesundheitsamts.

Damit liegt die vom NLGA ermittelte Inzidenz deutlich höher als noch am Vortag. Da hatte die Landesbehörde einen Wert von 115 angegeben - und offenbar ohne die jüngsten Neuinfektionen gerechnet. Diese Zahl steht auch am Sonntag unverändert in der Datenbank. Das NLGA hat am Sonntag keine nachträglichen Korrekturen für frühere Tage vorgenommen. In der Tendenz sind die Inzidenzen für den Landkreis Cloppenburg aktuell fallend.

Die Werte mehrerer Tage sind entscheidend

Grundsätzlich haben Meldeverzögerungen bei den Infektionszahlen keinerlei Auswirkungen auf die geltenden Corona-Regeln vor Ort. Lockerungen gibt es nach Vorgaben der Landesverordnung schließlich erst, wenn die Werte über mehrere Tage stabil unter den Marken von 100, 50 und 35 bleiben. Das NLGA veröffentlicht seit dieser Woche im täglichen Lagebericht eine Tabelle der Infektionszahlen samt Inzidenz-Ampel, die alle Werte der vergangenen Woche anzeigen.

Die 7-Tage-Werte für den Landkreis Cloppenburg:

  • Montag (8. März): 151,2
  • Dienstag (9. März): 146,5
  • Mittwoch: (10. März): 143,5
  • Donnerstag (11. März): 141,8
  • Freitag (12. März): 141,2
  • Samstag (13. März): 115,4
  • Sonntag (15. März): 133,0

Die Lage im Landkreis Vechta: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Landkreis Vechta ist am Sonntag wieder deutlich zurückgegangen. Nach Berechnungen des NLGA liegt der Wert am Sonntag bei 100,1. Am Vortag hatte die Landesbehörde noch einen Wert von 130,9 gemeldet. Ein Grund für den starken Rückgang: Nach den vorliegenden Zahlen hat die Landebehörde 25 der vom Landkreis gemeldeten Infektionen noch nicht berücksichtigt. Das NLGA hat die 7-Tagesinzidenz am Sonntag auf Grundlage von 6021 bekannten Infektionen im Kreisgebiet ermittelt. Das Vechtaer Gesundheitsamt hatte bis Samstagabend allerdings bereits 6046 Infizierte seit Ausbruch der Pandemie gezählt. Bereits am Freitag gab es laut Mitteilung des Kreises insgesamt 6026  Ansteckungen mit SARS-Cov2.

Wie im Fall des Landkreises Cloppenburg gilt: Verzögerungen bei der Datenerfassung haben in der aktuellen Situation keine direkten Auswirkungen auf die Corona-Regeln im Landkreis Vechta. Die Inzidenz muss für mehrere Tage stabil unter die 100er-Marke fallen, ehe es Aussichten auf weitere Lockerungen gibt. Einen Überblick gibt die Übersicht des NLGA.

Die 7-Tage-Werte für den Landkreis Vechta:

  • Montag (8. März): 107,1
  • Dienstag (9. März): 106,4
  • Mittwoch (10. März): 94,5
  • Donnerstag (11. März): 116,2
  • Freitag (12. März): 126,7
  • Samstag (13. März): 130,9
  • Sonntag (14. März): 100,1

Emsland liegt jetzt über der 100er-Marke

Die Lage in den Niedersachsen: Nach Daten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts haben am Sonntag landesweit 9 Gebiete die 100er-Marke bei den 7-Tagesinzidenzen überschritten. Dabei ist jetzt nach einem deutlichen Anstieg auch der Landkreis Emsland (100,9). Hohe Inzidenzen über 100 gibt es außerdem im Landkreis Leer (109,5), in der Wesermarsch (105), die Stadt Osnabrück (123,4), die Region Hannover (120,4), der Landkreis Peine (161,7) und Salzgitter (182,2). Die landesweite Inzidenz liegt bei 76,8. 

Die Lage in den Nachbarkreisen:

  • Landkreis Osnabrück: 73,7
  • Landkreis Oldenburg: 48,1
  • Landkreis Diepholz: 50,7
  • Landkreis Emsland: 100,9
  • Landkreis Ammerland: 72,9
  • Landkreis Leer: 109,5

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