Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ohne Dagmar Struck läuft auf der Dreyschloot nichts

Die neue Wärterin ist für einen reibungslosen Ablauf an der Klappbrücke in Roggenberg verantwortlich. Ihre Aufgabe versteht sie als touristische Serviceleistung.

Artikel teilen:
Dagmar Struck: Sie ist die neue „Herrscherin“ über die Klappbrücke über den Dreyschloot in Roggenberg. Foto: C. Passmann

Dagmar Struck: Sie ist die neue „Herrscherin“ über die Klappbrücke über den Dreyschloot in Roggenberg. Foto: C. Passmann

Die Klappbrücke über den Dreyschloot in Roggenberg bei Barßel hat eine neue „Herrscherin“. Dagmar Struck aus Barge sorgt seit Beginn dieser Saison dafür, dass sich die weiße Brücke hebt und senkt, damit die Freizeitkapitäne mit ihren Booten und Yachten unbeschadet passieren können.

Ohne ihre Bedienung läuft nichts auf dem Gewässer. Bevor Struck den Brückenposten übernahm, hatte Ivy Klotmann aus Barßel genau 20 Jahre lang die Klappbrücke bedient. Zunächst in den Anfangsjahren noch per Handkurbel. Damit braucht sich Struck, die vor 24 Jahren mit der Familie aus Nordrhein-Westfalen nach Barge zog, nicht mehr zu quälen. Heute läuft dank ausgereifter Technik alles per Knopfdruck, mit dem die Brückenwärterin den technischen Ablauf aktiviert.

"Eine Muskelkraft ist nicht mehr erforderlich." Dagmar Struck

Die Signalglocke ertönt, die Ampelanlage geht auf Rot und die Sperrbalken senken sich. Dann bewegt sich die „Klappe“ nach oben. „Eine Muskelkraft ist nicht mehr erforderlich“, so Struck. „Allerdings sei auch dabei höchste Aufmerksamkeit geboten.“

Damit alles reibungslos laufe, gab es zu Beginn ihrer neuen Brückentätigkeit eine Einweisung durch ihren Arbeitgeber, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Sie versteht ihre Aufgabe als touristische Serviceleistung und kümmert sich mit viel Engagement und Liebe dafür, dass die Boote die Brücke passieren können.

Aber es sind nicht nur die Sportboote, die die Klappbrücke durchfahren, sondern auch der Ausflugsdampfer des Erholungsgebietes Barßel-Saterland die MS „Spitzhörn“, die Museumstalk Angela von Barßel oder Hausboote. „Beim Durchfahren müssen die Freizeitkapitäne schon aufpassen, denn unter der Brücke herrscht eine eigene Strömung. Außerdem spielen auch die Gezeiten von Ebbe und Flut eine Rolle“, sagt die 60-jährige Struck. Bei den größeren Schiffen wie die „Angela“ oder „Spitzhörn“ könne es auch eng werden. Dann sei nicht viel Platz auf Steuer- oder Backbord.

3 Mal am Tag wird die Brücke geöffnet 

„Das ist die Brücke, die den Landkreis Cloppenburg mit dem benachbarten Landkreis Leer verbindet. Die Strecke kann man auch noch bequem mit dem Fahrrad erreichen“, sagt die jetzige Ostfriesin. Die Öffnung der Brücke erfolgt 3 Mal am Tag: morgens, mittags und abends. Allerdings nicht nach fest gelegten Öffnungszeiten.

„Die Brücke wird nur noch nach Anmeldungen bedient. Dafür muss man sich telefonisch bei mir melden. Einige Stunden oder einen Tag vorher sollten es schon sein. Dann spielt auch noch die Tide eine Rolle. Ohne Wasser geht nichts“, sagt die neue Barßeler Brückenwärterin. Der neue Job bereitet Struck bisher sehr viel Spaß. „Einige Nächte habe ich schon darüber geschlafen, ob ich ihn annehmen soll. Letztlich haben mich mein Mann und meine Familie dazu ermuntert“, sagt Struck. Dabei hat die Familie und insbesondere auch Dagmar Struck eigentlich gar keinen Bezug zum Wasser. „Wir lieben einfach nur die Landschaft hier und nun hab ich auch das Wasser und die Brücke lieb gewonnen.“

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ohne Dagmar Struck läuft auf der Dreyschloot nichts - OM online