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Öffentlicher Freizeitsport soll mehr Anreize bekommen

Der Ausschuss für Jugend und Sport will sich mit der Neugestaltung des Zitadellenvorplatzes in Vechta befassen. Ein Planungsbüro hat erste Ideen entwickelt.

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Der Wunsch nach zusätzlichen Angeboten ist groß: Der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Sport, Martin Höffmann (rechts, mit Sohn Julius), besichtigt mit Robin Meyer (links, mit Tochter Malva) und Stefan Borik die Skateranlage auf dem  Zitadellenvorplatz. Foto: Speckmann

Der Wunsch nach zusätzlichen Angeboten ist groß: Der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Sport, Martin Höffmann (rechts, mit Sohn Julius), besichtigt mit Robin Meyer (links, mit Tochter Malva) und Stefan Borik die Skateranlage auf dem  Zitadellenvorplatz. Foto: Speckmann

Die Wahlperiode neigt sich dem Ende zu – und damit die Amtszeit von Martin Höffmann. Während seiner fünfjährigen Ratstätigkeit hat der Vechtaer den Vorsitz im Ausschuss für Jugend und Sport inne gehabt. Dabei lag ihm ein Thema, das nun in seiner letzten Ausschusssitzung am kommenden Mittwoch noch einmal auf den Tisch kommt, besonders am Herzen. Es ist die Errichtung eines Sportgartens.

Schon seit einigen Jahren wird in den politischen Gremien über die Schaffung von zusätzlichen Angeboten auf dem zentral gelegenen Zitadellenvorplatz diskutiert. Martin Höffmann verweist auf einen entsprechenden Antrag seiner CDU-Fraktion und kritisiert, dass es kaum Möglichkeiten für öffentlichen Freizeitsport gibt. „So wie es ist, kann es nicht bleiben“, meint der scheidende Ratsherr.

Zusätzliche Geräte für den Individualsport

Mit dieser Meinung steht der Ausschussvorsitzende zweifelsohne nicht allein da. Im vergangenen Frühjahr hat sein Gremium mit großer Mehrheit beschlossen, das Problem anzugehen und Pläne für eine etwaige Modernisierung der Skateranlage und zusätzliche Geräte für den Individualsport zu entwickeln. Inzwischen liegen erste konkrete Ideen vor, die nun im Fachausschuss beraten werden sollen.

Mit dem Planungsbüro „DSGN Concepts“ aus Münster hat sich die Stadt einen kompetenten Ratgeber an die Seite geholt. Das beauftragte Unternehmen konzentriert sich auf die Gestaltung urbaner Bewegungsräume und verfügt über langjährige Verbindungen zur Skateboard- und Parkour-Szene. Das Team begreift den öffentlichen Raum als „Bühne, auf der ständig neue Formen von Lebenskultur und Alltag entstehen“.

Aus diesem Blickwinkel heraus haben die Experten aus Münster den Zitadellenvorplatz unter die Lupe genommen. Nach einer Grundlagenermittlung mit Ortsbesichtigung und Nutzerbefragung ist eine Konzeptplanung entstanden. Sie soll in der öffentlichen Ausschusssitzung vorgestellt werden. Für die anschließende Erstellung einer Detailplanung ist eine größer ausgelegte Jugendbeteiligung vorgesehen.

Skaterpark mit abbaubaren Elementen

In der Sitzungsvorlage gibt die Stadtverwaltung bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das Vorhaben. Um einen möglichst großen Nutzerkreis anzusprechen, soll der Zitadellenvorplatz für unterschiedliche Individualsportarten zur Verfügung stehen. Im Bereich der bestehenden Skateranlage sind ein neuer Skatepark mit abbaubaren Elementen, eine Parkourfläche sowie ein Street-Basketballfeld vorgesehen.

Der umfangreiche Ausbau des Freizeitangebots hat allerdings seinen Preis. Nach Angaben der Verwaltung beläuft sich die aktuelle Kostenschätzung für die Errichtung der gesamten Anlage auf rund 825.000 Euro. Eine derartige Ausgabe stößt nicht überall auf Zustimmung. Vertreter der VCD-Fraktion haben bereits in der jüngsten Ausschusssitzung angekündigt, dass sie ein solches Projekt aufgrund der Haushaltslage ablehnen.

Wenn es nach dem Willen der potenziellen Anlagennutzer geht, dann gibt es vermutlich keine 2 Meinungen. Der Wunsch nach einer Verbesserung der Situation ist groß. Skater blicken neidisch auf Städte wie etwa Bremen und Osnabrück oder auch ins benachbarte Lohne, wo die Kommune fast 700.000 Euro in die Sanierung des Skateparks und die Errichtung eines sogenannten Pumptracks für Familien investiert.

"Das öffentliche Freizeitsportangebot ist sehr gering. Wer hier nicht im Verein aktiv ist, hat kaum Möglichkeiten."Robin Meyer aus Vechta

Ein vergleichbares Angebot wünscht sich auch Robin Meyer für Vechta. Der 29-jährige Betriebswirt hat sich im Rahmen seines Studiums etwas näher mit Freizeitangeboten beschäftigt und dabei einen erheblichen Mangel in seiner Heimatstadt erkannt. „Das öffentliche Freizeitsportangebot ist sehr gering. Wer hier nicht im Verein aktiv ist, hat kaum Möglichkeiten“, sagt der junge Familienvater.

Meyer wünscht sich eine Aufwertung der Skateranlage und hat dies auch in der ersten Nutzerbefragung des Planungsbüros kundgetan. Das Angebot auf dem Zitadallenvorplatz sei stark frequentiert, aber eben nicht mehr zeitgemäß, meint er. Es sollte für alle Altersstufen etwas dabei sein, für Anfänger und Fortgeschrittene. Das Gelände sei optimal und ermögliche mit der Nähe zum Park eine Mischung aus Erholung und Aktivität.

Zusätzliche Plätze für Basketball

Diese Auffassung teilt auch Stefan Borik, dessen Fokus auf dem Basketballsport liegt. Wenn Vechta mit großen Transparenten als Basketballstadt wirbt, dann sollte man auch etwas daraus machen, meint der 23-Jährige. Die 2 öffentlichen Plätze an der Zitadelle und der Geschwister-Scholl-Oberschule sind ihm nicht genug, zumal sich der Spaßfaktor bei Kopfsteinpflaster und Wurfbehinderungen in Grenzen hält.

„Was wir in diesem Bereich als Kreisstadt bieten, ist einfach zu wenig“, resümiert Martin Hoffmann in einem Gespräch mit den beiden Freizeitsportlern. Der Ausschussvorsitzende will sich in der bevorstehenden Sitzung noch einmal für die Umsetzung der nun vorliegenden Pläne stark machen, „um etwas Ganzheitliches zu schaffen und alle Altersgruppen abzuholen“, wie der scheidende Ratsherr sagt.

  • Info: Der Ausschuss für Jugend und Sport tagt am Mittwoch (29. September) ab 18 Uhr im Rathaus. Die Zahl der Besucherplätze ist begrenzt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung bis 14 Uhr am Sitzungstag möglich (Telefon 04441-8861200 oder E-Mail: ratsbuero@vechta.de).

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