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Oberschule Garrel lässt Flüchtlingskinder "nicht allein"

Mit gleich zwei Aktionen will die Oberschule Garrel Flüchtlinge aus der Ukraine im Oldenburger Land unterstützen. Zum einen findet eine Auktion statt, parallel wird ein Sponsorenlauf veranstaltet.

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Werben für die Auktion und den Sponsorenlauf: Direktorstellvertreterin Alexandra Stolle (von links), Schülervertreter Serkan Sarioglu, sein Stellvertreter Richard Merkel und Oberschuldirektor Markus Berssen.   Foto: Hoff

Werben für die Auktion und den Sponsorenlauf: Direktorstellvertreterin Alexandra Stolle (von links), Schülervertreter Serkan Sarioglu, sein Stellvertreter Richard Merkel und Oberschuldirektor Markus Berssen.   Foto: Hoff

Der Krieg in der Ukraine macht fassungslos und weckt bei vielen den Wunsch, den Betroffenen, den Flüchtlingen, zu helfen. Etwas tun, statt hilflos zuzuschauen – das wollen auch die Schüler der Oberschule Garrel. Tagtäglich sind sie mit ihren Gedanken in der Ukraine, die anhaltenden Konflikte machen Angst. Im Unterricht werden die Sorgen aufgefangen und thematisiert. Friedensbilder werden gemalt und in die Fenster gehängt, zudem steht das Friedenslicht in der Aula. Durch die ersten Flüchtlingskinder, die über Verwandte nach Garrel gekommen sind und die bereits am Unterricht teilnehmen, wird den Schülern die Situation noch bewusster. 

"Wir haben im Kollegium und zusammen mit den Schülern überlegt, was wir machen können, um aktiv zu helfen", berichtet Oberschuldirektor Markus Berssen. "Ideen, wie etwa ein Kuchenbasar oder Spendensammlungen von Haus zu Haus, standen im Raum. Letztlich haben wir uns für zwei Aktionen entschieden, nämlich für einen Sponsorenlauf und eine Auktion." Das Geld, das wir damit sammeln, soll dem Hilfsangebot "Wir lassen euch nicht allein" der Caritas und der Diakonie zugute kommen. Mit den Spenden sollen insbesondere Flüchtlinge und Hilfsbedürftige im Oldenburger Land unterstützt werden.

"Wir haben uns ganz bewusst für dieses Hilfsangebot entschieden, weil uns wichtig war, den Menschen hier vor Ort helfend unter die Arme zu greifen", erklärt Alexandra Stolle, Direktorstellvertreterin. Aber auch der Nachhaltigkeitsgedanke habe eine große Rolle gespielt. "Hier werden Projekte gefördert, die Flüchtlinge längerfristig unterstützen und nicht nur für den Augenblick. Zudem ist es wichtig, direkte Ansprechpartner zu haben." 

Drei Gartenbänke werden meistbietend versteigert

Der Wahlpflichtkurs Technik der Klasse 10a hat unter der Anleitung von Konrektor Stefan Hack drei Gartenbänke gebaut, die nun, meistbietend, für den guten Zweck versteigert werden sollen. Die Bänke sind aus Betonplatten, Edelstahlteilen und gehobeltem und lasiertem Holz gefertigt worden. Eine der Bänke ist mit einem Unterbau versehen, der zum Beispiel als Blumenkübel genutzt werden kann. Seit Montag dürfen Gebote abgegeben werden, die Auktion endet am 25. März (Freitag).

Der jeweilige Gebotsstand wird täglich auf der Schulhomepage (www.oberschule-garrel.de) bekannt gegeben. Gebote können per E-Mail an konrektor@oberschule-garrel.de oder telefonisch im Sekretariat unter 04474/89960 abgegeben werden. Das Startgebot für die einfacheren Bänke beträgt jeweils 100 Euro, für die Bank mit dem Blumenkübel 120 Euro. Geboten wird in 10-Euro-Schritten. Sollten am Ende der Auktion mehrere gleiche Höchstgebote vorliegen, entscheidet das Los über den Zuschlag. "Ich finde diese Auktion richtig toll", sagt Berssen. Die Bänke seien hochwertig und ein Schmuckstück in jedem Garten. "Zudem erfahren die Schüler eine besondere Wertschätzung ihrer Arbeit." 

Schüler laufen für den guten Zweck

Zudem veranstaltet die Oberschule Garrel am 22. und 24. März einen Sponsorenlauf, der hauptverantwortlich von den Kollegen Kai Schmid (Fachleiter Sport) sowie Karina Mock organisiert wird. Der Lauf wird in der Sporthalle stattfinden und es gilt für die Schüler, eine Vielzahl an Hindernissen zu überwinden, um eine 120 Meter lange Runde zu absolvieren. Am 22. März treten die Jahrgänge 5 bis 7 an, am 24. März müssen sich die Schüler der Klassen 8 bis 10 sportlich betätigen. Jeder Schüler hat 30 Minuten, um möglichst viele Runden zu schaffen, etwa 20 sind realistisch. „Die Kinder haben alle Laufkarten bekommen“, erzählt Stolle. Sie können sich im Familien- und Freundeskreis Sponsoren suchen, die in der Regel festgesetzte Beträge pro gelaufener Runde spenden. Es besteht aber auch die Möglichkeit einen Höchstbetrag festzulegen.

"Wir haben das Gefühl, dass es immer gut ist, wenn die Kinder selbst etwas tun und sich beteiligen können. Dann ist die Motivation auch eine ganz andere“, sagt Berssen. Den Schülern sei es wichtig, ein starkes Zeichen gegen den Krieg und gegen Gewalt zu setzen.

Oberschule bereitet sich auf Ankunft mehrerer Flüchtlingskinder vor

Schon jetzt bereitet sich die Oberschule auf die Ankunft mehrerer Flüchtlingskinder vor. "Wenn wir vermehrt Anmeldungen erhalten sollten, womit wir rechnen, wollen wir für die betroffenen Schüler verstärkt Deutschunterricht anbieten und den Fachunterricht erst einmal hinten anstellen", sagt Berssen. Es könnten etwa kleine Arbeitsgruppen erstellt werden. "Damit wollen wir die Kinder möglichst schnell wieder in den Alltag integrieren." Entsprechende Materialien in drei Sprachen (Deutsch, Ukrainisch und Russisch) hätten sie schon beantragt. Unterstützung erhofft sich der Schulleiter sowohl von der Gemeinde Garrel als Schulträger als auch vom Regionalen Landesamt für Schule und Ausbildung. 

Trotz des anhaltenden Krieges und der nicht enden wollenden Corona-Pandemie "versuchen wir, immer mehr zurück zu einem ‚normalen‘ Schulalltag zu finden", erklärt Berssen und ergänzt: "Wir planen dieses Jahr beispielsweise ganz normal den Abschluss der höheren Jahrgänge."

  • Info: Wer den Sponsorenlauf unterstützen möchte, aber keinen Schüler an der Oberschule Garrel kennt, kann auch direkt Geld an das  von der Oberschule eingerichtete Konto bei der VR-Bank in Südoldenburg eG (IBAN: DE49 2806 1501 0202 0483 01) überweisen. Das Konto kann auch für den Fall genutzt werden, dass Schüler krankheitsbedingt ausfallen und sie die Spendensumme nicht "erlaufen" können.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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