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Oberschule Essen bietet Berufs-Infotag an

26 Betriebe und Einrichtungen folgen der Einladung der Oberschule Essen und stellen ihr Ausbildungsprogramm vor. Die Organisatoren freuen sich über die Resonanz.

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Informieren sich: (von links) Mario Spieker und Amos Asenheimer erfahren von Zimmermeister Henrik Middendorf, wie ein Dach konstruiert wird. Seine Kollegen Andreas Lichtner (Zimmermeister) und Sven Kirchhöfel (Dachdeckermeister) sowie Chef Ralf Dwenger stehen mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Wienken

Informieren sich: (von links) Mario Spieker und Amos Asenheimer erfahren von Zimmermeister Henrik Middendorf, wie ein Dach konstruiert wird. Seine Kollegen Andreas Lichtner (Zimmermeister) und Sven Kirchhöfel (Dachdeckermeister) sowie Chef Ralf Dwenger stehen mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Wienken

Den richtigen Beruf zu finden, ist oftmals gar nicht so einfach. Um den Jugendlichen Orientierung zu bieten, hat die Oberschule Essen 26 Betriebe und Einrichtungen aus der Umgebung zu einem Berufsinfotag eingeladen.  "Gerade bei den Zehntklässlern sind durch Corona Praktika weggefallen, weshalb wir froh sind, dass wir so viele Rückmeldungen der Unternehmen erhalten haben", berichtet Tanja Reselage, Lehrerin für Wirtschaft und zuständig für das Berufsorientierungsprogramm. 

Egal ob Anlagenmechaniker, Industriekaufleute, Zimmerer, Labor- oder Pflegefachkräfte, die Acht- bis Zehntklässler konnten sich über verschiedene Berufsfelder und Branchen informieren. Das stieß auch bei den Schülern auf großes Interesse: "Ich möchte Tischler werden und konnte mich dafür schon mal direkt bei der Kreishandwerkerschaft informieren. So ein Tag wie heute hilft einfach dabei, direkt mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen", findet Flo Emken (14).

Theresa Ortbrink (15) erzählt: "Ich bin erst einmal froh, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich habe mich als Biologielaborantin bei verschiedenen Unternehmen beworben und bekomme jetzt im Oktober die Rückmeldungen, ob das klappt." Sie freue sich besonders darüber, dass sie während des Berufsinfotages noch einmal gezielt Fragen stellen konnte und direkt vom Fachpersonal Informationen bekam. Schließlich könnten Lehrer das schlicht nicht leisten.

Schule bietet einmal die Woche ein Betriebsmodul an

Neben dem Berufsinfotag bietet die Oberschule Schülerinnen und Schülern jeweils am Mittwochnachmittag verschiedene Module an. So können sich die Jugendlichen unter anderem für das Betriebsmodul entscheiden. "Hier haben sie die Möglichkeit, jeweils Mittwochs in verschiedene Betriebe hineinzuschnuppern. Mit dabei sind vor allem die großen Firmen aus dem Umkreis, wie Vogelsang, Wernsing, Hormes oder Tellmann. Da die Betriebe jeweils über eine eigene Ausbildungswerkstatt verfügen, sind sie flexibler und können entsprechend auch einen Teil der Betreuung unserer Schüler übernehmen", erklärt Henning Middendorf, Lehrer für Wirtschaft.

Von diesem Konzept profitierten nicht nur die Oberschule und die Jugendlichen. So gefalle den Betrieben vor allem, dass die Schüler direkt am Produktionsprozess beteiligt werden und über einen längeren Zeitraum Abläufe beobachten könnten. Von den Unternehmen habe die Schule daher nur positive Rückmeldungen bekommen, sagt Middendorf. In den Firmen bekämen die Jungen und Mädchen kleine Aufgaben, die sie eigenständig erledigen sollen – zum Beispiel einen Wagen schweißen. In einem 2-wöchigen Praktikum hingegen sei es kaum möglich, dass die Jugendlichen mehr über die betrieblichen Abläufe und Tätigkeiten erfahren könnten.

Im August 2022 sind rund 182.150 Lehrstellen unbesetzt geblieben

"Auch das Thema Aufstiegschancen ist für die Schüler natürlich interessant. Vielen ist zum Beispiel gar nicht bewusst, dass man sich auch als Zimmerer oder Dachdecker weiterbilden kann, um später etwa mal Bauleiter zu werden", sagt Zimmermeister und Bautechniker Ralf Dwenger. Daher freue er sich, dass es wieder vermehrt praktische Angebote für die Jugendlichen gebe, da so wieder ein direkter Kontakt zu ihnen möglich sei.

Laut Statistik der Arbeitsagentur blieben in Deutschland im August 2022 rund 182.150 Ausbildungsstellen unbesetzt, im Vorjahr waren es 151.500. Die Lehrkräfte der Oberschule Essen sehen sich daher in ihrer Arbeit bestätigt, ihren Schülern direkte Kontakte zu ermöglichen. "Schließlich wollen wir ihnen die Türen für ihren weiteren Lebensweg so offen wie möglich halten", betont Tanja Reselage.

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