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Oberschüler schärfen den Blick für das Ehrenamt

Die OBS Cappeln hat die Jugendfeuerwehren in der Gemeinde und ein Hilfsprojekt für die Ukraine unterstützt. Die Schule möchte die Jugendlichen damit motivieren, sich für die Gesellschaft einzusetzen.

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Scheckübergabe: Stellvertretend für die Schulgemeinschaft überreichte Schulleiterin Petra Brokamp die Spenden an die Vertreter der drei Gruppen. Foto: OBS Cappeln

Scheckübergabe: Stellvertretend für die Schulgemeinschaft überreichte Schulleiterin Petra Brokamp die Spenden an die Vertreter der drei Gruppen. Foto: OBS Cappeln

Auf der einen Seite ist der Ukrainekrieg 1500 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite sind die Auswirkungen nicht zuletzt über die nach Deutschland geflüchteten Menschen im nächsten Umfeld zu spüren. Auch an der Oberschule (OBS) Cappeln, wo derzeit 5 Jugendliche aus der Ukraine den Unterricht besuchen. Auch ein Grund, warum der größte Teil des Erlöses aus dem Weihnachtsmarkt an ein Hilfsprojekt gegeben wurde.

Am Samstag macht sich ein Hilfstransport aus Cappeln auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze, um Dinge des täglichen Bedarfs, warme Kleidung und auch Spielsachen für Familien mit Kindern zu bringen. Nicht das erste Mal, dass ein solcher Konvoi unterwegs war und beim ersten Transport wurde auf dem Rückweg eine Familie mitgebracht, die an der Grenze Ausschau nach einer Mitfahrgelegenheit gehalten hatte. "Eines der Kinder besucht unsere Schule, was auch der Grund dafür ist, dass wir nun die 2. Tour unterstützen", sagt Schulleiterin Petra Brokamp.

100 Schüler und Lehrer im Einsatz

Eine vierstellige Summe wurde auf dem Cappelner Weihnachtsmarkt, der auf dem Gelände der Schule stattgefunden hatte, erlöst. Der größte Teil davon ist für die Ukraine-Hilfe. "Damit können Dinge angeschafft werden, die dringend benötigt werden, aber nicht über Spenden zu beschaffen sind. Außerdem müssen die Fahrzeuge auch getankt werden", so Brokamp.

Die Unterstützung im Kriegsgebiet ist eine Sache, aber auch in der Gemeinde Cappeln wird geholfen. "Der Junge, der jetzt unsere Schule besucht, ist mit nichts angekommen. Die Hilfsbereitschaft in der OBS ist aber groß und so wurden schnell Schulsachen, ein Tornister und Sportkleidung beschafft", freut sich Brokamp über die Solidarität.

Entsprechend groß war auch das Engagement, als in Projektzeiten Schlüsselanhänger, Kerzenhalter aus Beton oder Dekoartikel aus Holz gefertigt wurden, die dann auf dem Markt zum Verkauf bereitstanden. "Am Ende waren 100 Schüler und Lehrer an beiden Markttagen involviert." Und was die Jugendlichen besonders freute: Kaum etwas ist übrig geblieben. "Wir haben aber nicht nur die Verkaufsstände gehabt, sondern kümmern uns seit Jahren um die Kinderbetreuung, bieten Schminken, eine Bastelecke oder ein Kino mit Weihnachtsfilmen.

Ein Teil verbleibt beim Förderverein der OBS

Ein kleiner Teil aus dem Erlös verbleibt beim Förderverein der Schule, um kurzfristig und unbürokratisch helfen zu können. Außerdem werden die Jugendfeuerwehren in Elsten und Cappeln bedacht. Auch dabei ist die persönliche Betroffenheit im positiven Sinn gegeben, denn auch aus der Schulgemeinschaft setzten sich einige Jugendliche bei der Feuerwehr ein. Brokamp: "Das ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, und dass solche Signale notwendig sind, haben wir bundesweit nicht zuletzt an Silvester gesehen."

Grundsätzlich sieht sie es als eine Aufgabe von Schule an, die jungen Menschen für ein ehrenamtliches Engagement vorzubereiten. Besonders nach den Corona-Einschränkungen. In dieser Zeit hätten sich viele von regelmäßigen Verpflichtungen verabschiedet und Brokamp möchte motivieren, sich für die Mitmenschen einzusetzen. Sei es auf dem Weihnachtsmarkt oder bei anderen Projekten, wovon es im Schuljahr einige gibt. Die reichen von der Volksbundsammlung über  Sponsorenläufe bis hin zu Briefen, die die Schüler an die Bewohner des Seniorenzentrums schreiben.

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