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Nur sechs geflüchtete Ukrainer kommen zum Info-Abend in Molbergen

Molbergens Bürgermeister Witali Bastian zeigte sich ratlos ob der wenigen Besucher. Die Aktion solle aber weitergehen, versicherten Bastian und Nadja Kurz. Dafür sei einiges in Planung.

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Halten Angebot aufrecht: Nadja Kurz (links) und Bürgermeister Witali Bastian geben den ukrainischen Flüchtlingen Informationen über ihre Unterstützung durch die Kommune.   Foto: Landwehr

Halten Angebot aufrecht: Nadja Kurz (links) und Bürgermeister Witali Bastian geben den ukrainischen Flüchtlingen Informationen über ihre Unterstützung durch die Kommune.   Foto: Landwehr

Das haben sich die Initiatoren um Bürgermeister Witali Bastian, Nadja Kurz und die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche dann doch etwas anders vorgestellt: Mit großem Elan hatten sie sich darangemacht, die in Molbergen lebenden ukrainischen Flüchtlinge – 209 sind es inzwischen – zu einem Info- und Kennenlernabend einzuladen.

Dabei wollten die politischen und kirchlichen Vertreter auch auf Sprach- und sonstige Angebote aufmerksam machen und von den Problemen der Flüchtlinge erfahren. Doch nur sechs erwachsene Flüchtlinge mit zwei Kindern kamen. Die Vertreter der Freien Evangeliums-Christengemeinde waren dem Treffen ferngeblieben.

Ziemlich ratlos zeigte sich Bürgermeister Witali Bastian. Die Kirchen und die politische Gemeinde hatten bei einem Vorbereitungstreffen abgesprochen, die in Molbergen lebenden ukrainischen Flüchtlinge zu informieren und ihre Wünsche zu erfragen. Besonders zufrieden waren die Organisatoren, die Freie Evangeliums-Christengemeinde mit im Boot zu haben, um gemeinsame Sache zu machen. Die Treffen mit den Kriegsflüchtlingen sollten alle 14 Tage stattfinden und im Wechsel im katholischen Pfarrheim und in der Kirche der „Pfingstler“ am Kneheimer Weg stattfinden. Doch deren Vertreter fehlten beim ersten Treffen. „Ich habe von ihnen nichts gehört“, musste Bürgermeister Witali Bastian zugeben.

„Beim nächsten Mal werden wir noch mehr Werbung über WhatsApp und über persönliche Ansprache durch Mundpropaganda machen.“Witali Bastian, Molbergens Bürgermeister

Zum Treffen waren dann auch nur wenige Flüchtlinge erschienen. „Beim nächsten Mal werden wir noch mehr Werbung über WhatsApp und über persönliche Ansprache durch Mundpropaganda machen.“ Bürgermeister Bastian und Nadja Kurz informierten die Flüchtlinge über die Formalien bei der Anmeldung, über finanzielle Unterstützung, über die Wohnungssituation, die medizinische Versorgung und über den Bereich der Bildung.

Bastian empfahl jedem, sich nach der Ankunft bei der Kommune zu melden. Auch wer privat bei Freunden und Verwandten wohne, könne dann unterstützt werden. Der Wohnungsgeber habe dann Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Bastian bat, Mietverträge über die Gemeinde abzuschließen und sich sofort abzumelden, wenn man den Wohnort ändern möchte.

„Dann werden wir in Molbergen eben keine Kinder zeugen“

Auf die Frage nach kulturellen Angeboten in Molbergen verwies Bastian auf die Situation eines Ortes in der Größe Molbergens, auf Angebote der Vereine und der vier Kirchen und auf das Problem der Corona-Beschränkungen.

Bei der Anne-Frank-Schule sollen auch nach der Erweiterung zunächst die Container verbleiben, um hier Sprachförderung und andere Angebote bieten zu können. Auf die Aussage Bastians, keine Kindergartenplätze anbieten zu können, reagierte ein Flüchtling scherzhaft: „Dann werden wir in Molbergen eben keine Kinder zeugen.“

Höflich bedankte sich die geflüchtete Swetlana Serdavska bei Bürgermeister Witali Bastian für die Informationen und Hilfsmöglichkeiten, die er ukrainischen Flüchtlingen gerade vermittelt hatte. Ihr Mann Vladten Portnikov hatte sich – ein wenig überraschend für die hiesigen Besucher – nach Kulturangeboten und Sprachkursen in Molbergen erkundigt. Seit 1 Woche sind das Paar aus Kiew und ihr 6-jähriger Sohn erst in Molbergen. Hier wohnen sie bei einem Cousin.

Vladten Portnikov arbeitete in Kiew als Theaterschauspieler und -regisseur. Eine große Bilderauswahl auf dem Handy zeigt seine Verwandlungsfähigkeit. Ehefrau Swetlana Serdavska hat als Tanzlehrerin gearbeitet. Beide können sich gut vorstellen, in Molbergen für die ukrainischen und auch für die hiesigen Kinder und Jugendlichen ein Theater- oder Tanzprojekt aufzuziehen. Sie möchten sich mit ihren Talenten einbringen. Deshalb wollen sie so schnell wie möglich Deutsch lernen. Dafür gibt es aber bislang für Vladten nur einen Kurs in Friesoythe. Für Mütter mit Kindern findet sich ein Angebot in Cloppenburg.

„Wir werden alles tun, Wohnungen zu beschaffen. Wenn ich eine Adresse, eine Information habe, spreche ich persönlich mit dem Wohnungsinhaber.“Witali Bastian, Molbergens Bürgermeister

Noch aber ist ihr größtes Problem die Wohnungsfrage. „Wir wohnen bei unserem Cousin. Er hat gesagt, wir können bleiben, solange wir wollen. Aber schöner ist es schon, eine eigene Wohnung zu haben“, sind sich beide einig.

„Wir werden alles tun, Wohnungen zu beschaffen. Wenn ich eine Adresse, eine Information habe, spreche ich persönlich mit dem Wohnungsinhaber“, versprach Bastian.

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