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Nur der Geruch des Ewigen Lichts bleibt

In der kleinen Kapelle des Hauses Don Bosco in Calhorn wurde nun die letzte Heilige Messe gefeiert. Grund ist die Auflösung der Salesianer-Niederlassung.

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Feierliche Zeremonie: Die Patres Elmar Koch (von rechts), Walter Körbes, Pfarrer Pater Bernhard Seggewiß SDB und Pater Damian hielten den Abschiedsgottesdienst in der Marienkapelle des Hauses Don Bosco. Foto: Sperveslage

Feierliche Zeremonie: Die Patres Elmar Koch (von rechts), Walter Körbes, Pfarrer Pater Bernhard Seggewiß SDB und Pater Damian hielten den Abschiedsgottesdienst in der Marienkapelle des Hauses Don Bosco. Foto: Sperveslage

Die kleine Glocke an der Kapelle des Hauses Don Bosco klang in dieser Woche weithin hörbar und lud ein letztes Mal zur Heiligen Messe ein. Wie in den vielen Jahre zuvor, waren Gläubige aus der Nachbarschaft, aber auch aus Essen und Bevern gekommen, um mit den Salesianerpatres Pfarrer Pater Bernhard Seggewiß, Pater Elmar Koch und Pater Walter Körbes sowie Pater Damian und den Mitbrüdern Ferdinand Beermann und Andreas Mansfeld am Abschiedsgottesdienst teilzunehmen.

Hauskapelle wurde einst mit viel Liebe ­eingerichtet

Bei vielen Gottesdienstbesuchern herrscht Bedauern über die Schließung des Hauses. Dennoch wird auch Verständnis aufgebracht, da der Nachwuchs fehle. In seiner Ansprache ging Pfarrer Pater Bernhard Seggewiß auf die Geschichte der Hauskapelle ein, die anfangs eher einem Abstellraum geglichen habe und dann mit viel persönlichem Engagement eingerichtet und zu einem Raum der Gottesbegegnung geworden sei. Auch Pater Seggewiß habe bei der Umgestaltung kräftig mit angefasst, als ihm aufgetragen wurde, eine Mauer einzureißen, um mehr Platz zu schaffen. Mit Tatkraft und Hammer habe er die Arbeit innerhalb einer Stunde erledigt.

Für die Patres und viele Gläubige wurde die Kapelle zu einem Raum der Geborgenheit. „Jeder Stein ist mit Gebeten vollgesogen“, macht Pater Seggewiß deutlich. Viele Jugendliche hätten dort die Richtung ihres zukünftigen Lebensweges erkannt. „Es geht etwas zu Ende, aber auch weiter“, so Seggewiß. Er nutzte die Gelegenheit, den anwesenden Pfingsthelfern Robert Gildehaus und Mika Springwald, stellvertretend für alle anderen ehrenamtlichen Helfer, seinen Dank auszusprechen.

Das Pfingstfestival, das jährlich über 800 Kinder und Jugendliche nach Calhorn führte, wird jetzt in Ahmsen seine Fortsetzung finden. „Ausgegangen ist es aber hier von Calhorn, lebt es weiter“, wünschte sich Pater Seggewiß.

Per Dekret gilt die ­Kapelle ab sofort nur noch als profan

Nach dem Gottesdienst verlas er das Dekret des Bischöflichen Offizials und Weihbischofs Wilfried Theising: Demnach habe sein Vorgänger im Amt, Heinrich Timmerevers, die Marienkapelle im Haus Don Bosco mitsamt dem darin befindlichen Altar im April 2005 benediziert. Da die Niederlassung der Salesianer mit dem heutigen Freitag aufgehoben wird, stehe die Kapelle anschließend nicht weiter für die Feier des Gottesdienstes zur Verfügung. Daher werde sie mit Wirkung vom 27. Juli für profan erklärt. Für eine würdige Verwendung des Altars, Tabernakels, Ambos und der liturgischen Geräte sei gewissenhaft Sorge zu tragen.

Damit wurde ein langjähriges kirchengeschichtliches Kapitel in der Gemeinde Essen geschlossen. „Diese Kapelle ist vielen Jugendlichen und Erwachsenen ein Ort der geistlichen Heimat gewesen“, so Pater Elmar Koch. Nur der Geruch des erloschenen Ewigen Lichts erinnere noch längere Zeit daran.

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