Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Notizen aus dem Jahr der Jubiläen

Kolumne: Batke dichtet – Vielerorts redet man dieser Tage über "München '72". Doch es gibt noch weitere Sportjubiläen, auch mit Bezug zu Südoldenburg.

Artikel teilen:

Sportfreunde haben es in diesen Monaten nicht leicht, den Überblick zu behalten. Gefühlt reiht sich ein Jubiläum an das nächste. Eins steht unmittelbar bevor: Es wird eine Flut von Dokumentationen über und Rückblicke auf jenes Ereignis geben, das vor 50 Jahren die Menschen in den Bann zog – die Olympischen Sommerspiele von 1972, die am 29. August heiter und fröhlich begannen, am 5. September tödlichen Terror erlebten und bis zum 11. September unter Schockstarre weitergeführt wurden. Wir erinnern uns: "The games must go on!"

Auch Fußball-Liebhaber blicken sehnsuchtsvoll ein halbes Jahrhundert zurück und sind sich einig: Einen besseren Ball als '72 hat kein anderes DFB-Team je wieder gespielt. Beckenbauer, Netzer und Gerd Müller im Zenit ihrer Karriere, Ramba-Zamba eben, ein Europameister wie aus einem Guss. Kleine Notiz am Rande: Auch wenn's Kalter Krieg war damals – zum Einweihungsspiel für das Münchner Olympiastadion hatte die deutsche Nationalmannschaft die UdSSR zu Gast. Und wir hatten das, was es heute kaum noch gibt, einen Mittelstürmer nämlich. Beim 4:1 über die Sowjets erzielte Gerd Müller zwischen der 49. und 65. Minute alle vier Treffer und zementierte seinen Ruf als "Bomber der Nation". Hieß damals so, dürfte man heute nicht mehr schreiben.

Die "Schande von Gijon"

10 Jahre später wurde Deutschland in Spanien Vize-Weltmeister, auch daran wurde dieser Tage erinnert. Jupp Derwalls Truppe, die sich am schwarzwäldischen "Schlucksee" in WM-Stimmung gebracht hatte, mit den Österreichern die "Schande von Gijon" produzierte und in Torwart-Rüpel Toni Schumacher vorübergehend das Bild vom "hässlichen Deutschen" projizierte, lieferte dennoch mit dem Halbfinale gegen Frankreich (Sieg im Elfmeterschießen nach 3:3 nach Verlängerung) ein Spiel ab, das in keiner Best-of-Sammlung der WM-Historie fehlen darf.

Ebenfalls in 1982: Schöner Fußball, erfolgreicher Fußball, schrauben wir es mal auf die regionale Ebene zurück. Und da erinnern wir uns gern an die Lohner Kicker, die ja auch aktuell mit dem Viertliga-Aufstieg und dem anstehenden DFB-Pokalmatch gegen den FC Augsburg auf der Erfolgswelle surfen. Wir aber meinen jene Blau-Weißen, die exakt vor 40 Jahren schon mal den Aufstieg in die Viertklassigkeit schafften, damals als Meister der Landesliga West.

Was heutzutage nicht mal mehr bei einem ambitionierten Kreisligisten vorstellbar ist, kennzeichnete das dynamische Team, das vom viel zu früh verstorben Hans Wöbse trainiert wurde: Es bestand zu 80 Prozent aus Lohner Jungs (D. Schlärmann, C. Hoping, K. Pundt, A. Batke, M. Olberding, U. Hübner, F. Schaland, J. Westendorf, A. Wienholt, H. Pundt, R. Krogmann, K. Lohmann), "Legionäre" wie A. Bornhorst (Dinklage), R. Scholz (Vechta) und die Gebrüder B. und R. Stärk (Rüschendorf) kamen von nebenan. Ach ja, am "Schlucksee" war das Lohner Meisterteam 1982 auch. Das Motto ihrer Mannschaftsfahrt: Wir streichen den Schwarzwald blau-weiß an.


Zur Person:

  • Alfons Batke blickt auf eine über 40-jährige journalistische Laufbahn zurück.
  • Der 66-Jährige lebt als freier Ruheständler in Lohne.
  • Den Autor erreichen Sie unter redaktion@om-medien.de.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Notizen aus dem Jahr der Jubiläen - OM online