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Notgruppen werden im Südkreis kaum genutzt

Wenig Betreuung trotz Lockdowns: In Essen wird in dieser Woche kein einziger Schüler betreut. In Bevern sind es 6 Kinder.

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Lernen aus der Ferne: Einige Grundschullehrerinnen erklären den Stoff per Video. Ansonsten sind die jüngeren Kinder im Homeschooling  vor allem auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Foto: Meyer

Lernen aus der Ferne: Einige Grundschullehrerinnen erklären den Stoff per Video. Ansonsten sind die jüngeren Kinder im Homeschooling vor allem auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Foto: Meyer

Seit Montag  müssen die Grundschüler landesweit wieder von zu Hause aus lernen. Der verlängerte Lockdown soll für sie erst in der kommenden Woche enden. Hundertprozentig sicher, dass die geplante Rückkehr zum Szenario B, also dem Wechselunterricht, dann auch möglich sein wird, sind sich die Leiterinnen der Grundschulen in Essen und Bevern aber nicht. Dafür habe das Kultusministerium in den vergangenen Monaten zu viele coronabedingte Rocharden gemacht, finden sowohl Tanja Bäker als auch Carola Scherbring.

"Ich habe mir angewöhnt, nicht zu weit vorauszuschauen, denn dann läuft es doch wieder anders."Tanja Bäker, Grundschule Essen

"Ich habe mir angewöhnt, nicht zu weit vorauszuschauen, denn dann läuft es doch wieder anders", sagt Bäker, die die Grundschule Essen derzeit kommissarisch leitet. Stattdessen fährt das Kollegium doppelgleisig und bereitet sich sowohl auf die Rückkehr zum Präsenzunterricht als auch auf eine weitere Woche Homeschooling vor. Ähnlich machen es auch die Kolleginnen in Bevern. Carola Scherbring kann sich jedenfalls vorstellen, dass ihre Schülerinnen und Schüler zumindest bis Ende Januar mit Lernmaterialien versorgt werden müssen. Das klappe aktuell ganz gut, befinden beide Pädagoginnen. In Essen haben die Kinder ihre Aufgaben mit der Post bekommen. Die Beverner packten sogenannte Lerntaschen.

In Essen haben die Kinder ihre Aufgaben mit der Post bekommen

Für die Lehrerinnen bedeutete das einiges an Arbeit. Auch die Kopierer liefen auf Hochtouren. Das Lernen findet jetzt sowohl analog als auch digital statt. Einige ihrer Kolleginnen würden außerdem eigene Erklärvideos drehen, berichtet Tanja Bäker. Konferenz-Unterricht findet dagegen nicht statt. Über das Online-System IServ können die Schulen aber weitere Inhalte vermitteln. "Das System läuft soweit ordentlich", befindet Bäker. Sorge, dass die Grundschüler jetzt den Anschluss verlieren, weil sie zu viel Unterricht verpassen, haben beide Schulleiterinnen nicht - zumindest was die Hauptfächer betrifft. "In Deutsch und Mathematik sind wir wirklich gut durchgekommen", betont Carola Scherbring.

In den Nebenfächern sieht es dagegen ein wenig anders aus. Sportunterricht konnte in Essen kaum stattfinden, weswegen eine Benotung in Absprache mit der Landesschulbehörde entfällt. Schon Ende November mussten die Lehrerinnen die Noten für die Halbjahreszeugnisse festlegen. Trotz des frühen Zeitpunkts seien die Zeugnisse aber aussagefähig, betont Bäker. In den Schulgebäuden ist es zurzeit ausgesprochen ruhig.

"Natürlich sind die Eltern verärgert, dass die Situation so ist, wie sie ist. Uns gegenüber zeigen sie aber vollstes Vertrauen."Carola Scherbring, Grundschule Bevern

Das Angebot, ihr Kind in einer Notgruppe abzugeben, haben die Eltern kaum angenommen. In Essen wird in dieser Woche kein einziger Schüler betreut, in Bevern sind es 6. Offenbar finden die Eltern trotz Berufsalltags und Kontakteinschränkungen eigene Lösungen. "Natürlich sind sie verärgert, dass die Situation so ist, wie sie ist. Uns gegenüber zeigen sie aber vollstes Vertrauen", berichtet Carola Scherbring. Sollte sich die Skepsis der Schulleiterinnen doch nicht bewahrheiten, wird der Unterricht am kommenden Montag wieder starten. In der Gemeinde Essen gehen die Schüler dann im tageweisen Wechsel in die Klassen. "Das Modell hat sich bewährt", sagt Tanja Bäker. "So behalten wir einen guten Überblick über ihren Lernstand."

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