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Nitratbelastung ist teilweise zu hoch

Der VSR-Gewässerschutz veröffentlicht das Ergebnis der Untersuchung von Proben aus 18 Brunnen in Damme. Ein Grund für die hohen Belastungen sei die Zunahme der intensiven Landwirtschaft.

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Schlechte Werte: In 9 von 18 Wasserproben aus Brunnen in Damme und Umgebung lag die Nitratbelastung über dem für Trinkwasser zulässigen Grenzwert.   Foto: dpa / Deck

Schlechte Werte: In 9 von 18 Wasserproben aus Brunnen in Damme und Umgebung lag die Nitratbelastung über dem für Trinkwasser zulässigen Grenzwert.   Foto: dpa / Deck

Schlechte Kunde für zahlreiche Brunnenbesitzer, die Wasser aus diesen Anlagen Anfang August durch Mitarbeiter des Vereins VSR-Gewässerschutz hatten analysieren lassen. Der Verein habe ihnen mitteilen müssen, dass das Wasser zu viel Nitrat enthalte, teilte Harald Gülzow mit, der die Proben entgegengenommen hatte.

Viele Menschen hätten die Wasserproben in der Hoffnung abgegeben, nicht von zu hohen Nitratbelastungen betroffen zu sein. Bei der Hälfte der 18 Proben aus dem Raum Damme und Neuenkirchen-Vörden habe die Nitratbelastung den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter überschritten.

Grund für hohe Belastungen ist Zunahme der intensiven Landwirtschaft

Als einen Grund für die hohen Belastungen nannte Harald Gülzow die Zunahme der intensiven Landwirtschaft. Die wollten viele Bürger inzwischen nicht mehr unterstützen und kauften mehr Bio-Lebensmittel. Doch die fänden sie viel zu selten aus regionalem Anbau. Dabei trage die ökologische Landwirtschaft nachweislich zur Verringerung der Nitratbelastung bei und verbessere die Qualität des Grundwassers deutlich.

„Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass der Bauernverband die Betriebe bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft unterstützt und so zu einer gewässerschonenden Bewirtschaftung der Ackerflächen beiträgt“, erklärte Harald Gülzow in dem Zusammenhang.

Den höchsten Nitratwert hatte der VSR nach eigenen Angaben im Wasser aus einem Dammer Brunnen festgestellt, er lag bei über 183 Milligramm/Liter (mg/l). Weitere ebenfalls sehr stark belastete Brunnen habe der VSR in den beiden Dammer Ortsteilen Rüschendorf mit 170 mg/l und Neuenwalde mit 116 mg/l sowie in der Neuenkirchener Bauerschaft Nellinghof mit 169 mg/l ermittelt.

Brunnenbesitzer sind wütend über hohe Nitratwerte 

Am Informationsstand Anfang August beim Rathaus und auch bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die hohen Nitratwerte der Region gezeigt, sagte Harald Gülzow weiter. Sie seien nicht mehr bereit, es hinzunehmen, dass ihr Brunnenwasser wegen der hohen Nitratbelastung nur eingeschränkt nutzbar ist.

Auf einer interaktiven Nitratkarte veranschauliche der Verein VSR-Gewässerschutz, wie stark die Nitratbelastung im Kreis Vechta im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland ausfällt. Gerade in Gebieten mit intensiv bewirtschafteten Ackerflächen sei eine hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat nachzuweisen, hieß es. Dagegen hat die gemeinnützige Umweltschutzorganisation nach eigenen Angaben in Gegenden mit ökologisch bewirtschafteten Flächen geringere Nitratbelastungen im Grundwasser festgestellt.

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