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Nistkasten an Löninger Trinitatiskirche soll Turmfalken ein Zuhause bieten

Auf Anfrage des Nabu im Oldenburger Land hat sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bereit erklärt, einen Nistkasten anzubringen. Experte Johannes Bartner erklärt, worauf es dabei ankommt.

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Ein Zuhause für Falken: (von rechts) Dr. Johannes Bartner bringt mit Unterstützung von Markus Müller, Holger Schubert, Martina Kremers und Pfarrerin Lina Kohring einen Nistkasten an. Foto: Wienken

Ein Zuhause für Falken: (von rechts) Dr. Johannes Bartner bringt mit Unterstützung von Markus Müller, Holger Schubert, Martina Kremers und Pfarrerin Lina Kohring einen Nistkasten an. Foto: Wienken

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Löningen will Turmfalken ein Zuhause bieten. Dafür haben die Gemeindemitglieder gemeinsam mit Dr. Johannes Bartner vom Naturschutzbund (Nabu) im Oldenburger Land einen geeigneten Nistkasten am Turm der Trinitatiskirche angebracht. An der Nordseite des Gebäudes können die Vögel nun ihr neues Domizil beziehen. "So haben die Vögel fernab der Straße ihre Ruhe beim Nisten", sagt Dr. Johannes Bartner.

Normalerweise sei die Südseite die beste Ausrichtung für die Nester, aber der Straßenlärm könnte die Greifvögel abschrecken. Das habe sich vor allem während der Corona-Pandemie bemerkbar gemacht: Während der Einschränkungen hat es weniger Verkehr gegeben. "Das hat sich auch auf die Besiedlung der Nistkästen ausgewirkt", sagt Bartner, "denn bis zu 40 Prozent der angebrachten Brutplätze in unserem Einzugsgebiet wurden in dieser Zeit von Falken bezogen." Ansonsten würden sich auch Dohlen in den Kästen niederlassen.

Der Nistkasten ist 30 Zentimeter hoch, 40 Zentimeter breit und 30 Zentimeter tief und wurde an die Lamellen des Glockenturms geschraubt, sodass die Falken später nicht in das Innere des Turmes gelangen können. "Der Kasten ist außerdem mit einer Klappe versehen. Wenn sich darin eine Vogelfamilie einquartiert hat, ist es möglich, die Eier oder die Küken ansehen zu können", erklärt der Naturschützer.

Etwa 130 Nistkästen gibt es mittlerweile im Oldenburger Land

Bei der Suche nach einem geeigneten Brutplatz zeigen sich Turmfalken sehr anpassungsfähig. "Für die Nahrungssuche legen die Tiere gut und gerne mal bis zu 5 Kilometer zurück. Daher lassen sie sich auch in Städten nieder", so Bartner. Daher gebe es alleine 30 Nistkästen in Oldenburg, einer davon sei zum Beispiel auch an der Lamberti-Kirche zu finden.

Mehr als 100 Kirchen habe der Naturschützer bereits selbst ausgestattet. Mittlerweile betreuen die Mitglieder des Nabu etwa 130 Nistkästen für Turmfalken im Oldenburger Land, die vorzugsweise an Kirchtürmen angebracht werden. Denn: "Turmfalken bevorzugen hoch gelegene Brutplätze. Interessant ist auch, dass sie keine eigenen Nester bauen, sondern ihre Eier auf den Boden des Brutplatzes ablegen. Es kommt auch vor, dass sie alte verlassene Nester von Krähen oder Tauben nutzen", erklärt Bartner. 

Damit sich Falken und Dohlen nicht um die Nistkästen streiten, sollte dieser möglichst offen gehalten werden, rät der Naturschutz-Experte. So sei der Kasten nicht mehr interessant als Brutplatz für Dohlen. In Ausflugrichtung sollte der Kasten mit einem circa 5 Zentimeter durchgehenden Rand versehen sein. Dieser sei wichtig, damit die Eier nicht herausfallen können.

Aktion "Lebensraum Kirchturm" besteht seit 2007

Der Turmfalke wurde 2007 zum Vogel des Jahres gewählt. Damit wollte der Nabu auf die Bestandsreduzierung der Art aufmerksam machen. Daher starteten die Naturschützer damals die Aktion "Lebensraum Kirchturm" mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen. "Wenn wir vom Nabu bei den Gemeinden anfragen, ob sie bei unserer Aktion dabei sein wollen, wird ihr Engagement für den Vogelschutz auch standesgemäß honoriert. So erhalten die Kirchengemeinden eine entsprechende Urkunde von uns", erzählt Johannes Bartner.

Auch in Löningen stieß der Naturschutzbund auf großes Interesse: "Bei der Anfrage von Herrn Bartner musste unsere Gemeinde nicht lange überlegen. Wir freuen uns darüber, den Turmfalken ein neues Zuhause zu bieten. Hoffentlich können wir uns schon bald auf die ersten Bewohner freuen", meint Lina Kohring, Pfarrerin der Kirchengemeinde.

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