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„Nicht nachvollziehbar“: CDU Molbergen kritisiert Impfreihenfolge

Die Molberger CDU kritisiert, dass die Senioren in der Gemeinde erst im März geimpft werden sollen. Landrat Wimberg weist die Kritik zurück und spricht von „Kirchturmdenken“.

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Termin steht: In Molbergen wird am 24. März geimpft. Foto: Vorwerk

Termin steht: In Molbergen wird am 24. März geimpft. Foto: Vorwerk

Die CDU Molbergen übt in einer Pressemitteilung Kritik daran, dass den über 80-Jährigen in der Gemeinde erst für den 24. März ein Impfangebot gemacht worden sei. Dass die Gemeinde „mit ihren hohen Infektionszahlen“ als letzte Kommune im Landkreis an der Reihe sei, sei nicht nachvollziehbar. Durch die langwierigen Lieferzeiten des Impfstoffes entstünden den letzten Kommunen lange Wartezeiten. „Bis dahin sind die Bewohner von Molbergen ‚außen vor‘.“

Die Grundsatzentscheidung, dezentral unter der Organisation des Landkreises zu impfen, scheine sich als erfolgreiches Modellprojekt zu entwickeln, wird der Molberger CDU-Fraktionsvorsitzende und Kreistags­abgeordnete Dr. Sebastian Vaske in der Mitteilung zitiert. Es sei klar, dass nicht alle Kommunen gleichzeitig geimpft werden könnten.

„Es muss aber sichergestellt werden, dass keine Kommune abgehängt wird und innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Wochen alle Kommunen ein Impfangebot erhalten“, so Vaske. Die Reihenfolge müsse dabei in einem sinnhaften und transparenten Verfahren festgelegt werden. Der Landkreis müsse deren Legitimität glaubhaft versichern, fordert Vaske.

Landkreis: Reihenfolge ist unumgänglich

Es liege in der Natur der Sache, dass nicht in allen Gemeinden zur gleichen Zeit geimpft werden kann, teilt hierzu der Landkreis Cloppenburg mit. Eine Reihenfolge sei in jedem Fall nötig. „Selbst wenn diese Reihenfolge ausgelost worden wäre, hätte es eine Reihenfolge gegeben“, heißt es weiter.

„Dieses Modell hat landesweit Anerkennung gefunden und sollte nun nicht hier vor Ort durch Kirchturmdenken in Frage gestellt werden“, erklärte Landrat Johann Wimberg. Vielmehr komme es jetzt auf Solidarität und Sachlichkeit an. Die Reihenfolge der Städte und Gemeinden richte sich nach sachlichen Kriterien, wobei die vom Land angekündigte Anzahl der Impfdosen zu den einzelnen Lieferterminen im Verhältnis zur Zahl der impfwilligen Personen vor Ort eine entscheidende Rolle spielt.

Auch Bürgermeister wird kritisiert

Die Kritik der Molberger CDU richtet sich auch gegen Bürgermeister Witali Bastian. Man sei „enttäuscht“, dass er in der entscheidenden Sitzung der Bürgermeister des Kreises „keine Akzente“ habe setzen können und die Interessen der älteren Mitbürger „nicht ausreichend“ vertreten habe. Zudem sei er als Ansprechpartner in den letzten wichtigen Tagen nicht da gewesen, so der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Dr. Hermann Südhoff.

Bastian wies diese Kritik zurück. In besagter Sitzung habe seines Erachtens keiner der Bürgermeister Akzente setzen können. „Jeder wollte der erste sein – was nicht geht.“ Nun sei es so, dass die Molbergen mit Garrel und Bösel zuletzt an der Reihe sind. Nichtsdestoweniger sei er froh, dass sich 313 Senioren am 24. März impfen lassen wollen. Das sei eine Quote von knapp 75 Prozent. Bezüglich des anderen Kritikpunkts teilte er mit, dass er sich bis Montag im Urlaub befunden habe, telefonisch aber erreichbar gewesen sei. Von dieser Möglichkeit habe aber niemand seitens der CDU Gebrauch gemacht.

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