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Neujahrsempfang: Cloppenburger stoßen auf das Jahr 2023 an

Polizeipräsident Johann Kühme überzeugte als Festredner die Gäste des Neujahrsempfangs der Stadt mit seiner Rede. Bürgermeister Neidhard Varnhorn blickte auf 2022 zurück.

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Stoßen auf das neue Jahr an: Die Macherinnen Theresia Ostrowski (links) und Elisabeth Schlömer mit Kreispfarrerin Martina Wittkowski. Foto: Kessens

Stoßen auf das neue Jahr an: Die Macherinnen Theresia Ostrowski (links) und Elisabeth Schlömer mit Kreispfarrerin Martina Wittkowski. Foto: Kessens

Mit einem eindeutigen Bekenntnis zu den Oldenburgern und zum Oldenburger Land hatte der Festredner Johann Kühme, Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg, auf dem Neujahrsempfang der Stadt Cloppenburg die Herzen der Gäste im Nu gewonnen. Obschon nur 591 Meter fehlten, um ein echter Cloppenburger zu sein, gestand er ein. Denn geboren sei er auf einem Bauernhof südlich des Trentlager Kanals.

„Schau Johann, dort drüben ist das Oldenburgische“, hätte seine Oma ihm häufig gesagt. Ob es etwas Bedrohliches war, hätte er nicht einschätzen können, aber: „Tief in mir spürte ich, dass dieses Oldenburgische etwas ganz Besonderes sein musste“, gab er unter dem Applaus der Gäste zu.

Auch ein circa 100 Jahre alter Tisch, der auf dem Bauernhof seiner Oma stand, verdeutlicht die Verbindung zur Kreisstadt. Dieser Tisch sei dem Museumsdorf überlassen worden. An dem Tisch erlebte der Festredner gelebte Demokratie: „Es gab kein links, kein rechts, kein oben oder unten“, sagte er. „Diesen Tisch wünsche ich mir für unsere Gesellschaft, in der sich manchmal unterschiedliche Sichtweisen scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen“, mahnte er.

„Wir tun was wir können – und wir können, was wir tun.“ Johann Kühme, Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg

Von einer zerrissenen Gesellschaft wolle er nicht sprechen. Vielmehr stelle er einen starken Zusammenhalt fest und führte die Solidarität und die Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten an. Verhehlen wolle er aber auch nicht die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft und das wachsende Misstrauen gegenüber dem Staat. Dieses würde durch die Information beziehungsweise Desinformation durch die sozialen Medien befeuert, meinte Kühme.

„Die Verrohung der Sprache ist eine Gefahr. Denn was sagbar ist, wird für andere denkbar und kann in gewalttätigen Handlungen münden“, sagte er. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die zunehmende Gewalt gegenüber Einsatzkräften und spielte auf die Silvesternacht an. „Es ist beschämend und bestürzend und darf nicht als Kavaliersdelikt verharmlost werden“, wurde er deutlich.

Im Zehnjahresvergleich sei die Zahl der Straftaten um 23 Prozent zurückgegangen. Es sei das Ergebnis akribischer und professioneller Arbeit, sagte Kühme und richtete seinen Dank an die Kolleginnen und Kollegen in den Dienststellen. „Ich kann Ihnen versichern: Wir tun was wir können – und wir können, was wir tun“.

Mit einem Dank an Hauptamtliche und Ehrenamtliche, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und somit zum Erhalt des demokratischen Gemeinwesens beitragen, endete eine viel beachtete Rede.

Städtebauliche Weiterentwicklung war eines der Kernthemen in Cloppenburg

Bürgermeister Neidhard Varnhorn begrüßte erstmals in seiner Amtszeit mit einem „Glücksägens Neijoahr“ zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang in der Stadthalle. Er sprach in seiner Rede von einem turbulenten Jahr 2022 und er erwartet auch für 2023 ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Die Bevölkerung sei auf 38.189 Personen angewachsen, 853 mehr als ein Jahr zuvor. Der enorme Zuwachs lasse sich auch auf die Geflüchteten, vor allem aus der Ukraine, zurückzuführen.

Varnhorn lobte die große Hilfsbereitschaft und Solidarität der Cloppenburger. Der russische Angriffskrieg habe spürbare wirtschaftliche Auswirkungen auf Cloppenburg, sagte er. Der Strompreis sei um 200 und der Gaspreis um 400 Prozent gestiegen. „Trotz dieser Unsicherheiten haben wir gemeinsam mit der Politik einen soliden Haushaltsplan für 2023 aufgestellt“, versicherte der Bürgermeister.

Die städtebauliche Weiterentwicklung sei eines der Kernthemen des vergangenen Jahres gewesen. Auch für 2023 gehe die Innenstadtsanierung weiter. „Ich glaube kaum ein Thema wurde 2022 so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Münsterlandhalle“, stellte Varnhorn fest. Die Entscheidung, die Münsterlandhalle als bauliches Denkmal einzustufen, sei ein wichtiger Schritt für die weiteren Planungen.

Dank für eine gelungene Rede Polizeipräsident Johann Kühme (links) und Bürgermeister Neidhard Varnhorn. Foto: KessensDank für eine gelungene Rede Polizeipräsident Johann Kühme (links) und Bürgermeister Neidhard Varnhorn. Foto: Kessens

Der Klimaschutz nehme in Cloppenburg deutlich an Fahrt auf und werde zu einem vorrangigen Thema in vielen Bereichen der Stadt. Oberstes Ziel sie die Klimaneutralität im Stadtgebiet bis 2040. Als einen zentralen Punkt nannte er das Mobilitätskonzept. „Am Ende soll es dazu führen, dass wir nachhaltigen und klimafreundlichen Verkehr in der Stadt ermöglichen“.

Zahlreichen Umbau-, Anbau- und Neubaumaßnahmen für eine optimale Betreuung der Kinder und Jugendlichen seien 2022 fertiggestellt worden. Als familiengerechte Kommune freue er sich besonders, dass auf Initiative des Kinderschutzbundes ein Platz für Kinderrechte vor dem Rathaus eingeweiht wurde. Die qualitative, gesundheitliche und wohnortsnahe Versorgung müsse weiter die volle Unterstützung erfahren, mahnte der Bürgermeister im Hinblick auf das Krankenhaus. Auch der laufende Betrieb und entsprechendes Fachpersonal müssten auskömmlich finanziert sein. „Es gibt viel anzupacken 2023“ meinte der Bürgermeister.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Blechbläserensemble der Kreismusikschule unter der Leitung von Jan-Erik Bredehorst.

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