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Neues Wohngebiet in Astrup hat keine Chance

Jürgen Hillen würde in der Vördener Bauerschaft gerne 25 neue Bauplätze ausgewiesen haben. Doch da spielt der Bauausschuss des Neuenkirchen-Vördener Gemeinderates nicht mit.

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Überlegungen gestoppt: Im Bereich der Astruper Splittersiedlung soll nach einem Vorschlag des Vechtaers Jürgen Hillen ein Baugebiet mit bis zu 25 Plätzen entstehen. Das ist bei den Mitgliedern des Bauausschusses und der Neuenkirchen-Vördener Gemeindeverwaltung auf Ablehnung gestoßen. Foto: Lammert

Überlegungen gestoppt: Im Bereich der Astruper Splittersiedlung soll nach einem Vorschlag des Vechtaers Jürgen Hillen ein Baugebiet mit bis zu 25 Plätzen entstehen. Das ist bei den Mitgliedern des Bauausschusses und der Neuenkirchen-Vördener Gemeindeverwaltung auf Ablehnung gestoßen. Foto: Lammert

Es wird wohl nichts mit dem Vorhaben des Vechtaers Jürgen Hillen, in Vördens Ortsteil Astrup im Bereich der Aufmündung der Astruper Straße auf die Straße Astrup auf einer Fläche von rund 1,9 Hektar 20 bis 25 Bauplätze auszuweisen.

Im Flächennutzungsplan der Gemeinde ist das im Außenbereich liegende Areal als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Für die Ausweisung neuer Bauplätze wären deswegen nach Angaben der Gemeindeverwaltung die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich.

Der Bauausschuss lehnte das Projekt in dieser Form ab. Allerdings schlug er auf Anregung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Karlheinz Rohe dem Rat vor, zu überlegen, vier bis sechs neue Bauplätze in Astrup auszuweisen, damit jüngere Bürger aus der Bauerschaft dort ein Eigenheim errichten können.

"Wir brauchen Wohnraum, aber nicht um jeden Preis."Kurt Grefenlamp, CDU-Ratsherr

Damit aber die Vergabe der Plätze an Astruper sichergestellt ist, regten die Politiker bei ihrer von Andreas Frankenberg (SPD) geleiteten Zusammenkunft im Rathaus auch an, die Gemeinde solle die notwendigen Flächen von Jürgen Hillen erwerben. CDU-Ratsherr Kurt Grefenkamp konstatierte mit Blick auf den Antrag: "Wir brauchen Wohnraum, aber nicht um jeden Preis."

Der Ausschussvorsitzende Frankenberg merkte an: "Sechs Bauplätze reichen aus." Sein Parteifreund Günter Plohr stellte fest, bei einer Umsetzung des Hillen-Vorhabens würden in dieser sogenannten Splittersiedlung mehr neue Häuser entstehen, als sich derzeit dort befinden. Sven gr. Sextro, Fraktionsvorsitzender IGNV, sagte, er könne allenfalls einem Lückenschluss zustimmen.

Bürgermeister will in gewissem Umfang Bauplätze ausweisen

Bürgermeister Ansgar Brockmann sprach sich ebenfalls dafür aus, in einem gewissen Umfang Bauplätze in den Bauerschaften auszuweisen, damit das soziale Leben in ihnen erhalten bleibe und nicht wegen der Überalterung der Bevölkerung am Ende brach liege. Er verwies auf Nellinghof, wo entlang der Straße Dreuge Mesk einige neue Wohnhäuser entstehen können.

In dem Zusammenhang erklärte Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen, die Nachfrage nach Bauland sei in der Gemeinde "riesig", und sie werde unter anderem wegen des interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes Niedersachsenpark hoch bleiben. Allerdings werde sich die Art der nachgefragten Bauplätze wohl ändern. Es gebe einen Trend zu kleinen Grundstücken, zu Doppelhäusern, aber auch zu Eigentumswohnungen.

Gemeinde weist drei neue Baugebiete in Vörden aus

Derzeit bereite die Verwaltung die Ausweisung von drei neuen Baugebieten in Vörden vor, sagte Jürgen Rolfsen und verwies auf die Gebiete Koppeln Süd, Auf den Höfften und Hörster Kämpe. Damit setze die Gemeinde ihren Kurs fort, in den Ortslagen Neuenkirchen und Vörden Bauland zu schaffen.

Gegen das Hillen-Vorhaben spricht nach Worten des Bauamtsleiters auch das vom Landkreis Vechta vergangenes Jahr neu aufgestellte Regionale Raumordnungsprogramm. Nach diesem solle die Wohnentwicklung in Vörden innerhalb eines abgegrenzten Gebietes stattfinden.

Landkreis Vechta spricht von städtebaulicher Fehlentwicklung

Der Landkreis habe mit Blick auf Astrup und dem Vorhaben, dort 20 bis 25 neue Bauplätze auszuweisen, von einer städtebaulichen Fehlentwicklung gesprochen, die die Gemeinde nicht weiter verfolgen sollte. Falls sie das nicht wolle, müsse sie darlegen, warum sie von den Grundsätzen im Raumordnungsprogramm abweichen wolle.

Ferner verwies Jürgen Rolfsen darauf, zu beachten sei bei den Überlegungen auch die Trasse der Ortsumgehung Vörden-Nord, die in Richtung Damme führen soll. Sie sei mit Blick auf die verkehrliche Entlastung des Ortes Vörden ein bedeutendes städtebauliches Planungsziel.

Zwar werde sich die genaue Führung dieser Straße erst im Rahmen einer umfassenden Planung ergeben, aber das von Jürgen Hillen ins Auge gefasste Wohngebiet würde die Planung der Entlastungsstraße wegen der beachtenden Immissionsgrenzwerte einschränken.

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