Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Neues Modell: Stiftung Maria-Rast setzt auf Wohngemeinschaften

Die Farbe ist quasi noch frisch an den Wänden. Handwerker sind an manchen Stellen fleißig. Die Arbeiten an den Außenanlagen laufen auf Hochtouren. Trotzdem fühlen sich die Bewohner pudelwohl.

Artikel teilen:
Neue Heimat: Bewohner der ersten Stunde im neuen Gebäude der Stfitung Maria-Rast sind (vorne, 2. bis 4. links) Franz Diekhues, Annegret Golanowski und Wilfried Kleyböcker. Sie fühlen sich gut aufbegommen von (von links) Marika Struckmann, Jennifer Rickelmann, Andrea Grimme und Werner Westerkamp. Foto: Lammert

Neue Heimat: Bewohner der ersten Stunde im neuen Gebäude der Stfitung Maria-Rast sind (vorne, 2. bis 4. links) Franz Diekhues, Annegret Golanowski und Wilfried Kleyböcker. Sie fühlen sich gut aufbegommen von (von links) Marika Struckmann, Jennifer Rickelmann, Andrea Grimme und Werner Westerkamp. Foto: Lammert

Auch wenn die Möbel in ihrem Zimmer größtenteils noch fehlen, Annegret Golanowsky fühlt sich schon wenige Tage nach ihrem Einzug in den dreigeschossigen Neubau der Stiftung Maria-Rast an der Steinfelder Straße mit einem ganz neuen Betreuungskonzept   pudelwohl.

Ihr Zimmer befindet sich auf der mittleren Etage. Das ist die,  auf der sowohl Männer als auch Frauen leben. Darüber werden ausschließlich Frauen wohnen, die 60 Jahre und älter sind. Das untere Geschoss  soll Demenzkranken vorbehalten sein. 

Auf jeder Etage gibt es 12 Zimmer

Auf jeder Etage gibt es wiederum 12 Zimmer, deren Bewohner jeweils eine Wohngruppe bilden. Die Gruppen sollen so selbstständig wie möglich leben. Das Zentrum jeder Etage ist der große Aufenthaltsbereich mit der ausladenden Küche.  Hier bereiten die Pflegehelferinnen und Alltagsbegleiterinnen mit den Bewohnern die Mahlzeiten zu.

Von den Aufenthaltsbereichen auf der mittleren und auf der oberen Etage gelangen die Bewohner auf die großen Balkone, die einen fast schon spektakulären Blick über Damme ermöglichen.

Zimmer sind 24 oder 36 Quadratmeter groß

Von diesen Aufenthaltsbereichen zweigt zudem ein Flur mit den Zimmern ab. Je 11 von ihnen sind 24, je eines 36 Quadratmeter groß. Die Zimmer sind, bis auf einen eingebauten Kleiderschrank und einen Schrank im Badezimmer, unmöbliert.

"Meine Möbel kommen noch", sagt Annegret Golanowsky. Etwas weiter ist da schon Wilfried Kleyböcker. Sessel und Co. stehen bereits im Zimmer, nur der Fernseher will noch nicht so, wie er soll.

Noch sind längst nicht alle Zimmer auf der mittleren und oberen Etage bezogen. Nur etwa 15. Aber dem gewinnt die 82-jährige Golanowsky, die 1975 mit ihrem im September 2017 verstorbenen Mann Hans-Peter ihr Haus am Drosselpfad bezogen hatte, durchaus Positives ab. Denn so könne sich das Personal problemloser einarbeiten.

Das Personal sind nach Angaben Werner Westerkamps, Vorstand der Stiftung Maria-Rast, einige ausgebildete Altenpflegerinnen, vor allem aber Pflegehelferinnen und Alltagsbegleiterinnen. Wenn das Haus ganz besetzt ist, soll das Personal rund 40 Köpfe zählen. "Derzeit sind es etwa 20", sagt Werner Westerkamp.

Annegret Golanosky will auch im Alter in Damme bleiben

Manche von den Angestellten kennt Annegret Golanowsky schon länger. Überhaupt war für sie, die wenige Monate in einem Seniorenheim in Holdorf lebte, immer klar, dass sie nach Damme zurück wollte.

"Ich bin Dammer durch und durch."Wilfried Kleyböcker

Auch Wilfried Kleyböcker, der vielen Dammern wegen seiner Tätigkeit als Friseur, davon viele Jahre in Lydias Biosthetiksalon, bestens bekannt ist und der aus gesundheitlichen Gründen seine Wohnung aufgegeben hat, wollte keinesfalls aus Damme weg, denn: "Ich bin Dammer durch und durch."

Beide fühlen sich aber auch deswegen pudelwohl, weil sie zukünftig den Alltag mitbestimmen können. Das beschränkt sich nicht nur auf die Mahlzeiten und das vorherige Einkaufen der Lebensmittel.

Jeder der Gruppen wird zukünftig aus der Pflegekasse ein Wohngruppenzuschlag in Höhe von 2.500 Euro zur Verfügung stehen. Wofür die Gruppen das Geld verwenden, ob für Therapieanwendungen, Ausflüge oder Theaterbesuche, entscheiden die Senioren selbst.

Jennifer Rickelmann erarbeitet Betreuungskonzept

Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil der von der Gerontolgin Jennifer Rickelmann  federführend erarbeiteten Konzeption für das Haus. Gemeinsam mit Marika Struckmann, der stellvertretenden Pflegedienstleitung der Sozialstation St. Elisabeth, kümmert sie sich auch um das Haus und ist Ansprechpartnerin für Interessierte.

Wegen des Konzeptes gibt es einen gravierenden Unterschied zu anderen Seniorenheimen, wie etwa dem Haus Am Ohlkenberg der Stiftung Maria-Rast. Der Landkreis Vechta als Sozialhilfeträger beteiligt sich nicht an den Kosten des einzelnen Bewohners, weil die Einrichtung wegen der Wohngemeinschaften kein stationäres Pflegeheim ist.

Bewohner müssen Eigenanteil ohne Hilfe aufbringen

Deswegen müssen die Bewohner den monatlichen Eigenanteil von 2.195 Euro alleine aufbringen. Zum Vergleich: Im Haus Am Ohlkenberg liegt der Eigenanteil bei 2.224 Euro. Hier springt der Sozialhilfeträger aber bei Bedarf ein.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Neues Modell: Stiftung Maria-Rast setzt auf Wohngemeinschaften - OM online