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Neues Medienlabor in Cloppenburg soll  zum Geschichtenerzählen anregen

Für 5000 Euro haben die Ehrenamtsagentur und das JiM das Labor eingerichtet. Angeboten werden verschiedene Workshops für Jugendliche – zum Beispiel zur "Scanographie".

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Haben das Medienlabor nach Cloppenburg geholt: Egon Meyer-Pölking (Stadt Cloppenburg, links), Jutta Klaus, Manfred Mauermann, Stefan Gigerich (alle Ehrenamtsagentur), Stefan Drees und Daniela Weinert (beide Stadtjugendpflege). Foto: Niemeyer

Haben das Medienlabor nach Cloppenburg geholt: Egon Meyer-Pölking (Stadt Cloppenburg, links), Jutta Klaus, Manfred Mauermann, Stefan Gigerich (alle Ehrenamtsagentur), Stefan Drees und Daniela Weinert (beide Stadtjugendpflege). Foto: Niemeyer

Filme drehen, Spielewelten erschaffen oder einfach nur in Ruhe lesen: Wer zwischen 12 und 18 Jahre alt ist und im Medienbereich kreativ werden will, hat im Medienlabor (media.lab) im Cloppenburger Jugendtreff (JiM) nun die Gelegenheit dazu. Am Montag hat die Ehrenamtsagentur das media.lab zusammen mit dem JiM erstmals für Jugendliche geöffnet. "Wir freuen uns, dass es nach einem Jahr Vorlaufzeit endlich soweit ist", sagte Jutta Klaus, erste Vorsitzende der Ehrenamtsagentur. Sie beschreibt das Medienlabor als "Kreativraum zum Ausprobieren". 

Die "kreativen Köpfe" Manfred Mauermann und Stefan Gigerich leiten für die Ehrenamtsagentur die einzelnen Workshops. Dazu zählt zum Beispiel die "Scanographie". "Durch die Zeit fotografieren", nennt Mauermann diese Kunstform, bei der Objekte über die Scannerplatte gezogen werden, um kunstvolle Fotografien zu erschaffen. Selbst sein Gesicht hat Mauermann schon gescannt. Nutzen sie sonst meist digitale Filter, um Bilder zu bearbeiten, könnten Jugendliche in den Workshops des Medienlabors mit den eigenen Händen Einzigartiges kreieren, erklärt Gigerich.

Rückzugsraum bietet Ruhe zum Lesen

Stadtjugendpfleger Stefan Drees hofft, dass die Angebote des JiM mit dem neuen Medienlabor neuen Zulauf bekommen – und umgekehrt. Jutta Klaus war vor einem Jahr auf das Projekt der Stiftung Lesen aufmerksam geworden und hatte sich mit Stadtjugendpflegerin Daniel Weinert in Verbindung gesetzt. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, das Medienlabor im JiM einzurichten. Bundesweit gebe es mehr als 100 Medienlabore, die von der Stiftung Lesen gefördert werden. Im Landkreis Cloppenburg sei es das erste. 

Im Mini-Filmstudio können Stop-Motion-Filme gedreht werden. Foto: NiemeyerIm Mini-Filmstudio können Stop-Motion-Filme gedreht werden. Foto: Niemeyer

Mit dem Jahresbudget in Höhe von 5000 Euro wurde auch das Film-Equipment finanziert, mit dem sich Stop-Motion-Filme drehen lassen. Mit entsprechender Software, Knetmasse und Lego-Figuren können Jugendliche ihre eigenen Geschichten erzählen. Aufgebaut ist das Mini-Filmstudio im Obergeschoss des JiM. 

Ein weiterer Raum dient als kleine Bibliothek. In diesem Rückzugsraum besteht die Möglichkeit, Bücher und Magazine zu lesen oder sich zurückzulehnen, Kopfhörer aufzusetzen und einem Hörbuch zu lauschen. In Zukunft sollen die Räume außerdem gemeinsam mit den Jugendlichen neu gestaltet werden, sagt Drees. 

Niedrigschwelliges Angebot geplant

Das Angebot des Medienlabors richtet sich auch an Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten, sagt Jutta Klaus. Deshalb sei es so wichtig, es in einem öffentlichen Raum einzurichten, in dem jeder willkommen sei. Auch wenn Anmeldungen erwünscht seien, stehe niemand vor verschlossenen Türen, falls er oder sie spontan das Medienlabor besuchen möchte. 

Es gehe auch darum, ein niedrigschwelliges Angebot zu machen, sagt Mauermann. Zunächst sollten Jugendliche an die vielen Möglichkeiten herangeführt werden. Die Inhalte entwickelten sich später automatisch. Was möglich ist, wollen Mauermann und Gigerich den Jugendlichen am 7. und 14. November jeweils zwischen 16 und 18 Uhr vorstellen. Am 19. November ist ein "Schnupperangebot" für JiM-Besucher geplant.

Stiftung will dem "Leseknick" entgegenwirken

Die Stiftung Lesen rief die "media.labs" 2018 ins Leben. Sie stelle jedem media.lab nicht nur eine umfassende Medien-Ausstattung zur Verfügung. Sie biete den Jugendlichen zudem über 45 spannende Workshops und fördere auch den Einsatz ehrenamtlich Betreuender durch Weiterbildungsangebote und Aufwandsentschädigungen, heißt es auf der Homepage der Stiftung. 

Ziel sei es, das Leseinteresse der Jugendlichen zu fördern. Während der Pubertät trete bei vielen Jugendlichen der sogenannte „Leseknick“ ein – der Umgang mit Freunden und die eigene Identitätsentwicklung werden zunehmend wichtiger. In diesem Alter sei Bücher zu lesen meist out. Zudem sollten die Jugendlichen in ihren digitalen Fähigkeiten sowie ihrer Medienkompetenz gefördert werden, sagt Klaus.

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