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Neues Leben auf altem Hof in Bokel

12 pflegebedürftige Personen sollen künftig in das Objekt einziehen. Dafür werden Schweine- und Kälberstall umgebaut und es gibt einen Neubau. Aus der Dorfentwicklung gibt es knapp 200.000 Euro.

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Bescheid übergeben: Patricia Bonney (links) vom Amt für regionale Landesentwicklung überreichte das Dokument an Clemens und Maria Poppe. Im Hintergrund Astrid Vieth vom begleitenden Ingenieurbüro IPW, Bürgermeister Marcus Brinkmann und sein Allgemeiner Vertreter Dirk Olliges (rechts). Foto: Thomas Vorwerk

Bescheid übergeben: Patricia Bonney (links) vom Amt für regionale Landesentwicklung überreichte das Dokument an Clemens und Maria Poppe. Im Hintergrund Astrid Vieth vom begleitenden Ingenieurbüro IPW, Bürgermeister Marcus Brinkmann und sein Allgemeiner Vertreter Dirk Olliges (rechts). Foto: Thomas Vorwerk

Die Dorfentwicklung in der Gemeinde Cappeln wird um ein weiteres Projekt reicher. Clemens Poppe wird auf seiner elterlichen Hofstelle in Bokel eine ambulant betreute, selbstbestimmte Wohngemeinschaft errichten. Am Montag nahm Poppe den Förderbescheid des Amtes für regionale Landesentwicklung entgegen, denn im Zuge der Dorfentwicklung können solche Visionen verwirklicht werden.

Ministerin Barbara Otte-Kinast lobt das Projekt

Den ökologischen Aspekt, dass der Bestand erhalten wird und deshalb Ressourcen geschont werden, hob Patricia Bonney vom Amt für regionale Landesentwicklung hervor. Das gesamte Konzept begeisterte auch Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie beglückwünschte in einer Videokonferenz das Ehepaar Poppe und hätte nur zu gerne persönlich mit einem Glas Sekt auf das Vorhaben angestoßen, versicherte die Ministerin.

Erhebliche Eigenmittel trotz Förderung nötig

Der Finanzspritze in Höhe von knapp 200.000 Euro steht indes ein Eigen-Engagement in Höhe von 460.000 Euro gegenüber. Poppe ist mit diesem Gedanken schon lange schwanger gegangen. „Seit dreieinhalb Jahren beschäftige ich mich mit der Dorfentwicklung“, sagt er im Gespräch mit OM online. Die Ställe seien recht klein und es habe erheblich investiert werden müssen. Ein Gebäude sei vor zweieinhalb Jahren abgebrannt. Somit sei nun „Zeit und Gelegenheit“, etwas zu verändern.

In Ellenstedt gibt es ein ähnliches Konzept 

Verschiedene Ideen sind dem 53-Jährigen, der das Konzept gemeinsam mit Ehefrau Maria umsetzt, seither durch den Kopf gegangen. Ferienwohnungen, Seniorenwohnungen oder auch Mehrgenerationenprojekte waren Gedanken, die sich der Cappelner gemacht hat. Dann bekam er Kontakt nach Ellenstedt, wo es bereits 2 Einrichtungen für selbstbestimmte Wohngemeinschaften gibt. „Das hat sich interessant angehört und ich habe mir das angeschaut. Es ist das ideale Spielfeld auf der alten Hofstelle“, schwärmt er.

Gemeinschaftsräume ergänzen das Angebot

Es gibt einen Neubau und der alte Schweinestall wird umgebaut, damit dort 12 Personen ab Pflegegrad zwei leben können. Zu jedem Zimmer gehören ein Badezimmer und eine Terrasse beziehungsweise Loggia. Gemeinschaftsräume ergänzen das Angebot. Die Sozialstation Emstek/Cappeln wird den Pflegedienst übernehmen. „Pflegebedürftig heißt nicht zwingend bettlägerig“, unterstreicht Clemens Poppe, weshalb sich das Konzept der Wohngemeinschaft nach seiner Überzeugung bewährt. Sollte sich im Lauf der Zeit ein anderer Pflegegrad einstellen, muss niemand umziehen. Im ehemaligen Kälberstall wird die Haustechnik untergebracht.

Baugenehmigung ist bereits erteilt

Die Größe ist mit 12 Personen passend für den Pflegedienst und hat angesichts der bisherigen Erfahrungen aus der Corona-Pandemie auch den Vorteil der kleineren Einheit gegenüber Seniorenzentren mit sehr vielen Bewohnern. „Das ist eine Form, die es in der Gemeinde Cappeln noch nicht gibt.“ Mit dem Landkreis stehe er bereits in Kontakt und die Baugenehmigung für die Umnutzung der landwirtschaftlichen Hofstelle hin zur betreuten Wohngemeinschaft liege vor.

Nicht nur das Konzept ist modern, auch die Anforderungen an den Baukörper sind es. „Es wird der KfW-Standard 40 eingehalten und es gibt beispielsweise eine Heizung, die mit Holzpellets betrieben wird.“ Ein Schuppen ist ebenfalls eingeplant und es wird Lademöglichkeiten für E-Bikes und weitere Fortbewegungsmittel geben.

Gerne wäre das Ehepaar Poppe schon vor 3 Monaten ans Werk gegangen, um den Einzugstermin Ostern 2022 halten zu können. Jetzt wird es vermutlich etwas später werden.

Nächster Stichtag ist der 15. September

Noch nicht zu spät ist es für weitere Förderprojekte. Nächster Stichtag ist der 15. September. Bislang wurden 10 private Vorhaben im Rahmen der Dorfentwicklung umgesetzt. Den schriftlichen Aufwand muss man dabei nicht scheuen, denn sowohl im Rathaus mit „Mr. Dorfentwicklung“, wie Clemens Poppe den Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Dirk Olliges, nannte, als auch beim begleitenden Ingenieurbüro IPW und weiteren öffentlichen Stellen habe er große Unterstützung erfahren.

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