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Neues Heft erklärt die Figuren in der Andreaskirche

Die Cloppenburger St.-Andreas-Kirche ist voll mit Heiligenskulpturen. Maria oder Jesus erkennen die meisten Menschen noch, jetzt gibt es ein kleines Heft, das auch die anderen Figuren erklärt.

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Volles Haus: Auch der Altar der Andreaskirche ist geprägt von verschiedenen Figuren. Foto: Dickerhoff

Volles Haus: Auch der Altar der Andreaskirche ist geprägt von verschiedenen Figuren. Foto: Dickerhoff

Durch die Abrissarbeiten rund um die St.-Andreas-Kirche ist vielen Cloppenburgern erst klar geworden, wie schön der barocke Bau eigentlich ist. So mancher forderte sogar, die Neubauten rund um das älteste Gotteshaus der Stadt zu stornieren, damit den Bürgern die freie Sicht erhalten bleibt. Mit ihrem Wunsch sind sie nicht durchgekommen. Aber auch innerhalb der Kirche findet sich viel Sehenswertes, beispielsweise zahlreiche Figuren. Doch um die alle den entsprechenden Heiligen zuordnen zu können, braucht es ziemlich viel Expertenwissen – der aber eine kleine Gedächtnisstütze.

Die liegt seit Kurzem in der St.-Andreas-Kirche aus. "Auf der letzten Pfarrversammlung im November kam die Frage auf, ob ein Heft erstellt werden kann, in dem die Figuren in St. Andreas beschrieben werden, um zum Beispiel mit den Enkeln eine kleine 'Kirchenführung' zu machen", erklärt der leitende Pfarrer der Gemeinde, Bernd Strickmann, wie es dazu kam. Und so hat sich Diakon Herbert Frye der Aufgabe angenommen und ein kleine, aber informative Broschüre zu den Skulpturen im Kirchenraum zusammengestellt. 

Namen und Hintergründe zu den Darstellungen

Und darin finden sich nicht nur die Namen der dargestellten Heiligen, sondern auch Hintergründe. So stand die Figur der Mutter Gottes mit dem vom Kreuz genommenen Leichnam ihres Sohnes früher auf einem größeren Podest als heute. Die Folge: Die Beine Jesu schweben in der Luft. Und der Mann, der ein Kind auf dem Arm trägt, ist nicht – wie häufig fälschlicherweise angenommen – der Heilige Christophorus. Der würde es nämlich auf der Schulter tragen. In der Andreaskirche ist es aber Josef. 

Kein blauer Nikolaus, sondern der erste Bischof von Münster: Der heilige Liudger. Foto: DickerhoffKein blauer Nikolaus, sondern der erste Bischof von Münster: Der heilige Liudger. Foto: Dickerhoff

Auch der Altarraum ist dicht besiedelt. Rechts oben vor dem Fenster wir der heilige Nikolaus schnell erkannt. Seine Kluft inklusive Mitra und Bischofsstab im kräftigen Rot sind bekannt. Auf der anderen Seite steht aber noch eine sehr ähnliche Figur, nur in Blau. Dabei handelt es sich nicht um einen andersfarbigen Zwilling des Nikolaus, sondern um den heiligen Liudger. Der ist zugegebenermaßen nicht ganz so bekannt. Er war der erste Bischof von Münster. Deswegen trägt er in der linken Hand auch ein Modell einer Domkirche.

Heft kann gegen Spende mitgenommen werden

Wer das neue Heft aufschlägt, kann also durchaus noch etwas Neues über die St.-Andreas-Kirche lernen. Auch wenn man das Gotteshaus vielleicht schon eine lange Zeit kennt. Denn mit ziemlicher Sicherheit können auch die treuesten Kirchgänger nicht alle direkt erklären, wer der heilige Stanislaus Kostka oder Petrus Claver ist. Die Broschüren liegen an den Eingängen der Cloppenburger Kirche aus. Wer ein Exemplar mitnimmt, wird um eine kleine Spende im Opferstock gebeten. Und ob damit jetzt wirkliche Führungen für die Enkelkinder organisiert werden oder doch nur das eigene Wissen erweitert, das sei jedem selbst überlassen.

Die Broschüre liegt in der St.-Andreas-Kirche aus. Foto: DickerhoffDie Broschüre liegt in der St.-Andreas-Kirche aus. Foto: Dickerhoff

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