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Neuer Zoff um Gestank beim C-Port

Ein Unternehmen aus Lähden im Emsland betreibt im Industriegebiet ein Pilotprojekt. Mitarbeiter einer benachbarten Firma klagen über heftigen Gestank.

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Testlauf: In dieser Anlage werden biogene Stoffe wie etwa Klärschlamm in Aktiv- und Pflanzenkohle umgewandelt. Foto: Stix

Testlauf: In dieser Anlage werden biogene Stoffe wie etwa Klärschlamm in Aktiv- und Pflanzenkohle umgewandelt. Foto: Stix

Erneut gibt es Diskussionen über eine Neuansiedlung im C-Port. Und wieder steht die Angst vor einer möglichen Geruchsbelästigung im Vordergrund. Thema ist diesmal eine Testanlage der Firma BioReformer GmbH aus dem emsländischen Lähden.

Das Unternehmen testet in einer provisorischen Halle in der Nähe des C-Port-Haupt­eingangs ein Jahr lang eine Anlage zur Produktion von Aktiv- und Pflanzenkohle aus biogenen Reststoffen wie etwa Klärschlamm, Sägemehl aus Schlachthöfen, Späne oder Einstreu. Wenn die Tests positiv laufen, will das Unternehmen im kommenden Jahr an anderer Stelle im C-Port einen Festbau errichten und dort den dauerhaften Betrieb im Mehrschichtsystem aufnehmen.

Klagen über Übelkeit und Kopfschmerzen

Vor acht Wochen begann der Probebetrieb, jetzt gibt es Beschwerden über eine Geruchsbelästigung. „Bei mir haben sich Mitarbeiter einer benachbarten Firma gemeldet und berichtet, dass ihnen wegen des Gestanks schlecht werde, dass sie wegen Kopfschmerzen nicht mehr arbeiten können und den Geruch in den Kleidern abends mit nach Hause tragen“, erzählt Walter Hußmann aus Sedelsberg, der im Kampf gegen die zwei geplanten Anlagen der Firmen Revis und Kaskum einer der Wortführer ist.

C-Port-Geschäftsführer Arno Djuren, dessen Büro Luftlinie etwa 200 Meter von der Anlage entfernt liegt, bestätigt, dass es Beschwerden gibt. „Als der Zweckverband vor etwa zwei Wochen einen ersten Hinweis zu angeblichen Geruchsbelästigungen erhalten hat, habe ich mir umgehend an der Anlage ein Bild gemacht“, sagt er auf Anfrage. „Ich konnte dabei eine Geruchsbelästigung, wie sie uns beschrieben wurde, nicht feststellen.“

„Vertreter des Gewerbeaufsichtsamtes konnten keine Geruchsbelästigung und auch keine sonstigen Verstöße gegen die Genehmigungsauflagen feststellen.“Arno Djuren, Geschäftsführer C-Port

Dennoch sei das für die Genehmigung des Testbetriebes zuständige Gewerbeaufsichtsamt (GAA) in Oldenburg eingeschaltet worden. „Vertreter des GAA waren dann vor Ort und konnten keine Geruchsbelästigung und auch keine sonstigen Verstöße gegen die Genehmigungsauflagen feststellen“, betont Djuren.

Für den C-Port sei maßgebend, wie das GAA die Situation und den Testbetrieb einschätze. Von dort gehe man bei Ansiedlungen grundsätzlich allen Hinweisen umgehend nach. Bei Verstößen gegen die Auflagen werde dann auch eingeschritten.

Geschlossenes System: In mannshohen Röhren werden die Stoffe verarbeitet. Foto: StixGeschlossenes System: In mannshohen Röhren werden die Stoffe verarbeitet. Foto: Stix

Auch der Saterländer Bürgermeister Thomas Otto, der sich ebenfalls vor Ort ein Bild machte, kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Es stank nicht“, sagt er. „Fünf Meter neben der Anlage hat es wie in einem Pferdestall gerochen, aber so nah kommt ja niemand sonst der Anlage.“

Andreas Tiemann, der Geschäftsführer der BioReformer GmbH, weist die Vorwürfe als „nicht berechtigt“ zurück. „Es riecht nicht“, ist er sich sicher. Obwohl der Bau eine provisorische Testanlage sei, in der unterschiedliche Einstellungen des Gesamtsystems getestet würden, erfülle man bereits jetzt alle gesetzlichen Voraussetzungen.

Unternehmen zieht rechtliche Schritte in Betracht

„Wir haben trotzdem zusätzlich eine Firma aus Belgien damit beauftragt, die Abluft zu kontrollieren und gegebenenfalls zu klären, was man besser machen kann“, sagt er. Die Anlage sei für Besucher offen, jeder könne sich nach Anmeldung einen eigenen Eindruck verschaffen.

Die Anschuldigungen beim GAA seien für ihn unverständlich und eine „willkürliche Denunzierung von Gewerbetreibenden“, sagt er. „Wenn das so weitergeht, werden wir unseren Rechtsbeistand einschalten.“

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