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Neuer Lesestoff über Erste-Weltkriegs-Tote

Winfried Rötepohl-Bahlmann rückt auf knapp 470 Seiten Gefallene aus Goldenstedt Ort, Heide, Gastrup und Tange in den Fokus. Und der Autor hat bereits ein weiteres Projekt in der Pipeline.

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Bürgermeister und Autor setzen auf das bewährte Layout: Alfred Kuhlmann (links) und Winfried Rötepohl-Bahlmann. Foto: Ebert

Bürgermeister und Autor setzen auf das bewährte Layout: Alfred Kuhlmann (links) und Winfried Rötepohl-Bahlmann. Foto: Ebert

Ein Liedtext von Udo Lindenberg ("Wozu sind Kriege da") und ein Zitat des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl ("Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten") bilden den Abschluss des 468 Seiten starken neuen Werkes von Winfried Rötepohl-Bahlmann. Diesmal befasst sich der Heimathistoriker in seiner Reihe "Den Toten zum Gedächtnis – den Lebenden zur Mahnung" mit der "Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus dem Ort Goldenstedt und den Bauerschaften Gastrup, Heide und Tange". Erst im vergangenen Juli hatte der 70-Jährige ein Buch über Tote des 1. Weltkriegs aus Ambergen, Einen und Ellenstedt vorgelegt.

In bislang 8 Büchern hat sich Rötepohl-Bahlmann mit Gefallenen der beiden Weltkriege aus der Gemeinde beschäftigt. "Ich versuche wie immer, den Gefallenen ein Gesicht zu geben, damit sie nicht ganz vergessen werden", beschrieb der Autor, der von 2005 bis 2013 Stellvertreter des damaligen Bürgermeisters Willibald Meyer und insgesamt fast 46 Jahre lang in der Gemeindeverwaltung tätig war, im Sommer seine Motivation. "Das Gedenken schwindet, es bleibt Aufgabe, junge Leute einzubinden. Wir sind es den Gefallenen schuldig, ihrer zu gedenken", ergänzt nun Verwaltungschef Alfred Kuhlmann anlässlich der Neuerscheinung.

"Leute, die mein Buch lesen, sollen wissen, was Krieg bedeutet"Winfried Rötepohl-Bahlmann

Die Fleißarbeit Rötepohl-Bahlmanns umfasste auch diesmal wieder mehrere 100 Arbeitsstunden und intensive Recherchen – ob in Archiven und Bibliotheken, in einer Goldenstedter Chronik, im Internet, in der Oldenburgischen Volkszeitung (Todesanzeigen) oder in Standesamtsbüchern der Gemeinde Goldenstedt, wie er in seinem Vorwort auflistet. Im weiteren Verlauf zeichnet er anhand von allerlei Archivmaterial, darunter OV-Anzeigen und Stellungskarten, das Schicksal verschiedener Soldaten nach. Für die einzelnen Orte notiert Rötepohl-Bahlmann 35 Gefallene im 1. Weltkrieg aus Goldenstedt Ort, jeweils 8 aus Gastrup und Goldenstedt-Heide sowie 4 aus Tange. Auf alle dürfte der im Buch zitierte Satz aus Guido Knopps Stalingrad-Dokumentation zutreffen: "Der Krieg ist kein Kartenspiel für Generäle, sondern ein schmutziges Geschäft voller Dreck, Blut, Tod, bei dem es keine Helden, sondern nur Opfer gibt."

Weitere eindrückliche Einblicke in das Grauen, das Menschen Menschen antun, liefert ein Auszug aus dem Weltliteraturklassiker "Im Westen nichts Neues" des gebürtigen Osnabrückers Erich Maria Remarque – und nicht zuletzt der Satz eines Goldenstedter Bürgers, dessen Vater 2 Brüder im 2. Weltkrieg verlor, der dem Autor nach eigener Aussage von diesem mitgegeben wurde: "Krieg zerstört, nicht nur an der Front, auch in der Heimat." "Leute, die mein Buch lesen, sollen wissen, was Krieg bedeutet", verdeutlicht Winfried Rötepohl-Bahlmann, der einmal mehr seiner Ehefrau Marlies sowie den Kindern Karina und Christoph dankt, die Korrektur gelesen haben.

Sein neues Projekt: Winfried Rötepohl-Bahlmann will über die Träger von Bundesverdienstkreuzen und Niedersächsischem Verdienstkreuz aus Goldenstedt schreiben. Das dürften „an die 30 Porträts“ werden.

  • Info: Das aktuelle Buch, das von der Gemeinde Goldenstedt herausgegeben wurde, ist für 
25 Euro im Rathaus erhältlich.

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