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Neue Verordnung: Disco-Öffnung lohnt sich nicht mehr

Mehrere Betreiber in Cloppenburg reagieren auf die neue Verordnung. Sie schließen vorerst, weil der Betrieb unter diesen strengen Vorgaben wirtschaftlich keinen Sinn ergibt.

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Reagieren mit Unverständnis: Daniel Knorr (links) und Johannes Schmitz. Foto: Hermes

Reagieren mit Unverständnis: Daniel Knorr (links) und Johannes Schmitz. Foto: Hermes

Mit Unverständnis hat Daniel Knorr auf die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen reagiert. "So brauchen wir gar nicht zu öffnen, das ist wirtschaftlich nicht tragbar", erklärt der Betreiber der Life-Diskothek gegenüber OM Online. Unter anderem müssen Gäste jederzeit eine FFP2-Maske tragen, Ausnahmen sind das kurze Abnehmen beim Essen oder Trinken.

In Clubs und Discotheken gilt unabhängig von den Warnstufen wieder eine Maskenpflicht – egal ob 3G oder 2G angewendet wird und das auch, wenn man sitzt. Bislang durften die Betreiber von Clubs und Diskos bei einer freiwilligen Beschränkung auf 2G auf die Maskenpflicht und Abstandsregeln verzichten. Das ist nun vorbei. Außerdem fallen die Privilegien für die unter-18-Jährigen weg. Heißt in Warnstufe 1: Auch sie müssen einen Nachweis auf Impfschutz oder Genesung vorzeigen.

"Das kann man ja niemandem erklären. Eine Schließung wurde zwar nicht angeordnet, es wurde aber so unattraktiv wie möglich gestaltet."Daniel Knorr, Betreiber der Life-Diskothek

Unter diesen Vorgaben würden wenig bis gar keine Besucher kommen, sagt Knorr. Nach Gesprächen mit anderen Kollegen in der Branche und mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) solle man jedoch nicht auf eigene Faust schließen. Ansonsten würden eventuelle Hilfsgelder nicht fließen. "Das kann man ja niemandem erklären. Eine Schließung wurde zwar nicht angeordnet, es wurde aber so unattraktiv wie möglich gestaltet", kritisiert der Diskobetreiber. Unter anderem lasse er sich nun anwaltlich beraten.

Die Kontrolle einer Maskenpflicht sei jedenfalls nicht zu leisten, es gebe zudem immer höhere Auflagen. "Es macht wirklich keinen Spaß mehr. Mir fehlen da einfach die Worte", sagt Knorr. Er selbst hat sich nun dazu entschieden, einen geplanten Glühweinverkauf zugunsten der Mitarbeiter des St.-Pius-Stiftes zu organisieren. Das weihnachtliche Getränk gibt es bei einem To-go-Fensterverkauf aus dem Briefkasten an der Bahnhofstraße heraus.

Weitere Öffnung macht wirtschaftlich keinen Sinn

Sein Branchenkollege Johannes Schmitz pflichtet ihm bei: "Es lohnt sich so definitv nicht. Es ist nicht kontrollierbar und macht wirtschaftlich keinen Sinn". Eigentlich seien coronabedingte Umsatzeinbußen förderfähig, der Betreiber der Disko "Bel Air" wisse aber noch nicht, ob und in welcher Höhe Geld bereitgestellt werde. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hatte neben der Überbrückungshilfe III Plus vom Bund unter anderem angekündigt, dass das Land Gaststätten bei Investitionen für Modernisierungen mit zusätzlichen 55 Millionen Euro unterstützen wolle.

"Modernisieren will zurzeit aber doch gar keiner", sagt Schmitz dazu. Er könne die aktuellen Regelungen nicht nachvollziehen und hat den Betrieb der Diskothek vorerst eingestellt: "Dann lieber eine behördliche Schließung als solche Vorgaben." Wann wieder geöffnet werde, müsse man von den Verordnungen abhängig machen. Ebenfalls geschlossen bleibt am Wochenende Jenne's Bar-Kneipe-Pub: "Wir machen dieses Wochenende erst mal Pause. Mal schauen, was noch so auf uns zurollt. Bleibt gesund und wenn ihr losgeht, haltet euch bitte an die Regeln", heißt es auf der Facebookseite.

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